Armin Laschet: „Er kann wirklich nichts dafür …“

Er kann wirklich nichts dafür … ist die Überschrift eines fast ganzseitigen Berichts der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über einen Einsatz des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

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Er kann wirklich nichts dafür … ist die Überschrift eines fast ganzseitigen „PR-Artikels“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung „zu Gunsten“ des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Der Artikel fängt wie folgt an:

Armin Laschet hat es jetzt eilig. In einer halben Stunde muss er in Dortmund sein und beim Städtetag reden … Aber eine halbe Stunde, siebzig Kilometer: nicht zu schaffen mit dem Wagen im Hof der Düsseldorfer Staatskanzlei. Laschet telefoniert die andere Limousine herbei, die hat ein Blaulicht obendrauf und kommt auch in Baustellen schnell durch.  … auf geht´s in wilder Fahrt …

In Dortmund kommt Laschet eine Viertelstunde zu spät an – jeder gewöhnliche (sprich gesetzestreue, Anm. des Autors) Autofahrer hätte an diesem Tag eine Stunde länger benötigt.

Und an anderer Stelle im Text:

… Und so richten sich manche Hoffnungen auf den Mann, der gerade im ledergepolsterten Fond seiner Dienstlimousine nach Dortmund braust, ohne Sicherheitsgurt, einen Fuß lässig übers Knie gelegt.

Da fragt sich der FAS-Leser zunächst: Wer hat eigentlich neben Laschet im dahin rasenden Auto gesessen? Der Autor des Artikels oder ein Redenschreiber von Laschet? Wenn es der FAS-Autor gewesen war, müsste jetzt eigentlich der journalistische Zeigefinger mit dem Hinweis kommen, dass so etwas bei Diktatoren erlaubt und üblich ist (Quot licet iovi, non licet bovi), nicht aber in einer Demokratie. Stattdessen folgt ein Loblied auf den Unionsdemokraten Laschet, das wie Selbstlob klingt, im Auto dem FAS-Journalisten (oder seinem Pressereferenten?) erzählt. Aus urheberrechtlichen Gründen kann die von Selbstgefälligkeit triefende Lobhudelei hier nicht ausführlicher beschrieben werden.

Auch vom Auftritt Laschets beim Städtetag in Dortmund weiß der FAS-Schreiber direkt Miterlebtes zu berichten:

Nach der Rede kommt Boris Palmer auf ihn zu, der grüne Rebell aus Tübingen. „Bleiben Sie so, wie Sie sind – klare Sprache!“ Laschet stockt kurz. Hat er etwas Falsches gesagt? Von Palmer gelobt zu werden, findet er ungewöhnlich – wenn es um Migration geht, steht der Grüne rechts von ihm. Allerdings achtet Laschet als Ministerpräsident sehr darauf, Recht und Ordnung durchzusetzen. „Wir sind ein liberales Land, aber wir tolerieren keinen Rechtsbruch“, das ist sein Mantra.

Da fragt sich der aufmerksame Leser: Was zitiert (Anführungsstriche!) der FAS-Schreiber da? Eine direkte Antwort auf Palmers Lob oder die Interpretation des Geschehens hinterher durch einen Pressesprecher mit oder ohne Hinweis auf frühere Äußerungen von Laschet?

Wohlan denn, Herr Ministerpräsident. Fangen Sie zur Durchsetzung von Recht und Ordnung mit einer Selbstanzeige wegen gleich mehrerer Delikte an, vor allem „Amtsanmaßung“. In der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, wer von Amts wegen Blaulicht bei einer Autofahrt benutzen und sich damit direkt und indirekt über geltende Verkehrsregeln in höchst gefährlicher Weise hinwegsetzen darf. Das Amt des Ministerpräsidenten gehört nicht dazu. Vielleicht ist – das sage ich als juristischer Laie – auch ein brandneuer Paragraph im Strafgesetzbuch in diesem „Fall Laschet“ ein interessanter Ansatzpunkt für Strafanzeigen gegen den Fahrer (leider!) und den Auftraggeber (zu Recht?).

Strafgesetzbuch (StGB) § 315d 

(1) Wer im Straßenverkehr

  1. sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Diplom-Kaufmann Dieter Schneider.


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Kommentare ( 61 )

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„Aachen“ ist schon immer etwas überspannt– extravagant –.
Die vielen jährlichen Ordensverleihungen – Orden Karlspreis, Orden für den Frieden, Orden gegen den tierischen Ernst, das kann schon mal einem Politiker dieser Stadt(Umkreis) mit einem bescheidenen Intelligenz-Quotient zu Kopfe steigen.

Bei Laschet ist der Name wirklich Programm.
Und die zentrale Botschaft eines Herrn Laschet ist: Wie muss ein politisches System aufgebaut sein, dass so jemand wie er zumindest Ministerpräsident wird.

Für das Kochrezept Bunte Republik nehme man diskussionswürdiges Personal sowie öffentliches Desinteresse und Leichtgläubigkeit. Das alles in einen Topf geben, leicht köcheln lassen, vorsichtig rühren! Wir wollen nicht, daß was überkocht.

Die Benutzung eines Polizeifahrzeuges mit eingeschaltetem Blaulicht ist nur in Not- und Ausnahmefällen vorgesehen.
Aber nicht, um irgendeinem Politiker die Anreise zum nächsten Polittermin zu ermöglichen. Das sollten die Wähler in NRW bei nächster Gelegenheit nicht schon wieder vergessen. Denn: wer zuviel vergißt, den bestraft das Leben!

Wir haben früher, wenn ein etwas weniger intelligenter Mitschüler einem von uns auf den Schlips getreten ist und der auf die Palme oder diesem an den Hals gehen wollte, einfach gesagt: „Lass mal, der kann wirklich nichts dafür. “
Damit war die Sache erledigt. Alle haben genickt und gegrinst.
Die Überschrift spricht vor allem gegen das Sprachverständnis des Urheber des Artikels in der FAZ.

Zum FAS-Artikel: Laschets Hofberichterstatter von der FAS, so dieser denn von diesem Käseblatt war, ist ja das gleiche Kaliber, wie Frau Hensel von der ZEIT, die gerade im ICE in peinlich-devoter Weise Habecks Zehen durch dessen löchrigen Strümpfe (wäscht der die wenigstens regelmäßig?… ich meine die Füße und die Strümpfe?) abgeleckt hat. Ich schlage beide Haltungs-„Journalisten“ hiermit für den Nannen-Preis (ehemals Henri-Nannen-Preis) sowie den Aachender Friedenspreis vor. „…und den Auftraggeber (zu Recht?).“ –> Ach was! Natürlich ist sein Chauffeur von ganz allein auf die Idee mit der Amtsanmaßung per Blaulichtnutzung, der damit einhergehenden Nötigung anderer Verkehrsteilnehmer, der Gefährdung des Straßenverkehrs… Mehr

A.L. ist „nicht irgendeine Pappnase“, wow, sehr gut erkannt. Andererseits, Al Capone wurde auch nicht wegen der vielen Morde verurteilt, sondern wegen Steuerhinterziehung.

… ich sagte: „der MP eines …..“ — Daß ein solcher sich auch ‚mal mit Blaulicht zum Termin knallen läßt, läßt mich kalt. Adenauer soll seinem Fahrer oft gesagt haben: „Nu‘ jeben’se Jas.“ Und dann war unser MP auch noch nicht angeschnallt, ja so was aber auch. Ehrlich, d a s sind nicht die Probleme bei diesen Leuten, sondern ihre politische Inkompetenz und Rückgratlosigkeit. Ich mag Herrn Wallaschs Kommentare; den hier fand ich aber einfach schwächer als sonst. — … und bei aller Kritik, Armin Laschet ist kein Mörder.

Sprüche in Latein sind eine feine Sache, aber „quot licet“ schreibt sich richtig „quod licet“ (obwohl ich in Latein über eine 4 nie hinausgekommen bin)

Na dann gebe ich Ihnen nachträglich noch ’ne 4+ 🙂

Der FAS-Schreiber ist glücklich dass ihm der Laschet ein paar Brotkrummen hingeworfen hat. Was hätten die MSM alles zu schreiben, Stoff in Hülle und Fülle, über die Regierung der Abnicker, über Gesetzesbrecher, Wahltäuscher usw.

Wie sagte Herr Seehofer unlängst, „es gilt kein Recht, es gilt kein Gesetz“. So schaut’s eben mittlerweile aus in Absurdistan. Der FAS-Schreiber war wohl der Privatsekretär in Personalunion.

Übrigens, hat jemand die „Erderwärmung“ gesehen? Hier schüttet es seit Tagen und wir haben nur 14 Grad draußen. Ist aber erst Mitte Juni, von daher…

Das sind die Klimarettungsmaßnahmen – die wirken schon!

„Wir sind ein liberales Land, aber wir tolerieren keinen Rechtsbruch“ Allein für diese bodenlose und unverschämte Lüge sollte man diesen Mann weg sperren. Jeden Tag in diesem Lande tausende von Rechtsbrüchen, aber keine polizeiliche Verfolgung (gravierender Personalmangel), keine Rechtsprechung in Gerichten (gravierender Personalmangel). Oder die Rechtsbrüche werden aus politischen Gründen verheimlicht und vertuscht. Vor allem wenn Migranten involviert sind. Nachdem Laschet offensichtlich unter einem gravierenden Realitätsverlust leidet, ist er als Mitglied einer Regierungsmannschaft untragbar geworden. Seine Entlassung wäre die einzig richtige Antwort. Der Bericht dieser Zeitung ist ein weiterer fundamentaler Beweis für die Unerträglichkeit dieser Propagandapresse. Eine Beleidigung für jeden… Mehr