Umfrage zum Kohleausstieg: Bundesbürger sind skeptisch

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke: Die Meinungen der Verbraucher sind gespalten.

Odd Andersen/AFP/Getty Images

Die Bundesbürger sind von einem kurzfristigen Ausstieg aus der Kohleverstromung keineswegs begeistert. 44,3 % fürchten, dass weder Industrie noch Verbraucher vor den Folgen wie steigenden Energiepreisen geschützt werden können. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes INSA im Auftrag des Monatsmagazins Tichys Einblick.

Nur 34 % der 1.009 Befragten glauben, dass die Folgen in den Griff zu bekommen sind, 21,6 % trauen sich kein Urteil zu.

Gespalten sind die Bundesbürger, ob als Ersatz für die Kohle und zur Stabilisierung der Strompreise die Atomkraftwerke länger am Netz bleiben sollen. 39,5 % der Bundesbürger sind gegen längere Laufzeiten, 36,2 % dafür. 10,6 % sind die Laufzeiten egal. Die Ablehnung der Kernenergie ist allerdings weiterhin hoch: 60 % unterstützen den Ausstieg aus der Kernenergie, nur 19,7 % sind dagegen.


Den gesamten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 03-2019 von Tichys Einblick >>>

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Kommentare ( 49 )

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49 Kommentare auf "Umfrage zum Kohleausstieg: Bundesbürger sind skeptisch"

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44,3 + 21,6 = 65,9 % . Also die Mehrheit meiner Landsleute ist sich der Tragweite nicht bewußt was den Ausstieg aus Kern.-und Kohleenergie bedeutet. Sie glauben das die Energiepreise (!) steigen werden. Na gut die 21,6 % haben noch nicht einmal eine Meinung. Die Frage, ob überhaupt noch Energie zur Verfügung stehen werde, wurde natürlich wohlweislich nicht gestellt.
Die Antworten darauf hätten mich interessiert.

44,3% ist es bewußt, dagegen 34% + 21,6% =55,6% können Sie zu den Ahnungslosen rechnen.

Dieses Land wird systematisch heruntergewirtschaftet.

Wen sehe ich denn da.
Herr Profalla von der Kanzlerin zur Bahn entsorgt. Bekommt dort ein Spitzengehalt. Herr Scholz der ehemalige Bürgermeister von Hamburg sitzt im Konzert während seine Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde „Es war ja nur ein Hafengeburtstag“.Frau Merkel deren Fehler jetzt in einem Werkstattgespräch aufgearbeitet werden. Wobei keiner der Teilnehmer je eine Werkstatt beruflich von innen gesehen hat. Da kommen gigantische Fehlleistungen zu Tage. Diese Personen haben den Kohleausstieg beschlossen. das kann nur im Chaos enden.

Das so viele Menschen gegen Kernenergie sind, verwundert wenig.
Sie wurden ja nun auch lange genug bearbeitet, genudgt und mit hysterischen Apokalypse Szenarien konfrontiert.
Ich bemerke das in meinem Umfeld immer wieder. Eine vernünftige Diskussion ist nicht mehr möglich. Hier haben vor allem die Grünen ganze Arbeit geleistet.

Ich stimme ihnen zu. Eine sachliche Betrachtung ist schon lange nicht mehr möglich.

Die Spaltung von 1 kg Uran 235 setzt ca. 24000 Megawattstunden = 24 Millionen Kilowattstunden Wärme frei – gleich viel wie die Verbrennung von ca. 3000 Tonnen Steinkohle.
Dies nur einmal zur Verdeutlichung, und nebenbei CO2 frei.

Co2 frei stimmt nicht so ganz, irgendwie muss das Uran ja ins AKW kommen. In Summe erzeugt ein AKW etwa 50% weniger CO2 als ein Kohlekraftwerk..

„Nur 34 % der 1.009 Befragten glauben, dass die Folgen in den Griff zu bekommen sind,…“ –> Trotzdem wählen nicht nur diese 34 Prozent, sondern weitere ca. 50 Prozent genau die (Energie-) Politik, von der sie nicht überzeugt sind, dass die Folgen in den Griff zu bekommen sind. Sind die einfach nur dumm, oder herrscht bei denen im Kopf schon der totale Blackout?

An dieser Umfrage sieht man sehr schön das ganze Problem in diesem Land. Bei allen wesentliche Fragen teilt sich die Bevölkerung mehr oder weniger in zwei Hälften. Es gibt nie glasklare Mehrheiten. Das führt dann bei der Hälfte, die gerade keine Berücksichtigung in der aktuellen Politik findet, natürlich zu wachsendem Unmut und auf lange Sicht wohl zu Demokratieverdrossenheit. Das ist gesellschaftlicher Sprengstoff. Offen bleiben die Fragen, wie konnte es zu dieser Zweiteilung kommen, und was kann man dagegen machen? Da bin ich ziemlich ratlos. Es bringt dann auch nichts, wenn man der „falschen“ Hälfte bei ihren Entscheidungen den Verstand abspricht,… Mehr

Die berühmte Spaltung der Gesellschaft ist eine Folge einer zunehmenden Entfremdung zwischen polit-medialer Elite und einfacher Bevölkerung, die wiederum Folge einer Milieu-Bildung ist, wo politische Entscheidungsträger praktisch nur noch unter ihresgleichen und Vertretern der klasischen Kommunikationsmedien verkehren. Das Ergebnis sind politische Entscheidungen aus einer Parallelwelt, die mit der Lebenswirklichkeit der normalen, arbeitenden Bevölkerung immer weniger zu tun haben. Einige begreifen das und opponieren dagegen, andere passen sich an und vertrauen nach wie vor auf die alten Eliten. Das ist der Riss, die Konfliktlinie, an der wir uns alle abarbeiten.

Die Zerrissenheit entsteht auch dadurch, dass die Kompromißfähigkeit sehr gering geworden ist. Wenn es immer um alles geht, dann ist natürlich kein Kompromiß drin. Da man für sein Anliegen Aufmerksamkeit braucht werden viele Fragen werden zu existenziellen Fragen hochgepuscht und dann gibt es einfach keine Alternative. Außerdem werden Fragen kaum rational angegangen sondern emotional überhöht. Es wird nicht mehr darüber nachgedacht, wie man den anderen mit einbindet sondern der andere ist „böse“. Mit dem Bösen kann man dann natürlich auch keinen Kompromiß schliessen. Überbürokratisierung aus Ausdruck der Mißtrauensgesellschaft. Wer jedem mit Mißtrauen begegnet wird in jeder Abweichung von seiner Meinung… Mehr

Es geht doch schon lange nicht mehr um „Stabile Strompreise“….wir haben mit dem Ausstieg aus der Kohle durch die Grün-Sozialistische Merkel Regierung ein noch viel größeres Problem….ein Problem der „Versorgungssicherheit“. Das Ausland (Österreich und Co.) werden uns nicht auf Dauer vom Stromausfall bewahren können…auch vor dem Hintergrund, dass die Macron seinen Franzosen die Kernkraftwerke um 25% kürzen …von 75% auf 50% und die Lücke mit Windmühlen auffülen will. Frankreich und Deutschland gehen also zusammen in die Zukunft des Strom-Energiemangel…der Stromausfälle und damit ist das Leid, die Armut schon vorprogrammiert.
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Dilletantisch läuft die ganze Energiepolitik. Nach dem aus für Atom und Kohle muss alles auf Gas umgestellt werden. Mit den Erneuerbaren kann man nicht heizen und zudem sind die nicht grundlastfähig beim Strom. Alleine in Leipzig kostet dieser Budenzauber über 300 Mio. Euro und das Braunkohle-Kraftwerk vor den Toren der Stadt läuft weiter. Allerdings gibt es keinen Abnehmer für die Abwärme. Die geht, wenn auch reduziert gegenüber dem Kombibetrie mit KWK, ab in den Himmel. Toll!!! Reale Politik.

Fazit: Der Mehrheit hat einen Zukunftshorizont von wenigen Monaten/Jahren.
Vorhersage: Wenn des hohe Wohlstandsniveau abgestürzt ist, werden die Umfrageergebnisse andersherum lauten.
Frage: Hilft uns diese Erkenntnis?

Erstmal werden sie alle jammern, von wegen „Habe ich nicht gewollt/gewusst“. Das hat doch Tradition in Deutschland. Ich sehe das absolut wie Sie. Wenn man in Diskussionen auf verschiedene Dinge hinweist, bekommt man nicht selten zu hören: „Lass mich in Ruhe, ich will das nicht hören. Uns geht es doch noch ganz gut, man kann sowieso nichts ändern.“ Jeder versucht sein kleines bisschen halbgaren Wohlstand zu sichern und hofft, irgendwie damit durchzukommen. Viele können sich auch einfach nicht vorstellen, dass nichts im Kühlschrank ist, die Heizung nicht funktioniert, oder der Strom weg ist. Erst wenn das passiert, wachen sie auf.… Mehr

Eingedenk dieser Umfrageergebnisse und dem Missmut über die Migrationspolitik in der „Bevölkerung“ blicken wir doch mal ganz interessiert von unserer 87:13-Warte aus der Bundestagswahl ’18 auf die Wahlergebnisse im Laufe des Jahres 2019. Da muss ja richtig Feuer auf dem Dach sein, oder?

Kleine Korrektur:
Die BTW war 2017.
Das Erstarken der Grünen bei den LTWen des letzten Jahres (HE und BY) lässt sich für mich nur dadurch erklären, dass die 24/7-Propaganda gewirkt hat.