Was bedeutet der Sieg von Esken und Walter-Borjans?

Mit der Wahl von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken zur neuen Parteispitze geht die SPD nun den Weg, den Labour in Großbritannien unter den Marxisten Jeremy Corbyn und John McDonnell gegangen ist – den Weg nach Linksaußen.

Till Rimmele/Getty Images

Der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken sind von der SPD-Basis zum neuen Duo an der Parteispitze gewählt worden. In der Stichwahl setzten sich die beiden Kandidaten klar mit 53,06 Prozent gegen den Vizekanzler Olaf Scholz und die Brandenburgerin Klara Geywitz durch. Juso-Chef Kevin Kühnert, der große Konzerne enteignen und private Vermietung in Deutschland am liebsten verbieten würde, jubelt. Und die Linkspartei jubelt mit.

Überall ist von einer „Überraschung“ die Rede. Ich selbst hatte nach dem ersten Wahlgang dagegen auf Facebook sogar eine Wette angeboten, dass die Stichwahl zugunsten von Walter-Borjans und Esken ausgehen wird. Es ist nur der vorläufige Schlusspunkt der Linksradikalisierung der SPD. Die Partei hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker nach links entwickelt. Die Positionen in den meisten Fragen sind nicht mehr von denen der Linkspartei zu unterscheiden. Eigentlich könnten sich beide Parteien nun auch zu einer sozialistischen Einheitspartei vereinigen.

Manche Konservative und Liberale frohlocken und meinen schadenfreudig, dies werde den Niedergang der SPD beschleunigen. Da wäre ich mir nicht so sicher. Und wenn die SPD wirklich weiter verliert, dann werden im gleichen Maß die Grünen stärker. Für Deutschland ist das dramatisch und kein Grund zur Schadenfreude. Denn die SPD war unter Politikern wie Helmut Schmidt und Gerhard Schröder eine Partei, die zur Stabilität des marktwirtschaftlichen Systems in Deutschland beigetragen hat. Schröder war sogar – nach Ludwig Erhard – der am deutlichsten marktwirtschaftlich orientierte Kanzler Deutschlands. Wenn nun die wirtschaftsfeindlichen Grünen an Stelle der SPD treten und die SPD selbst zu einer zweiten Linkspartei wird, dann ist das kein Grund zur Schadenfreude, sondern eine Katastrophe für Deutschland.

Die SPD unter Walter-Borjans und Esken wird zusammen mit Linken und Grünen eine Linksfront-Regierung vorbereiten, die die wirtschaftsfeindliche Politik der Großen Koalition massiv verschärfen wird. Wer meint, schlimmer als unter Angela Merkel könne es nicht mehr werden, sollte sich mal näher mit Berlin befassen, das inzwischen zur Failed City geworden ist. Was Rotrotgrün bedeutet, kann man in der Hauptstadt derzeit beobachten, wo die Drogendealer inzwischen mit mehr Verständnis rechnen können als Autofahrer und Immobilieneigentümer, die zu den Hauptfeinden erklärt wurden.

Die SPD geht nun den Weg, den Labour in Großbritannien unter den Marxisten Jeremy Corbyn und John McDonnell gegangen ist – den Weg nach Linksaußen. Es handelt sich hier um eine weltweite Bewegung: So wie in Deutschland Gerhard Schröder nicht einmal mehr als Kreisvorsitzender der SPD gewählt würde, so hätten auch Politiker wie Tony Blair in Großbritannien oder Bill Clinton in den USA keine Chance mehr. Die radikalen Antikapitalisten übernehmen die Kontrolle in den früher gemäßigt linken Parteien.

Ob die Große Koalition in Deutschland Fortbestand haben wird, ist nach diesem Ergebnis unsicher. Einerseits weiß die SPD, dass sie bei Neuwahlen massiv verlieren würde – das spricht gegen rasche Neuwahlen. Andererseits ist der Druck der Groko-Gegner unter Anführung von Kühnert nach diesem Ergebnis übergroß. Dies könnte zu vorzeitigen Neuwahlen führen. Falls die Groko aber fortgesetzt wird, bedeutet dies, dass sie eine noch linkere Politik betreiben wird als sie bislang schon betrieben hat, was wiederum den Niedergang der CDU beschleunigen würde.

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Kommentare ( 135 )

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135 Kommentare auf "Was bedeutet der Sieg von Esken und Walter-Borjans?"

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Wenn der halbtotalitäre Sozialismus sich in Deutschland so weiter entwickelt, die Energiewende spätestens in einem eisigen Winter zur echten Klimakatastrophe führt und im Verbund mit EU und Euro-Rettung Deutschland ruiniert kommt die bayerische Sezession immer näher.

und die Migration nicht aufhört!

Bin dabei, am besten wir nehmen Österreich, die Schweiz und Südtirol noch mit dazu …

Und Ostbelgien, Eupen, das ehemalige Butterländchen.

Auch bei der Linksradikalisierung der SPD ist der Ausgangspunkt bei Merkel zu verorten.. hätte die Union sich nicht von Merkel nach links treiben lassen und damit die SPD von ihrer Position vertrieben, wäre die SPD auch nicht zu den linksradikalen ins Lager gezogen. Die Merkel groko hat allen geschadet…der Union und SPD… Merkel hat die alten Strukturen zerschlagen und mit den Grünen und der AfD zwei neue politische/gesellschaftliche Pole hervorgebracht.

SPD und CDU werden marginalisiert. Übrig bleiben Die Linke und Die Grünen auf der sozialistisch/kommunistischen Seite und die AFD auf der Nationalistischen Seite. Die FDP Liberalen spielen mit 5-8% keinerlei Rolle in der Bundespolitik. Die Lindner Jünger warten nur darauf an der Macht beteiligt zu werden. Quasi der Koalitionäre Lückenfüller der sonst zu nichts gebraucht wird.

Wenn es denn dazu führen sollte, das Land endlich von dieser unseligen Koalition zu befreien, dann kann die SPD uns hier noch mal ein letztes Hurra erweisen und Merkel mit in den Schlund der Geschichte reißen. Wäre es nur diese eine große Tat, man würde sie in Ehren halten.

SIEG? Wo ist da ein Sieg? Ein Viertel (in Zahlen 25%) der Parteimitglieder hat für dieses Notstands-Pärchen gestimmt. Wahrlich kein Sieg.

Mann o Mann, immer dieser Nichtwähler-Käse.
53 % der abgegeben Stimmen sind die einfache Mehrheit, wer als Wahlberechtigter nicht mitwählt interessiert nicht, Ende der Durchsage!!!

Sozialismus ist nur so lange romantisch verklärt und hipp, solange man gut versorgt im Wohlstandsnestchen sitzt. Ein Wohlstand, den der Kapitalismus und vernunftbegabtes, diszipliniertes Handeln, geschaffen haben.

In anderen Worten: Der restliche Wohlstand und langfristig die entsprechenden Soft Skills wie Haushalten können und tragfähige Konzepte für die Zukunft, werden jetzt durch sich am Beutestaat vollgefressenen Ideologen für UNSINN verheizt.

Schon die Gesichter der beiden neuen Parteispitzen , bei deren mega sauertöpfischen Gesichtern augenblicklich jede Milch gerinnt, verheißt uns eine entsprechende Zukunft.

Immerhin, sie war schon Elternbeiratsvorsitzende!

Dass die EZB dieses Land in Extreme treibt kann man an den Aussichten für die Zukunft der Sozialversicherung ablesen. Der sich immer deutlich erkennbarer machende politische Spagat zwischen (1) globalem, radikalem Marktliberalismus und (2) utopischem Sozialismus wird immer unabweisbarer. Ohne eine Entscheidung für (1) oder (2) befinden sich die Gelder öffentlicher Kassen durch ständig ansteigende Negativzinsen bei Geschäftsbanken in einem Prozess zunehmender Verdunstung, in der diese an die Finanzwirtschaft umverteilt wird, die wiederum daran interessiert ist, internationale Staatsschuldtitel damit zu erwerben, solange diese Renditen abwerfen. Hart erarbeitete Beiträge der Versicherungsnehmer („Volksvermögen“) verdunsten oder versickern also einfach in einem schwer nachvollziehbaren… Mehr

Die EZB stürzt sich jetzt auf Investitionen in Klimaschutz. So kann man die Verbraucher auch abzocken, sogar für eine „gute“ Sache.

Da warten jetzt die Chinesen und Inder darauf, das wir ( DE,EU) uns zerlegen. Man betrachte die neue Seidenstraße und die Dynamik dieser Länder. Es geht nicht mehr um arm oder reich, sondern um teuer oder billig. Die afrikanischen Migranten wollen an die europ.Fleischtöpfe, solange es sie noch gibt. Sie glauben an das Märchen von dem Land wo Milch und Honig fließt und die gebratenen Tauben durch die Luft fliegen. Die Realität ist bitter. Nur mit Erfindergeist, Innovation und Leistung können wir unseren Wohlstand sichern. Mit Geschwätzwissenschaftlern wird das nicht zu erreichen sein.

Und? Die Union hat bisher jeder linken Forderung der SPD zugestimmt! Die CDU ist die neue SPD und die SPD ist die neue Linke.

Dank Merkel und ihrer Union, ist sozialistische Politik heute salonfähig geworden. Statt die Union klar gegen SPD und Grüne zu positionieren, hat Merkel die Union massiv nach links gedreht. Statt die Grünen zu bekämpfen, bekämpft man die AfD.

Nein. Nicht die SPD ist das Problem. Es ist Merkels Union!

Das Problem, die Ursache, für den ganzen Kladderadatsch in Deutschland und in der EU ist einzig und allein Merkel. Die muss schleunigst weg!

Und die CDU bittet inständig, fast mit Kniefall und Tränen in den Augen, die gute SPD möge doch bitte bitte weiter (mit)regieren.
Nun der allgemeine deutsche Michael wird natürlich keine Schlüsse aus solch einem gebaren ziehen.
Gut, vielleicht doch – und nun noch mehr nach Grün/Echtrot tendieren, der allgemeinen Medienlandschaft von DLF , TAZ bis ZDF, folgend.

Die schon im Vorfeld des erwarteten Exitus generös positiven Nachrufe auf die „altehrwürdige“ Partei vermag ich nicht nachzuvollziehen. Wenn man sich länger und intensiver mit der Geschichte dieser Partei beschäftigt, so blickt ist man am Ende ziemlich ernüchtert in eine Folge von Pleiten, Pech und Pannen und einer Mischung aus programmatischer Großmannssucht und peinlichem Kleinbürgermief. Insofern ist die derzeitige Endzeitbesetzung aus maskulinem Doppelnamenträger und Frau ohne Eigenschaften genau das Richtige für einen stilvollen Abgang. Dem neuen Traumpaar wird die Fraktion kaum folgen: wer will schon die Pensionsberechtigungen aufs Spiel setzen? Der Abgang der SPD dürfte sich also noch hinziehen. Ob… Mehr

Es gibt also noch gute Nachrichten in diesem Lande! Und einen einen eitlen, selbstgefälligen Mann aus Hamburg, der sich diese Niederlage ganz sicher überhaupt nicht vorstellen konnte und nun aus allen Wolken fallend sein gekränktes und zerbröseltes Ego wohl noch heute heulend in den Kissen irgendwie wieder zusammenbaut.