INSA – Potentiale der Parteien

Was sich abzeichnet, sind zwei Parteien-Ligen: Eine eine um 20 Prozent und eine um 10 Prozent. Erste Liga: Union und Grüne, zweite Liga: AfD, SPD, FDP und Linke.

Nicht die Vorhersage von Wahlergebnissen interessiert hier, sondern das Bild von den Potentialen der Parteien. Momentaufnahmen werden von den Medien gern als Prognosen ausgegeben und damit falsch dargestellt. Noch unseriöser ist es, wenn sie Veränderungen um ein bis drei Prozentpunkten nach unten und oben als Gewinne und Verluste interpretieren: Weil ein bis drei Prozentpunkte der statistische Fehlerbereich sind.

Die Analyse der Potentiale der Parteien von INSA hebt sich da wohltuend ab. Weil sie aufhellt, wie die befragten Wahlberechtigten über den momentanen Zeitpunkt hinaus über die Parteien denken. Was mittelfristig die wahrscheinlichen Möglichkeiten der Parteien sind – oder eben nicht.

Ins Auge fällt, wie groß der Anteil der Befragten ist, die sich die Wahl der AfD „gar nicht vorstellen” können: 68 Prozent. Was umgekehrt natürlich heißt: Das Potential dieser Partei beläuft sich auf 32 Prozent.

Aufmerksamkeit verdienen die Mengenangaben der „sicheren” Wahlabsicht: Union 21, Grüne 16, AfD 11, SPD 10, FDP und Linke je 5.

Was sich abzeichnet, sind zwei Parteien-Ligen: Eine um 20 Prozent und eine um 10. Erste Liga: Union und Grüne, zweite Liga: AfD, SPD, FDP und Linke. Ob sie sich auch vorstellen können, eine andere Partei zu wählen, gibt die Reihung: FDP 19, Grüne 18, SPD 17, Union 15, Linke 14 und AfD 6. Umgekehrt gelesen ist das der derzeitige Grad der Potential-Ausschöpfung (Anmerkung: Das Potential der FDP war über sechs Jahrzehnte 30 Prozent, die Ausschöpfung gelang ihr nur zwei mal nicht einmal ganz zur Hälfte).

Es gibt schwergewichtige strukturelle Gründe, warum von der deutschen Art von Parteien eine erst zu nehmende Politikreform nicht ausgehen kann (eine kleine Auswahl von TE-Beiträgen dazu fügen wir an.) Eine wirkliche Konkurrenz unter ihnen ist innerhalb des deutschen politik-medialen Komplexes nicht möglich, das zeigt auch die Potential-Analyse von INSA erneut überdeutlich.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 32 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

32 Kommentare auf "INSA – Potentiale der Parteien"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Ich sage immer, abgerechnet wird ab 18:00 am Wahltag.

Naiv, wenn Sie ernsthaft glauben hier wird noch „abgerechnet“.

Nun, dann lassen Sie mich mal naiv sein. Danach können Einsprüche erhoben werden. Auch wenn es nichts bringt, so ärgern sich die Machthaber ungeheuerlich. Ich höre schon die Grünen und Linken wüten.

Ich finde, jeder sollte sich seine Medizin selbst aussuchen dürfen. Wenn die Mehrheit meint, in Zukunft besser atmen zu können mit Schwarz-Grün, ein besseres Einkommen mit ihnen zu erzielen, kulturell besser aufgestellt und energetisch wie finanziell herausragend mit ihnen abgesichert zu sein, dann muss sie entsprechend wählen. Demokratie und gut sein hat noch niemandem geschadet. Zumindest niemandem, der damit umzugehen weiß.

Zumindest niemandem, dem damit nicht seine Lebensgrundlagen entzogen werden . Ich sage nur: Wohnungsenteignungen, 340.000 Haushalten der Strom gesperrt, weil die Rechnung wegen der hohen Strompreise nicht mehr bezahlt werden können, 600.000 Obdachlose, auch weil sie ihre Mieten nicht mehr zahlen oder ihr Haus nicht mehr halten konnten etc. Belastung durch Umsetzen „grüner“ (weil unreifer!) Politik: ca. 1000 Euro MONATLICH für jeden Haushalt (Institut der Deutschen Wirtschaft 2019). Ich habe kein Problem mit der heutigen Luftqualität in den Städten, ich habe auch kein Problem mit der Stromerzeugung durch die neueste Kernreaktorgeneration. Ich habe auch ohne Grüne oder gerade wegen des… Mehr
Die nächste Bundesregierung wird Schwarz-grün oder grün-schwarz werden. Ob noch zusätzlich mit der FDP, der SPD oder der Linken spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Unter Merkel ist die Union selbst ergrünt, ob sie unter AKK so grün bleiben würde, ist bei den Konstellationen keine Frage wert, da es nur grün funktionieren wird. Interessant wird sein, wie sich die Grünen anstellen. Da sie über den größeren Rückhalt in den Medien verfügen könnten sie es schaffen jede soziale Ungerechtigkeit und jedes Bremsen im Umweltbereich den Schwarzen in die Schuhe zu schieben. Damit wäre die Union in exakt der Situation, in der… Mehr

Mal sehen was vom Hype um die Grünen übrig bleibt. Bei der letzten Bundestagswahl gab es unter 9% und Platz Nummer 6.

Dieser Virus hat sich auf (quantitativ) hohem Niveau festgesetzt. Die Grünen sind dabei, die SPD zu beerben und dringen nun auch noch in das Lager (resp. die „Gehirne“) der Union ein.
Sie werden mit Sicherheit an der nächsten Regierung beteiligt sein und treiben schon jetzt die ehemaligen Volksparteien mit ihrer Ideologie vor sich her.

Warten wir ab, wie sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland entwickeln wird.
Die kann das heutige Stimmungsbild noch sehr verschieben.
Täglich kann man von Entlassungen, Kurzarbeitankündigungrn etc. lesen. Sobald viele Arbeitnehmer selbst davon betroffen sind, wird wohl die Einstellung der Grünen diskutiert bzw. in Frage gestellt werden.
Das wird das Wahlverhalten vieler beeinflussen.

Jedenfalls zeigt das, durch Wahlen lässt sich hier wenig zum Besseren ändern.
Ich denke, nur der zukünftige Realitätscheck wird eine Änderung (hoffentlich zum Besseren) bringen.

Aussagen von Leuten die behaupten: „sie können sich die Wahl der AfD überhaupt nicht vorstellen“ haben eine Halbwertzeit von ca. 3 Minuten. Das sind vermutlich die selben, die gerade die Grünen wählen und vor einem Jahr behauptet hätten sich nie vorstellen zu können jemals die Grünen zu wählen. Nimm denen das Auto oder die Flugreise weg und die wählen mit einem Mal die NPD. Manche nennen sowas auch ein dummes Volk oder Menschen ohne Rückgrat. Warten wir mal die Wahlen im Osten ab. Dann werden die Menschen im Westen sehen, dass man AfD wählen kann und am nächsten Tag der… Mehr

Tja – Diederich Heßling ist halt doch nicht nur eine Romanfigur, sondern in Deutschland millionenfach zu finden.

Die Analyse ist einfach. Diese Art von Parteien muss weg. Es bedarf einer Bewegung mit starker Veränderung innerhalb der Gesellschaft. Die Zeit wird reif dafür sein, wenn der Versorgungsstaat zusammenbricht. Die nächste Krise kommt bestimmt.

„(…) die sich die Wahl der AfD „gar nicht vorstellen” können: 68 Prozent. Was umgekehrt natürlich heißt: Das Potential dieser Partei beläuft sich auf 32 Prozent.“

Nach dieser Logik hat die SPD ein Potential von 77%.

Zum Glück sind es real nur 7% – soviel zur Wertigkeit dieser Umfragen