Tichys Einblick
Nach Vorwürfen von sexueller Belästigung

Grünen-Funktionär bedroht Journalistin – und prahlte offenbar mit dem Besitz von Schusswaffen

Danilo „Dino“ Zoschnik sorgte im Netz für Empörung: Er soll einen Minderjährigen sexuell belästigt haben, nun bedrohte er eine Journalistin, die darüber berichten wollte. Pikant: Mehrere hochrangige Grüne dürften davon gewusst haben - unternahmen aber nichts.

Screenshot Twitter

Der grüne Nachwuchspolitiker Danilo „Dino“ Zoschnik sorgt seit Tagen für Aufsehen. Grund dafür sind extremistische Statements auf Twitter – außerdem soll er einer minderjährigen Person ungefragt Nacktfotos geschickt haben. Nachdem die BILD-Zeitung über den Fall berichtete, schickt Zoschnik nun Drohmails an die verantwortliche Journalistin.

Auf Twitter tritt Zoschnik dezidiert extrem auf. Er bekennt sich zur Antifa, fordert, „linke Militanz“ zur Bekämpfung der „Klimakrise“ und träumt schon mal davon, politisch Andersdenkende „in den Kofferraum“ zu sperren – eine klare Anspielung auf den Schleyer-Mord der RAF. Er bezeichnet sich selbst als „Extremist“, lehnt Staat und Verfassung also dementsprechend ab – für solche Positionen kämpfe er auch in seiner Partei, sagt Zoschnik. Brenzlig wurde es für ihn jedoch erst, nachdem ein Twitter-User Screenshots öffentlich machte, auf denen er anscheinend ungefragt Nacktbilder an den laut eigener Aussage minderjährigen Nutzer schickte. „Gefällt es dir?“ schreibt Zoschnik laut der Screenshots zu einem der Bilder. Mittlerweile behauptet der Grüne, die Gesprächsverläufe seien gefälscht, spricht von einer „Rufmordkampagne“. Twitter sperrte den Account, der die Vorwürfe erhob – ob diese und die Screenshots tatsächlich echt sind, ist nicht abschließend zu beurteilen. Die brandenburger Grünen, bei deren Jugendorganisation Zoschnik Funktionär ist, erklärten, dessen Mitgliedschaft ruhe bis zur Aufklärung der Vorwürfe. Der grüne Kreisverband Barnim veröffentlichte eine Distanzierung von Zoschnik, löschte seine Einträge auf seiner Website.

Nachdem die Bild über die angeblich versendeten Nacktbilder berichtete, schickt Zoschnik nun Droh-Mails an die Zeitung. Wie Bild-Redakteur Timo Lokoschat auf Twitter öffentlich machte, versendete der Junggrüne eine Mail an die Journalistin, die ihn für eine Anfrage bezüglich des Artikels über ihn kontaktiert hatte. „Wenn der Hetzartikel nicht in einer Stunde unten ist, werde ich mich um Ihre Privatadresse bemühen“, schreibt Zoschnik. Wozu ein Antifa-Extremist, der auf Twitter gerne mit seiner Gewaltfähigkeit prahlte, die Adresse einer unliebsamen Journalistin benötigen könnte, ist relativ offenkundig.

Auch, wenn die Grünen mittlerweile eilig die Distanz zu dem Lehramtsstudenten aus Brandenburg suchen – dass dies erst aufgrund des Vorwurfs von sexueller Belästigung im Internet und nicht aufgrund seiner andauernden extremen Positionierungen und Aussagen passiert, lässt hinsichtlich des grünen Umgangs mit Radikalismus und Extremismus tief blicken. Offensichtlich haben dort selbsterklärte Extremisten – Feinde von Staat und Verfassung – nicht nur Platz, sondern werden auch in hohe Positionen gewählt. Zoschnik ist politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Brandenburg und wurde von den dortigen Grünen 2019 sogar als Landtags-Direktkandidat aufgestellt. Auch die Brandenburger Landeszentrale für politische Bildung beschäftigt(e) Zoschnik als Blogger auf ihrer Website.


UPDATE: 

Inzwischen sind weitere Screenshots von einem Twitter-Account Zoschniks aufgetaucht. Die durch den Watchblog „GreenWatch“ veröffentlichten Auszüge legen weitere Vergehen des GJ-Funktionärs nahe. Auf dem Account „Horny Dinolein“, der „geheime“ Account Zoschniks, über den er auch die sexuelle Belästigung begangen haben soll, scheinen sich Tweets des extremistischen Junggrünen zu finden, die auf Zugang zu und Besitz von illegalen Waffen hindeuten könnten. So twitterte Zoschnik am 07. August, er habe aus seinem „linken Freundeskreis“ bereits „ne scharfe Desert Eagle und ne Mini Uzi“ angeboten bekommen. Die Desert Eagle zählt zu den schwersten halbautomatischen Pistolen, eine Uzi ist eine israelische Maschinenpistole. Anscheinend soll der Politiker, der erst heute eine Bild-Journalistin bedrohte, bereits im Besitz mehrerer Waffen sein. „Meine Freundin hat meine Waffen versteckt“, twittert Zoschnik laut der Auszüge von „Greenwatch“ am 08. August.

Die Veröffentlichung des Watchblogs ergänzen das sich immer deutlicher zeichnende Bild Zoschniks, dessen geistige Gesundheit laut eigener Aussage „instabil“ ist. Pikant: Mehrere grüne Parteifunktionäre folgten dem Account und hatten so Zugang zu den Tweets, auf denen Zoschnik explizit mit dem Zugang zu Waffen prahlte und den Besitz zugab. Unter anderem gehört der Landesvorsitzende der Berliner Grünen, Werner Graf, zum Kreis der hochrangigen Grünen-Politiker, die wahrscheinlich von den Aussagen und Straftaten Zoschniks gewusst haben. Sie taten nichts – weder strengten Sie ein parteiinternes Verfahren an, noch brachten sie seine Aussagen zur Anzeige. Dabei ist bereits für außenstehende ersichtlich, was Zoschnik auf seinem Account twitterte: „Alles, was auf meinen Main (gemeint ist sein Hauptaccount) wohl justiziabel wäre“, heißt es bereits in der Profilbeschreibung. Der Verdacht liegt nahe, dass hochrangige grüne vom Waffenbesitz Zoschniks oder vielleicht noch anderen strafrechtlich relevanten Aussagen wussten – und ihren Mann durch nichtstun deckten.

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