War Chemnitz und die Hetzjagd eine Notlüge?

Merkels Regierung muss eingestehen: hatte zu angeblichen Hetzjagden in Chemnitz keine eigenen Erkenntnisse. In anderen Ländern hätte das zum Rücktritt geführt - in Deutschland schweigen die Medien.

imago Images/photothek

In Harvard sprach Angela Merkel noch davon, dass man die Wahrheit nicht verdrehen dürfe. Jetzt wurde sie genau der vorsätzlichen Lüge überführt – unsere Überschrift ist ja eher eine Verharmlosung: Denn Vielen aufmerksamen Bürgern war es klar, TE brachte längst einen wesentlichen Baustein der Beweiskette: Die Bundesregierung hatte für vermeintliche Hetzjagden auf Migranten am 26. August in Chemnitz keine eigenen Beweise. Jetzt liefert die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür sogar selbst die Bestätigung. Sie muss in einer Antwort auf eine Regierungsanfrage der AfD-Bundestagsfraktion eingestehen: Die „Hetzjagden-Aussage“ zu Chemnitz und die „politischen Einordnungen der Bundesregierung“ beruhen lediglich auf Berichterstattungen von Medien. Aber das können nur Chemnitzferne Medien gewesen sein. Denn die Chemnitzer Polizei, die zuständigen Staatsanwaltschaften sowie Lokalmedien wie die „Freie Presse“, die an diesem Tag in Chemnitz die Geschehnisse beobachtet und darüber berichtet hatten, bestätigten entgegen der Kanzlerbehauptung von Merkel und ihres Sprechers, dass es keine Hetzjagden auf Migranten gab. Selbst der Chefredakteur der Freien Presse schrieb nach dem überregionalen »Menschenjagd«-Aufruhr: »Eine »Hetzjagd«, in dem Sinne, dass Menschen andere Menschen über längere Zeit und Distanz vor sich hertreiben, haben wir aber nicht beobachtet. Wir kennen auch kein Video, das solch eine Szene dokumentiert.« Ein Skandal. Aber die Medien in Deutschland reagieren darauf mit Schweigen.

Die Bundesregierung behauptet in ihrer Antwort hingegen: „Die regionale und überregionale Presse hat in der Folge berichtet, dass Menschen mit Migrationshintergrund durch Personen, die sich aus den Aufmärschen absetzten, gejagt worden seien. Gewalt sei gegen Menschen ausgeübt worden, bei denen aufgrund ihres Aussehens ein Migrationshintergrund vermutet werden kann.“ Weiter heißt es: Die Plattform „Antifa Zeckenbiss“ twitterte am 26. August 2018 um 20.56 Uhr eine 19-sekündige Videosequenz unter der Überschrift „Menschenjagd in Chemnitz- Nazi-Hools sind heute zu allem fähig“.

Merkels Zeugen sind linksradikale Portale wie Antifa Zeckenbiss

Merkels Administration stützt sich also weiter auf eine wohl gezielte Falschinformation und ein verfremdetes Video des linksradikalen Portals „Antifa Zeckenbiss“, auf dessen fragwürdige Herkunft schon der entlassene Präsident des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zu Recht hingewiesen hatte. Genau darauf beruft sich die Bundesregierung jetzt in ihrer Antwort erneut: „Dazu zählen Videoaufnahmen, die zeigen, wie Personen aus einer Gruppe heraus Menschen mit den Sätzen ‚Haut ab!‘, ‚Was wollt ihr, ihr Kanacken?“‘ und ‚Ihr seid nicht willkommen!‘ beschimpfen und in die Flucht jagen.“

Tichys Einblick enthüllte die wahre Herkunft des Videos

Die wahre Herkunft des verfremdeten Videos hatte bereits Tichys Einblick am 16. November 2018 aufgedeckt: Damals wurde erstmals klar – eine Hetzjagd in Chemnitz gab es nicht! Aufgenommen wurde die Video-Sequenz von einer Frau nach einem provozierenden Auftritt von zwei Männern mit Migrationshintergrund unweit des Tatorts, an dem Daniel Hillig durch Messerstiche zu Tode gekommen ist. Sie erschrak vor den Migranten und schaltete ihre Handy-Kamera an. Das 19-Sekunden-Video dokumentiert also keine Hetzjagd oder gar „Menschenjagd.“

Von WhatsApp in die Welt
Tichys Einblick fand die Herkunft des Chemnitz-Videos heraus
Diesen Freitag werden im Bundestag die vermeintlichen Chemnitzer „Hetzjagden“ vom 26. August 2018 in einer einstündigen Debatte thematisiert. Hintergrund ist die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der AfD. Deren Bundestagsfraktion wollte jetzt von Merkels Administration wissen, aufgrund welcher Informationsquellen und mit welchem Hintergrundwissen Regierungssprecher Steffen Seibert sowie die Bundeskanzlerin höchst selbst von „Hetzjagden und Zusammenrottungen“ am Nachmittag und Abend des 26. August 2018 in Chemnitz gesprochen hatten.

Wie würden politische Beobachter eine solche Reaktion auf den Mord eines Chemnitzers und Messerstiche, die zwei weitere Bürger verletzten, bezeichnen: Mit Sicherheit als politische Notlüge, um die eigene Asyleinwanderungspolitik mit ihren kriminellen Folgen für die Bevölkerung zu verteidigen.

Vielleicht schärft Merkels Bundesregierung ihren Blick einmal für wirkliche Menschenjagden: Hetzjagden gab es hingegen Anfang Februar 2017 in Dortmund. Bei einem Bundesligaspiel von RB Leipzig im Ruhrgebiet wurden hunderte Fans aus Leipzig und selbst deren Familien mit Kindern von BVB-Chaoten mit Steinen, Böllern und Getränkekästen beworfen und durch die Straßen rund ums Stadion gehetzt. Es gab viele Verletzte. Nicht einmal die Polizei konnte die Leipziger Familien vor dem blanken Hass der Dortmunder BVB-Angreifer schützen. Das war der Bundeskanzlerin und ihrem Regierungssprecher damals keine Mahnung und den öffentlich-rechtlichen Medien auch keinen Brennpunkt wert.

Warum schweigen die Medien? Wohl auch im ihre eigenes Versagen zu kaschieren. Denn regierungstreu hatten sie alle die Falschdarstellung der Regierungschefin nachgebetet. Kritik daran wäre das Eingeständnis von Fake-News. Und hier hört die Selbstkritik auf.

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Kommentare ( 251 )

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Interessant wäre auch eine Aufklärung in dem Fall in Freiburg, in dem ein junges Mädchen im Park am Dreisamstadion vergewaltigt und getötet wurde. Dieses Mädchen könnte noch leben, wenn die Regionalzeitung „Schwarzwälder Bote“ zuvor berichtet hätte…. Es war nicht der erste Vorfall damals, dass Flüchtlinge ein Mädchen angriffen, um es zu vergewaltigen! Ein Mädchen wurde wenige Tage zuvor von mehreren jungen Männern angegriffen. Aufgrund eines Fussballspiels (ich glaube Bundesliga) patroullierten auch außerhalb des Stadion Sicherheitskräfte, die im Park Hilfeschreie hörten. Die Sicherheitskräfte rannten um nachzuschauen und sahen, wie mehrere Männer die Flucht ergriffen und fanden das Mädchen. Das Mädchen erzählte… Mehr

Ja und dann? Glauben Sie wirklich, die flächendeckende und generalstabsmäßig aufgezogene Politik der Masseneinwanderung wird von der Kanzlerin der Konzerne bestimmt? Glauben Sie, ein Nachfolger wäre nicht in entsprechende Lobbyverbindungen verstrickt? Diese Entscheidungen werden doch auf ganz anderen Ebenen getroffen:

http://norberthaering.de/de/27-german/news/958-wef-migration

Sorry, aber das ist je genauso naiv, wie zu glauben, ohne Hitler hätte es diesen Krieg nicht gegeben.

Danke für den sehr interessanten Link.

Unfug, die Frau muss in jedem Falle dort weg, auch als Warnung an andere
Nachfolger! Wo kommen wir denn sonst hin, schlimm genug, mit diesen Murksern!

Wie niedlich! Als Warnung? Die Frau wird bei stattlichen Bezügen immer ein derart angenehmes Leben führen, wie Sie es sich nicht mal in Ihren kühnsten Träumen vorstellen können. Was soll denn daran Warnung sein? Wie lächerlich ist das denn? Merkel und Konsorten lachen sich über Ihresgleichen scheckig. Sie glauben offensichtlich wirklich, der Austausch von Marionetten würde Veränderungen bewirken. Heilige Einfalt!
„Warnung“ … danke für den Witz.

Hans-Georg Maaßen muß umgehend rehabilitiert werden! Die schändliche Rufschädigung und ehrlose Entlassung aus seinem Amt, das er jahrelang tatdellos und darüber hinaus geführt hat, ist kaum zu sühnen, aber wenigstens wie in einem noch existierenden demokratischen Staat durch Rücktritte der Verleumderinnen und Verleumder notdürftig zu heilen. Es ist wieder in sein Amt einzusetzen, falls er denn dazu bereit wäre unter so einem Regime überhaupt noch tätig werden zu wollen. Die Figur, die ihn „ersetzte“, wurde nach höchst ideologischen und selbstsüchtig, parteiischen und machterhaltungs Motiven ausgewählt. Was unterscheidet so ein Vorgehen das ganze System noch von einem Unrechtsstaat? Sind wir wieder… Mehr
Nach dem kürzlichem ÖRTV-Beitrag über die Werteunion ( u. A. Herr Maaßen) in der CDU ist klar, das deren Einfluss sehr begrenzt ist, das es starken und vielzähligen und massiven Widerstand innerhalb der CDU gegen ihre konservative Gruppe gibt. Möchte Herr Maaßen und Kollegen etwas erreichen, dann sehr schwer unter AKK. Sie sollten lieber über ein Parteienwechsel nachdenken. Das wäre wirksam – und die Opposition und die Stellung als Koalitionspartner der AfD stärken. So, ist es nur Getöse, so wie dem Seehofer sein weichgespültes“Rückführungsgesetz , das im waren Leben kaum echte Auswirkungen auf die Protagonisten haben wird. Vielleicht gehört aber… Mehr

Ihre Worte in Gottes Ohr, aber dazu benötigt es einen radikalenUmschwung in der Politiklandschaft. Dieser Karren ist nämlich verfahren!

Die Propagandalüge von der „Hetzjagd von Chemnitz“ ist bis heute fester Bestandteil in der medialen Darstellung und unverzichtbares Topos in sämtlichen Reden zum „Kampf gegen Rechts“. Besonders extreme Vertreter dieser Lügengeschichte sprechen sogar von einem „Porgrom“. Im Dienste der „guten Sache“ ist den Gutmenschen eben kein Trick zu dreckig. Und, so ganz nebenher ließen sich die aus professioneller Warte geäußerten Zweifel von Maaßen dazu nutzen, diesen endlich aus dem Amt zu kicken und durch einen Nachfolger zu ersetzen, der die Gefährder des deutschen Staates endlich auf der „richtigen Seite“ verortet. So meldete die ZEIT neulich, 90% aller antisemitschen Übergriffe (wobei… Mehr

Diese Regierung ist durchtrieben und gesinnungswütig. Es ist wahrlich was faul im Staate.

Und der Kampf gegen *Rechts kämpft ohne Unterlass. In Görlitz stehen nunmehr 2 Kandidaten zur Oberbütgermeisterwahl an. Von AfD (Polizrikommissar, bei 1. Wahlgang führend) und CDU (Theatersänger ,rumänisch stämmig )
Medial intensiv begleitet, wird der Rücktritt fast aller restlichen Kandidaten zu gunsten CDU gefeiert.
Liebe Görlitzer Sebastian Wippel-Wähler, lasst euch nicht unter kriegen, mobilisiert eure Umwelt. Zeigt, dass Alle gegen Einen, nicht aufgeht, sondern Menschenverstand und Fachkompetenz gewinnen.

Der mögliche OB, Herr Ursu, hat schon angekündigt, dass er nicht mit den 13 AFD -Abgeordneten zusammenarbeiten will.

Möchte mich für diverse Tippfehler entschuldigen. Die Handytasten sind für unsere Generation recht klein. Weil es aber eine politisch spannende und angespannte Zeit ist, nehm ich auch oft nicht richtig oder habe gerade nicht die Zeit zum Korrekturlesen.
Also auch vorbeugend, Entschuldigung.

Wir können uns hier noch lange – so wie Brüder und Schwestern in Kloster – über traurige Fakten und Sachverhalte lamentieren; was wir dringend brauchen sind (überregionale) alternative Medien! Angefangen bei Tageszeitung(en) über Wochenzeitung(en), Antipoden zu Stern, Spiegel und inzwischen auch Focus, bis hin zu wenigstens einem TV-Sender! Aber solange wir alle noch brav unsere Zwangsgebühren zahlen, scheinen wir – alternativlos – verloren! Was für einen konservativen Radiosender, was für überregionale Tages- oder Wochenzeitung(en) gibt es denn noch? Von einem TV-Sender ganz zu schweigen. Nicht dass wir uns falsch verstehen,;Kritik muss es auch an den alternativ-konservativen geben! Aber diese schon… Mehr

Sehr gute Idee. In Deutschland sollte es doch möglich sein über Bürgeraktien eine Art Foxnews und eine wirklich konservative Tageszeitung aufzuziehen. Die kritische Masse hierfür müsste doch längst gegeben sein. Tichy übernehmen Sie.

Ja – geb ich dir vollkommen recht… Das Schlimme daran ist, dass wir mit unseren Zwangsgebühren noch dafür bezahlen(müssen), dass wir belogen, betrogen und falsch, bzw. nicht klar und wahr informiert werden, wie es der Staatsvertrag für Rundfunk und Fernsehen vorschreibt…. Man nennt es inzwichen REGIERUNGSKONFORME Berichterstattung, was uns da an Fernseh-, Radio- und Zeitungsberichten vorgesetzt wird… Wenn eine Gesellschaft dafür bezahlen muss – und das weiß -, dass sie belogen wird, ist das System krank! wenn die Gesellschaft durch Wiederwahl solch eine Politik weiterhin gewähren lässt, ist das schon ein Alarmzeichen für unsere Gesellschaft! Wehret den Anfängen….. Vor ca.… Mehr

Hetzjagden und körperliche Angriffe von vermummten Linksterroristen gab es in Freiburg auf friedliche Demonstranten die an den kaltblütigen Mord an Maria L. erinnerten.

Warum nach Dortmund schauen? Eine Hetzjagd auf Menschen gab es in der gleichen Woche in Frankfurt/Oder. Dort wurde der Club „le Frosch“ von ca. 20 „Allahu Akbar“-schreienden Moslems mit Stich- und Hiebwaffen attackiert, so dass sich die Gäste in Todesangst im Gebäude verbarrikadieren und unter Autos verstecken mussten.

https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/panorama/2018/09/uebergriff-frosch-club-vierter-verdaechtiger-festgenommen.html

Dazu gab es nur in den regionalen Medien Meldungen, sowie natürlich bei TE, Achgut und anderen Wahrheitsmedien.

Die Systempresse schwieg.