Unternehmerverband fordert Steuerentlastungen gegen die Krise

Reinhold von Eben-Worlée führt die Firma Worlée, die auf natürliche, chemische und kosmetische Rohstoffe spezialisiert ist, in fünfter Generation. Als Präsident des Verbands der Familienunternehmer liegt er über Kreuz mit der „Nationalen Industriestrategie 2030“ von Peter Altmaier. Eben-Worlée: Unternehmer werden pauschal kriminalisiert

imago images / Jürgen Heinrich

Mit Blick auf die nachlassende Konjunktur in Deutschland hat der Verband der Familienunternehmer von der Bundesregierung Steuerentlastungen für Unternehmen gefordert, um die Investitionen anzukurbeln. Verbandschef Reinhold von Eben-Worlée sagte dem Monatsmagazin Tichys Einblick: „Wir erleben jetzt einen «heißen» Konjunktureinbruch, der zu geringerem Steueraufwuchs führt. Doch statt in dieser Situation die Wirtschaft mit Steuererleichterungen zu entlasten, damit das Eigenkapital nicht schmilzt und die Investitionen nicht zurückgefahren werden, verweigert die Politik diese Therapie. Das gefährdet Arbeitsplätze und verhindert erst recht neue Beschäftigung.“

Jetzt wäre laut Eben-Worlée auch der richtige Zeitpunkt, um „den Solidaritätszuschlag nach einem Vierteljahrhundert endgültig abzuschaffen. Davon würden Unternehmer wie Arbeitnehmer profitieren.“ Der Unternehmerverband sieht Deutschland mit Blick auf die Steuersätze in anderen Industrienationen stark unter Druck. So würden in den Niederlanden die Steuersätze zum Jahreswechsel auf rund 22 Prozent gesenkt. „Die USA haben schon eine um­ fangreiche Unternehmensteuerentlastung umgesetzt. Selbst Frankreich will runter auf 25 Prozent. Ich zahle in Deutschland am Standort Hamburg, der einen hohen Gewerbesteuerhebe­satz ausweist, fast 32 Prozent Steuern. Das ist erheblich mehr als dann in den Niederlanden. Diese Differenz fehlt mir für Investitionen. In Holland kann ich investieren, in Deutschland nicht.“

Statt den Unternehmen in der Krise zu helfen und Investitionen zu erleichtern, bereite die Bundesregierung ein spezielles Strafrecht für Unternehmer vor. „Sie möchte ein separates Strafrecht für am Wirtschaftsverkehr beteiligte Personen einführen. Das wäre so, als wenn man ein Sonderstrafrecht für Politiker schaffen wollte oder für Fußballer oder andere Berufsgruppen. Das ist überhaupt nicht zu verstehen und nicht angemessen“, so Eben-Worlée. „Das regt uns als Unternehmer natürlich sehr stark auf, weil wir hier pauschal in eine kriminalisierte Ecke gestellt werden, obwohl wir diejenigen sind, die diesen Staat am Laufen halten.“


Das ganze Interview in TE Ausgabe 07-2019 >>>

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Kommentare ( 30 )

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Das ist der einzige Weg, sehr richtig. Steuern runter, Umsatzsteuer W E G !!! Die bestraft Leistung, ein Irrsinn. Und vor allem: Weg mit der Merkel und ihren Genossen.

Ein Sonderstrafrecht für Politiker wäre vielleicht gar keine schlechte Idee!
Zum Beispiel für horrende Verschwendung von Steuermitteln, sträfliche Vernachlässigung der Grenzkontrollen, Arbeitsverweigerung, Wählerbetrug oder fortlaufende Beratungsresistenz …

Wieviele Mitgliedet Ihrer Familie sind aktiv in der Bundespolitik tätig? Die Antwort geht mich natürlich nichts an. Es sind aber die gesellschaftlichen Eliten, zu denen Ihre Familie gehört, die sich insgesamt viel zu wenig politisch einbringen. Die wohlhabenden Schichten betrachten sich als privat und versuchen mittels geschicktet Lobbyarbeit mehr für sich vom Kuchen zu erbetteln, als für den Rest abfällt. Wer dem Staataber als Privatmann (altgr. idiotaes) und Bittsteller gegenübertritt, der darf sich nicht wundern, wenn er als solcher dann auch behandelt wird. Ein gut situierter Familienunternehmer muß im Schnitt 4-5 Kinder haben, damit a) das Unternehmen fortgeführt und b)… Mehr

Sie befürworten also das englische Tory System.

Würde ich nicht sagen. Denn die abhängig Beschäftigten müssen sich ebenso einbringen. Da sie als einzelne wenig Gewicht haben, wurden einmal Gewerkschaften erfunden. Natürlich weiß ich auch, daß die deutsche Gewerkschaftslandschaft völlig verkrustet und vermodert ist. Aber es spricht ja nichts dagegen, etwas neues zu entwickeln. Ich bin genauso träge wie diese gesamte Gesellschaft, daran besteht kein Zweifel. Aber wer etwas will, muß es sich a) erkämpfen oder b) erarbeiten. Sonst wird es ihm genommen.

Die Deutschen zu entlasten hielte ich für puren Rassismus. Das Geld muss natürlich in Rückstellungen für die nächste Willkommenswelle fließen, die unsere Grünen in der nächsten Bundesregierung (wie auch immer die aussieht) mit Sicherheit anleiern werden.

„Unternehmer werden pauschal kriminalisiert .“ Da ist Herr Eben-Worlée in guter Gesellschaft: Die Hälfte der Bevölkerung wird kriminalisiert – als Nazis, Rassisten, Umweltschädlinge usw.

Jaja. Die herzensguten und sorgenden Unternehmer. Gestern noch fanatisch geklatscht und heute die Felle davonschwimmen sehend. Schei*** was auf diese Leute. Sollen sie wenigstens finanziell löhnen für die dringendst benötigten Fachkräfte, auf die gestern noch Füsse scharrend und Hände ringend gewartet wurde.

Sie haben diejenigen wie mich vergessen, die sich mangels Motivation zum weiteren Durchfüttern von Minderleistern jeglicher Couleur vom Acker gemacht haben.
Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.
Gesch*** auf mich und Ihnen noch viel Spaß!

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