Wieder Union unter 30 und SPD unter 20

Wie kommt es, dass die Grünen nur bei den von ARD und ZDF in Auftrag gegebenen Umfragen schon seit Ende Juni bis Mitte Juli Werte deutlich über 12 Punkte erhalten?

© Tobis Schwarz/AFP/Getty Images

Jedes mal, wenn ich etwas schreibe, bei dem Umfragen eine Rolle spielen, ist es mir wichtig, eines zu betonen. Die Art, wie die meisten Medien mit Ergebnissen in ihren Schlagzeilen und Interpretationen umgehen, seit sie selbst die Auftraggeber der meisten Umfragen sind, ist – höflich formuliert – unseriös, unhöflich gesagt: manipulativ. Wie weit das inzwischen auch schon für die von den auftraggebenden Medien beeinflusste Auswahl der Fragen zutrifft, kann ich nicht prüfen, weil die die Stufen-Daten des Zustandekommens der Umfragen nicht zugänglich sind.

Was mir heute bei den neuesten Zahlen von INSA an einer Stelle auffällt, sind die demoskopischen Werte für die Grünen hier und bei anderen.

Wie kommt es, dass die Grünen nur bei den von ARD und ZDF in Auftrag gegebenen Umfragen schon seit Ende Juni bis Mitte Juli Werte deutlich über 12 Punkten erhalten? Die Frage ließe sich nur klären, würden alle Institute ihre Rohdaten und deren Ermittlung in allen Details bekannt geben. Erst mal kann ich nur notieren, was mir auffällt und an die einschlägige Stelle bei Mathias Kepplinger denken: „In Deutschland haben 1976 42 Prozent der Bevölkerung SPD gewählt, 55 Prozent der Journalisten … 2005 haben die meisten Journalisten, 36 Prozent, die Grünen gewählt, aber nur acht Prozent der Bevölkerung.”

Unterstützung
oder

Kommentare ( 68 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Die Umfragen sind derzeit unwichtig. Die Kräfteverhältnisse sind so, dass auch signifikantere Änderungen keine Veränderung der Machtverhältnisse ergeben können. Fiele die CDU beispielsweise auf 20% und die SPD auf 14, erstarkten die Grünen auf 18%, machte das 52% für eine Kenia-Koalition unter der Führung der CDU/CSU. Selbst eine solche noch eher geringfügige Änderung ist aber nicht zu erwarten. Das die AfD stärkste Partei würde, könnte erst dann angenommen werden, wenn diese sich vom rechten Flügel lossagt. Das wird sie nicht tun, also wird ihr Potential voraussichtlich bei 15%, plus/minus 3% verharren. Damit sind die jetzigen Machtverhältnisse für die nächsten 12… Mehr
Die Grünen werden gepimpt und zwar von fast allem Medien. Auf welt.de vergeht kein Tag ohne einen Artikel von wahlweise KGE, Habeck, Roth etc.. ARD und ZDF Journalisten verorten sich gerne grün und unterlassen jede Form von ivestigativem Journalismus gegenüber ihrer Lieblingspartei. Was macht die Grünen so interessant? Zum einen ist Öko allgemein hipp genug um als kleine Insel der Orientierung im Ozean der Ungewissheit herzuhalten, zum anderen haben die Grünen jene schnoddrige Unschärfe, die es Ihnen erlaubt Projektionsleinwand für eine Vielzahl von Bedürfnissen zu sein, ohne jemanls konkret darauf antworten zu müssen. … und viele Journalisten fallen darauf herein,… Mehr
„Zum einen ist Öko allgemein hipp genug um als kleine Insel der Orientierung im Ozean der Ungewissheit herzuhalten“ Nur leider merken zu viele Wähler nicht, daß „B90/Grüne“ das genaue Gegenteil von „öko“ ist. „Grün“ ist an B90 allenfalls das Grün in der Fahne des Propheten. Eine Gruppierung die Landschaften mit Vogelschreddern verschandelt (nebst großflächiger Abholzung), fragwürdige Technologie bejubelt (Elektro-Auto), 100jährige Stadtbäume für Wohncontainer abholzen lässt (so in Hamburg), zu den Risiken „grüner Energie“ schweigt (aktuell Laos, Wasserkraftwerksdamm gebrochen, etliche Tote, Landstriche verwüstet, Tausende obdachlos Frau Roth, wo bleibt Ihre Empörungsbetroffenheit?) und zudem Millionen Menschen in ein ohnehin dicht bevölkertes Land… Mehr
Sagen wir es doch andersherum, vielen Journalisten fehlt das politische Urteilsvermögen, sie möchten aber mittun? Das geht sehr gut bei den Grünen. Da macht man nicht soviel falsch, wenn man eben keine klaren politischen Vorstellungen hätte. Wohlgemerkt sollen Journalisten berichten, das ist nicht immer gleichbedeutend mit politischer Kundigkeit. Herr Goergen ist nicht zuerst Journalist, sondern wenn ich so schaue, fast eher politischer Macher, Vordenker wie z.B. in seiner Funktion ehemals bei der Friedrich-Naumann-Stiftung. Ein politischer Stratege, der sein Exertenwissen TE zur Verfügung stellt. Ein Hochkaräter! Ähnliches gilt für Tichy. Vielleicht steht dafür Pate der unvergessene Helmut Schmdt, der die Bundesrepublik… Mehr
Warum gibt es so viele angebliche Umfragen, Statistiken, Erhebungen usw. Und Warum sind die Ergebnisse oftmals so unterschiedlich? Warum kommen im Radio halbstündlich, im Fernsehen nahezu stündlich, Nachrichten und noch dazu bei fasst allen Sendern fast die gleichen Meldungen und oftmals noch in gleicher Reihenfolge, obgleich die Sender unterschiedliche Redaktionen und Redakteure haben? Na, klingelt da was? Wem gehören diese Medien? Kann es sein, dass diejenigen Statistiken, Meldungen und Nachrichten bestimmen, denen diese Medien gehören? Das ist auch der Grund, warum es keiner konkreten Anweisungen oder Befehle bedarf. Dessen Brot ich esse oder dessen Geld ich erhalte, dessen Interesse vertrete… Mehr

Und dann kommt der Wahltag,soviel bla bla in den Medien man verlässt die Kabine und wieder eine Umfrage zwecks Hochrechnung, direkt am Wahllokal.Was haben sie bitte soeben geheim gewählt?Man fühlt sich so als ob ein Koch einem fragte wie sein Essen geschmeckt hat welches er heimlich von oben mit einer Lötlampe erwärmt hat weil es zu lange gestanden hat.Wie ist Demokratie spannend.Das Essen ist fad,es war nur oben heiß,genau wie unserer „Demokratie“

Der Hammer sind ja diese civey Umfrageboxen auf Welt beispielsweise. Die einsehbaren Rohdaten sprechen in etwa die Sprache der Kommentarsektion, aber publiziert werden sog. „korrigierte“ Werte die selbst bei sechsstelliger Teilnehmerzahl Balken nicht selten halbiert oder verdoppelt. Komischerweise ausnahmslos pro Mainstream.

Bei Civey wird gerne abgefragt, wie wichtig einem der Altersunterschied bei Ehepaaren ist.
Eine Antwort ist „Das ist mir völlig egal“. Natürlich kreuze ich das an, setze aber für mich Mündigkeit voraus.
Nur, tun das auch die Macher und Bewerter der Fragen und Antworten?
Man kann an den Fragen poltische Intentionen sehr gut herauslesen:)
„Meinungsforschung andersherum“:)
Ein bisschen verstimmt mich, obwohl ich liebend gerne Fragen beantworte, das Gefühl, für sehr dumm gehalten zu werden. Denn was sagt das über die Frager aus?
Mit mir habe ich keine Probleme

Herr Goergen, ich bin nach einer Verlinkung auf ein Propagandapresseerzeugnis bei einer Umfrage gelandet und wollte diesmal teilnehmen. Es betraf zunächst Fragen wie „Glauben Sie, dass Deutsche und Muslime friedlich zusammenleben können“ oder „Hat >mee too< Positives bewirkt". Schließlich kam die Frage: "Glauben Sie, dass Trump für Amerika gut ist". Ich habe mit "Ja" geantwortet. Das war offensichtlich die falsche Antwort und ich flog aus der Umfrage heraus, denn der Button "weiter" funktionierte von nun an nicht mehr.

Man muß nur jenseits der 70 Lenze sein um diese Republik wirtschaftlich und politisch beurteilen zu können, das setzt allerdings voraus, daß man sich für diese Thematik als wichtige Grundlage eines Staates interessiert und was die Demoskopie anbelangt, so sind Voraussagen schon seit Jahrzehnten beliebig und die jeweiligen Interessensvertreter haben schon immer Stimmung gemacht für oder dagegen und ich erinnere nur daran was sich Allensbach 1992 in Baden-Württemberg erlaubt hat, indem sie die damaligen Republikaner gelogen unter fünf Prozent eingeschätzt haben und diese dann 10,9 % der Stimmen erhalten haben und die damalige Geschäftsführerin Noelle-Neumann war auch noch so dämlich… Mehr
Wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf: beobachten Sie doch mal bitte die Umfragen aller Institute kurz vor anstehenden Wahlen dahingehend, ob dann das Wahlergebnis von einer Partei besser bzw. schlechter als die Umfrageergebnisse aller (!) dieser Institute zuvor waren (oder ‚fast‘ aller). Der Normalfall, wenn die Fehler/Abweichungen also rein statistischer Natur wären, würde so aussehen, dass einige Umfrageergebnisse über dem Wahlergebnis und andere darunter liegen. Das ergibt sich allein aus dem einfachen Zusammenhang, dass (1) eine zusammengesetzte Stichprobe ebenfalls repräsentativ sein muss, wenn die einzelnen Stichproben repräsentativ sind, und (b) eine zusammengesetzte Stichprobe eine kleiner Fehlertoleranz hat gegenüber jeder… Mehr

Man sollte sich einmal fragen, warum man uns alle 2 – 3 Tage eine neue Umfrage um die Ohren haut? Mir ist kein Land bekannt das eine ähnliche Anhäufung von Umfragen hat wie Deutschland. Folglich wird damit gelenkt. Bayerns CSU verliert wahrscheinlich die Mehrheit und will nicht mit der AFD eine Koalition eingehen, so bleiben nur die SPD, die ist aber auch nicht mehr zu retten und so verbleiben die Grünen. Darum werden die Grünen in den Umfragen gepuscht!

„Man sollte sich einmal fragen, warum man uns alle 2 – 3 Tage eine neue Umfrage um die Ohren haut?“

Das allerdings frage ich mich schon lange. Hinzu kommt, dass derartige Häufungen an Umfragen den Wert einer Zeitung von gestern haben. Was soll man damit? Und was sagen die Politiker dann gewöhnlich? „Wir wollen keine Umfragen sondern Wahlen gewinnen“. Und dieser Satz wird sowohl bei schlechten wie auch bei guten Umfragen gesagt. Also ansich auch nichtssagend!

„Was soll man damit?“
Ganz einfach, den Fisch einwickeln.
Ohne diese Manipulation zur Kenntnis zu nehmen.
Die Häufung ist ganz klar den Landtagswahlen in Bayern und Hessen geschuldet, um noch irgendwas in die gewünschte Richtung zu pushen.

Das Wählermilieu der Grünen ist relativ stabil, sehr viel stabiler als bei allen anderen Parteien. Als ideologischer Gegenspieler der AfD, der für das linke Lage die Rolle des Klerikers übernimmt (zum großen Mißvergnügen von SPD und PdL) profitieren sie derzeit nach links von der allmählichen Zersetzung der Wählerbasis von Union und SPD. Diese Entwicklung wird sich noch beschleunigen. Beschleunigen dürfte dies die von Wagenknecht u.a. angetriebene Gründung einer neun „Linken Sammlungsbewegung“. Eine linkspopulistische Bewegung – oder gar daraus entstehende neue Partei – hätte allerdings nur dann Erfolg, wenn sie sich vom derzeitigen Diskurs der existierenden Linke (SPD, Grüne, PdL, linker… Mehr

Das war aber sehr elegante Art jemand Vogel zu zeigen ohne einen Vogel zu zeigen! Danke!