Schwarzgrün zum Wähler-TÜV

Da die Mehrheit der Medien für die politischen Vorhaben von Schwarzgrün sind, können sie jetzt ja ihren öffentlichen Druck auf das Zustandekommen dieser Minderheitsregierung konzentrieren. Auf geht's.

© Thomas Niedermueller/Getty Images

Die SPD-Führung hat recht. Schwarz-Rot wurde abgewählt. Nun verdient der Souverän die Möglichkeit, Schwarzgrün abzuwählen.

Die Berichte sind voll von Bekundungen der großen Übereinstimmung von CDU, Grünen und CSU (durch Vertreter dieser drei Parteien) in den zentralen Fragen von Industrie-, Verkehrs- und Energiepolitik sowie der irreführend Flüchtlingspolitik genannten Einwanderungspraxis. Dazu kommt: Andere als die Grünen wollen mit der Union nicht koalieren.

Schwarzgrün allein
Eine neue politische "Mitte" soll es machen als Minderheitsregierung
Also ist es geradezu die Pflicht von Merkel und Kretschmann, den Architekten von Schwarzgrün, die Kanzlermehrheit von Stimmen unter den Bundestagsabgeordneten zu organisieren. Angesichts der – menschlich verständlichen – Angst, bei Neuwahlen das gerade erworbene Mandat wieder zu verlieren, wird das keine schwere Aufgabe sein. Den Führungen der Fraktionen (die wichtiger sind als die der Parteien) wird das nur recht sein, auch wenn sie das öffentlich selbstverständlich ebenso wenig sagen werden wie intern.

Romy-Josefine Mann hat Schwarzgelb als andere Minderheitsregierung aktuell ins Gespräch gebracht. Abgesehen davon, dass sie vielleicht der CSU Schwarzgrün ersparen möchte, wäre Lindner schlecht beraten, Merkel als Kanzlerin zu halten. Schwarzgün muss die nächste Regierung sein, damit die Wahlberechtigten diese Konstellation mit ihren Stimmen beurteilen können bei den nächsten Wahlen. Schwarzgrün darf sich weder hinter SPD noch FDP verstecken können. Schwarzgrün muss die volle Verantwortung für das Tun und Lassen ihrer Regierung tragen, weil der schwarzgrüne Geist schon die letzten Kabinette Merkel prägte, nicht jener der SPD.

Da die Mehrheit der Medien für die politischen Vorhaben von Schwarzgrün sind, können sie jetzt ja ihren öffentlichen Druck auf das Zustandekommen dieser Minderheitsregierung konzentrieren. Auf geht’s.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 31 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Leichtfertiger Vorschlag! Die Grünen – das Klima muß um jeden Preis gerettet werden – planen nicht nur die Deindustrialisierung Deutschlands, sondern sind mit ihrer völlig durchgeknallten Hatz auf VW, den Diesel, Benziner, Kohlekraftwerke etc. schon mitten drin im industriellen Abriß Deutschlands. ‚Ökofaschisten‘ werden sie mit Recht genannt. Denen weitere Regierungsgelegenheiten einzuräumen, halte ich für ziemlich dumm, wenn man doch weiß, wes verheerenden Geistes Kind diese Überzeugungsschurigler sind – die kulturellen Schandtaten und Pseudowissenschaft dieser linken Politbande noch gar nicht mitgewogen.

Richtig Herr Goergen. Schwarz-Gelb wäre unklug. Warum sollte sich Lindner mit der waidwunden Kanzlerin zusammen in den Deckstuhl auf der Titanic legen?
Schwarz -Grün wäre logisch aber, auch die Grünen werden sich nicht an die untergehende Merkel binden. Das wird Trittin („das Schlossgespenst von Jamaika“) ihnen schon klar machen.
Die Hamburger SPD fantasiert von einem Sturz von Schulz durch Scholz. Natürlich mit Hilfe des völlig Prinzipienlosen Taktikers Gabriel. Und einer neuen Groko.
Nein, da kann die Union noch so barmen, und die MSM heulen: Mutti ist allein zu Haus.
Ansonsten gilt: Das Kanzler-Ratespiel ist eröffnet! Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Im Ausland sieht man manches klarer, deshalb hier ein Kommentar der NZZ von gestern: „Es geht nicht um das Land, es geht um die CDU. – Vor allem bei der CDU steckt hinter den staatspolitischen Appellen ein so banales wie nachvollziehbares Interesse. Es geht um den Machterhalt. Das jüngste Wahlergebnis war für die Partei das schlechteste seit 1949. Mit ihrem ordnungspolitischen Schlingerkurs und ihrem verheerenden, die innere Sicherheit des Landes gefährdenden Missmanagement der Flüchtlingskrise hat die Kanzlerin bürgerliche Wähler in Scharen vergrault. Wenn die CDU und die in Mithaftung genommene CSU in ein paar Monaten erneut mit der Kanzlerkandidatin Merkel… Mehr

Also an der „Die Zeit (Online)“ liegt es schonmal nicht, eine Person aus dem Tichy-Team sollte mal die dort gebrachten FDP Bashing Artikel auflisten, gefühlt 50 Stück!

Gegenseitige Selbstversicherung der Zeit Autoren oder Grundlage fürs hochschreiben einer CDU/CSU Grüne Minderheitsregierung wir werden sehen.

Lustigerweise wurden bis zur Auflösung des Jamaika-Projekts etliche FDP-Bashing-Artikel hier veröffentlicht. Es ist doch überall gleich, wenn eine Partei nicht das macht, was man persönlich für richtig hält, wird gebasht.

Das Problem, sehr verehrter Herr Goergen, ist bei dieser Variante nur, dass Deutschland dann nachhaltig und unumkehrbar kaputt gemacht worden ist. Nocheinmal das Regiment Merkel, die ohne Punkt und Komma die irren Ideen der Grünen umsetzen wird, wird Deutschland zerstören!

Hr. Angermann, Sie haben Recht mit Ihrer Richtung, wobei ich eher zu Extremschäden tendiere als zur Zerstörung. Selbst Staaten wie Venezuela sind noch nicht zerstört. Nur – ich muss Hr. Goergen zustimmen. Die CDU will GRÜN, die Medien wollen Schwarz / GRÜN. Nun denn, dann sollen die es machen und – wie Hr. Goergen schreibt – nach 4 Jahren wird Bilanz gezogen und abgestimmt. Und besser jetzt (bei guter Wirtschaft), als bei schlechter Wirtschaft – um die Selbsterfahrung zu sammeln. Ist wie bei Kindern. Man weiß vorher die Herdplatte ist heiß. Nein, man muss trotzdem die Patschehände drauf halten. Meinen… Mehr
Um die irren Ideen der Grünen umzusetzen, braucht Merkel aber noch weitere Verbündete. Hinsichtlich der weiteren Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit (z.B. durch Internetzensur, Staatsfernsehen), der Fortführung der Migrantisierung und Islamisierung Deutschlands durch Masseneinwanderung aus den afrikanisch-arabischen Ländern (plus Familienclannachzug!), hinsichtlich des Aus- und Umbaus der EU zu einer europäischen Transferunion etc.pp. dürfte sich eine Partei besonders empfehlen, die diesbezüglich bekanntlich schon eine Menge Knowhow aus der GroKo mitbringt und der Merkel-CDU mindestens genauso nahe steht wie die Grünen: die alte Tante SPD. Und dann hätten wir den absoluten Supergau, das Horrorszenario einer schwarzgrünroten Politik unter Merkel. Schlimmer geht’s nimmer.… Mehr
„Nun verdient der Souverän die Möglichkeit, Schwarzgrün abzuwählen“ Das hat zwar ziemlich viel vom Strauss’schen „Es muss erst noch alles viel schlimmer kommen, damit auch der Letzte …“ von 1974, aber vielleicht geht’s ja tatsächlich nicht anders… Obwohl: das könnte auch backfire’rn, denn die linksgrüne Merkel-Bagage würde dadurch auch die Ausrede kriegen, in der Minderheitsregierung sei sie mit ihren hehren Plänen halt leider immer blockiert worden. Und die de facto noch viel schwerer abwählbaren Medien (die, wie Sie an anderer Stelle richtig gesagt haben, mit der Politik die Plätze getauscht haben) würden dieses Narrativ permanent unterstützen. Aus ähnlichen Gründen wie… Mehr
Eine schwarz-grüne Minderheitsregierung? Klingt super, nur her damit! Angela Merkel wird dann nämlich stets zeigen müssen, ob sie wirklich die Kanzlerin ist, als die sie in den (internationalen) Medien dargestellt wird: eine Kanzlerin, die stets die Dinge zu Ende denkt, strategisch, verantwortungsbewußt etc. CDU, als auch die Grünen, werden dann offen die Kommunikation suchen müssen im Parlament und mehr präsentieren müssen als irgendwelche Visionen und ‚Ich habe einen Plan. Welchen, das verrate ich aber nicht.‘ Als erstes wird es dann im nächsten Jahr vermutlich die CSU in Bayern zerbröseln und die Grünen werden sich dann hoffentlich auch in Staub auflösen.… Mehr
Sehr geehrter Herr Goergen, ich habe ein wenig den Eindruck. als möchten Sie uns mit dem gebotenen Sarkasmus ein wenig Lust auf Desaster machen. Schwarz-grün, leise weinend von einer geschüttelten SPD toleriert, wäre für unser Land wirklich desaströs, weil der vermeintlich Stärkere der beiden Koalitionäre sich einen grünen Deckanstrich verpassen lässt und den letzten Rest von christlich-konservativer Parteilinie rücksichtslos nach links verbiegen wird. Unsere Qualitätsmedien kämen aus dem Dauerjubel gar nicht mehr raus. Und an die Politik, die eine solche „Regierung“ verbrechen würde, mag ich gar nicht zu denken. Und schon melden sich erste Gedanken an, ob es nicht besser… Mehr
Ich gebe Ihnen Recht, Herr Goergen, getreu einem (abgewandelten) Zitat von Georg Christoph Lichtenberg: „Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es schlechter wird. Aber es muss (noch) schlechter werden, wenn es besser werden soll.“ Oder nach einer Aussage von Henryk M. Broder: „ln Amerika tragen die Regale im Supermarkt oft die Aufschrift ‚You break it, you buy it‘. Wenn du etwas kaputtmachst, musst du es kaufen. Und das gilt selbstverständlich auch für die Kanzlerin. Sie soll die Scherben aufkehren, die sie in 12 Jahren Regentschaft hinterlassen hat. […] Mutti muss sich jetzt um den Scherbenhaufen kümmern. Vielleicht muss… Mehr

Haben Sie den Eindruck, das Rautenmensch (genderkorrekt?) kümmert sich um Scherben?
Vielleicht im Sinne von Abhaken oder Kerbe in den Revolvergriff schnitzen.
Solange sie an der Macht bleibt hat sie alles richtig gemacht. Warum sollte sie damit aufhören und sich um irgendwas neben ihrer Agenda kümmern? Verschwendete Herrschaftszeit.

Nach meiner Erinnerung lautet das Lichtenberg-Zitat anders:
Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber ich weiß, dass es anders werden muss, wenn es gut werden soll.

Schwarz-Rot wurde abgewählt , soweit richtig, aber eine Minderheitenregierung egal mit wem, will Merkel nicht und wird m.M.n. auch nicht kommen. Focus schreibt : „Umfallen für Deutschland, warum die SPD ihre Merkel-Allergie bald überwinden wird.“ Das halte ich auch für wahrscheinlicher, Schulz sieht sich schon als Vizekanzler,seine Eitelkeit kann man schon an seinem Gesicht ablesen, auch wenn man sich erst noch ein bisschen ziert. Die Begründung, man tue es nur für Deutschland, wird ihnen doch schon auf dem silbernen Tablett serviert. Merkel wird es gefallen, weiter mit der SPD wie vor der Wahl, mehr Europa, mehr Flüchtlinge, mehr grün/linke Politik.… Mehr

Das einzige, was bei diesen politisch korrekten Regierungsalternativen, egal ob in der Mehr- oder Minderheit, noch alternativloser als die alternativlose Merkel ist, ist der alternativlose Untergang Deutschlands.
Und warum spricht der Herr Bundespräsident, gemäss NZZ der erste Langweiler im Staate, eigentlich nicht mit der AfD? Unser Frank-Walter weiss eben, wie Demokratie in der Praxis in Deutschland „geht“ und dass es da halt wie überall Unterschiede zur Theorie gibt.
Zitat Steinmeier: „Demokratie heißt immer: die Bereitschaft, nicht nur eigene Interessen zu sehen, und die Fähigkeit zum Ausgleich und Kompromiss“. Er kann halt einfach sooo schön reden ….

Sie haben völlig Recht, nur eine kleine Korrektur: Steinmeier, ein wahrer Held der Demokratie – wer das für ironisch hält, könnte nicht ganz falsch liegen -, will jetzt unter dem öffentlichen Druck die AfD nicht mehr ganz ausschließen und hat gestern angekündigt, tatsächlich mit den Fraktionschefs ALLER Parteien sprechen zu wollen.