In Stuttgart eskaliert linke Gewalt gegen Demonstranten

Am vergangenen Samstag eskalierte die Gewalt linker Gruppen gegen Demonstranten, die gegen die Corona-Politik der Bundesregierung friedlich antraten. Jetzt ist es fraglich, ob es noch eine Demonstration gibt - oder die Linke ihr Ziel erreicht hat.

imago Images(Alexander Pohl
Symbolbild

In Stuttgart zeigt sich die zunehmende Gewaltbereitschaft der radikalen Linken. In der Nacht zum Samstag wurden zwei Lastwagen, die Veranstaltungstechnik für die Querdenker-Demonstration auf dem Cannstatter Wasen geladen hatten, sowie ein Lautsprecherwagen in Brand gesetzt. Die Polizei spricht von mehreren 10.000 Euro Sachschaden, Bild berichtet gar von einem Sachschaden von mindestens 200.000 Euro. Es waren also nicht „nur“ drei Fahrzeuge, die aus reiner Zerstörungswut angezündet wurden, es handelt sich um den Versuch eine Demonstration zu unterbinden oder zu schädigen. Unabhängig davon, ob man die Demonstrationen auf dem Wasen unterstützt oder für unsinnig hält, ist der Versuch, eine Demonstration mit Gewalt zu behindern, ein ungeheuerlicher Vorgang.

Doch damit nicht genug, auf dem Weg zur Demonstration wurde eine Gruppe von drei Männern „von einer größeren Anzahl von Tätern angegriffen“. In der Nähe des Kampfes fand die Polizei später zwei Schlagringe und „weitere Gegenstände, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten“. Auch von einer Gaspistole, die in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, berichten verschiedene Medien mit Berufung auf die Polizei.

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Zwei der Opfer mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden, einer schwebt noch immer in Lebensgefahr. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen gezielten Angriff handelt. Ein politischer Hintergrund für die Tat wird explizit nicht ausgeschlossen. An anderer Stelle spricht die Polizei von den Tätern als einer Gruppe „mutmaßlich Linker“.

Die Stuttgarter Nachrichten berichten, das schwerst verwundete Opfer sei ein Daimler-Betriebsrat der Gewerkschaft „Zentrum Automobil“. Es ist also ein gewählter Arbeitnehmer-Vertreter, wobei der Brandenburgische Verfassungsschutz im „Zentrum Automobil“ eine Strategie rechtsextremistischer Kreise sieht, um Betriebsräte zu unterwandern. Das ändert allerdings nichts daran, dass auch rechtsextreme Betriebsräte ein Recht haben, an Demonstrationen teilzunehmen oder sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, ohne ihren Tod fürchten zu müssen. Doch der Status als Betriebsrat erklärt, wie die Angreifer den Mann erkannt haben könnten und ist ein Hinweis auf eine politisch motivierte Straftat.

Das war nicht der einzige Angriff, der in Stuttgart stattfand, jedoch der brutalste. So beschreibt die Polizei in ihrer Zusammenfassung der Einsätze vom Samstag: „Auf dem Wasengelände soll am Rand der Demonstration eine Gruppe mutmaßlich Linker Demonstrationsteilnehmer mit Gegenständen beworfen haben. Die Polizei musste bei dieser Streitigkeit kurzfristig einschreiten und Personen trennen. Verletzt wurde hierbei niemand.“ Auf der Demonstration anliegenden Mercedesstraße wurden an mehreren Autos die Reifen beschädigt, „mutmaßlich zerstochen“, so die Polizei.

Die Stuttgarter Zeitung berichtet von einem zweiten Angriff am Samstagabend, als im Canstatter Kurpark eine Gruppe Demonstranten – die anhand ihrer mitgeführten Schilder auch als solche zu erkennen waren – von einer Gruppe Schwarzgekleideter angegriffen wurde. Die Demonstranten flüchteten in eine Pizzeria. Ihnen folgte einer zweite Gruppe Angreifer in die Pizzeria hinein, die Stuttgarter Zeitung spricht von „Spuren der Verwüstung“ in dem Lokal. Die Opfer hätten sich „nach Informationen der Stuttgarter Zeitung“, als Anhänger der „neuen Rechten“ bezeichnet. Auch in diesem Fall soll es sich bei den Schlägern um „linke Akteure“ handeln.

Der Gründer der „Initiative QUERDENKEN711“, Michael Ballweg, zieht sich zurück und wird die Demonstrationen nicht mehr, wie bisher, organisieren. Diesen Schritt begründet er in einem Video-Statement auf Youtube mit den oben beschriebenen „Brandbombenanschlägen“ auf die Veranstaltungstechnik-Lastwagen.

Es wird oft davon berichtet, die Stuttgarter Demonstrationen seien unterlaufen von Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern.„Ein Drittel der Demonstranten seien „verängstigte und besorgte Bürger“, ein Drittel seien Esoteriker und Verschwörungstheoretiker, und bei einem weiteren Drittel handele es sich um Rechts-, Linksextremisten sowie Fußballhooligans vom VfB-Stuttgart und dem Karlsruher SC.“ Diese Einschätzung kommt, laut FAZ, von der Stuttgarter Polizei und bezieht sich auf die Demonstrationen vom 9. Mai – im öffentlich zugänglichen Presseportal findet sich keine solche Aussage.

Weiter, so zitiert die FAZ die Polizei: „Was diese Leute eint, ist wahrscheinlich ihre ausgesprochene Staatsferne und ihre Staatsskepsis, es finden sich Stuttgart-21-Gegner, Impfkritiker, Prepper und Reichsbürger unter den Demonstranten.“ TE liegt allerdings ein Dokument vor, dass die Polizei diese Einschätzung so nicht veröffentlicht hat. TE wird dem nachgehen. Die Einschätzung der FAZ sieht sich ganz so an, als sähe man Staatsskepsis und Staatsferne als umstürzlerisch, gefährlich an und nicht als den gesunden Reflex von Demokraten, der sie sind. Auch Bahnhofs-Neubau-Gegner und Reichsbürger in einen Topf zu werfen, ist höchst fragwürdig.Von der Demonstration am 16. Mai berichten jedoch Leser, die der Leseraktion TEs gefolgt sind und Bilder zugeschickt haben:

„Stuttgart, bekannt für rechte Populisten und Aluhüte?! Sicher ist die Stadt am Neckar spätestens seit den Protesten für S21 ein Vorzeigeort für eine überaus aktive Demonstrationskultur, aber es sind doch gerade Bürger aus dem grün-linken Milieu die hier aktiv sind. Auch jetzt sind viele der S21 Aktivisten mit an Bord – u.a. der abgebrannte LKW von V.T.S. gehört einem der Akteure rund um die Montagsdemos. 

Wieso also erfolgt eine derart gleichgeschaltete Berichterstattung die das komplette Gegenteil widerspiegelt – es verwundert doch sehr und feuert die wirren Theorien der Verschwörungstheoretiker nur noch mehr an. 

Selten habe ich eine so homogene Gruppe bei Demonstrationen erlebt – ein Ausschnitt aus der Mitte (tendenziell eher mitte-links). Ist es überhaupt der richtige Weg in rechts oder links aufzuteilen? Geschätzt haben zwischen 6.000-8.000 Menschen auf dem Gelände und den Ausweichflächen für das Grundgesetz und gegen die derzeitigen Einschränkungen demonstriert – da ist es doch auch egal ob links oder rechts, denn das Grundgesetz  unterscheidet an dieser Stelle nicht, zum Glück.“

Und:

„Alles war sehr friedlich, auch die Polizei hielt sich fast immer nur außerhalb der Absperrungen auf.
Ca. eine Stunde nach Beginn habe ich einen Rechten gesehen, der aber sofort von der Polizei weggeführt wurde. Später rief der Veranstalter einmal etwa „Rechte raus“ auch wurde die Polizei aufgefordert, diese Leute loszuwerden. Dann war viele Stunden alles sehr friedlich und harmonisch.
Teilnehmer: Eltern mit Kindern, sonst bunt gemischt ca. 40-70 J
Das Gegenteil von Radikalisierung und die paar Rechten, die sich eingeschmuggelt hatten, waren von allen unerwünscht und wurden zum Gehen gezwungen.“

Ein dritter Leserbrief:

„Das Publikum war ein bunter Mix der Gesellschaft- ganz jung, jung, älter, sehr alt – einmal quer durch alle gesellschaftlichen Schichten, ein paar Esoteriker waren ebenfalls dabei und einige Familien im dafür abgesperrten Familienbereich. Chinesische Bürger, die Flyer betreffs Organraub bei Falun Gong- Praktizierenden verteilten und Leute, welche Flyer der Förderation Demokratischer Arbeiterverein e.V. verteilt haben. Wir empfanden es als eine wunderbare bunte Mischung.

Wir haben weder Skinheads noch “ Nazis“ gesehen!

Dafür aber viele internationale Fahnen, z.B. Spanien, Finnland, Schweden, und einige „Peace Fahnen“.“

Fotos und Berichte
Leseraktion: Wie verliefen die Demonstrationen am Samstag?
Dass es rechtsextremistische Teilnehmer gab, das bestätigt schon, dass eine Gruppe von vermutlich Rechtsextremen auf dem Weg zur Demonstration überfallen und einer der Gruppe beinahe getötet wurde – aber sie scheinen eben nicht in der Überzahl gewesen zu sein, wie suggeriert wird. Vielmehr sind sie aktiv angegriffen worden.

An verschiedenen Stellen wird berichtet, die Querdenken-Demonstrationen würden nun von anderen Personen organisiert, doch auf der Website findet sich ein Hinweis, dass dies eine Falschmeldung sei; eine neue Demonstration ist bisher nicht angekündigt. Damit hat die Gewalt wohl ihr Ziel erreicht: Ein politischer Gegner wird aus dem Meinungsstreit ausgeschlossen, politisch gemäßigte gleich doppelt abgeschreckt – aus Angst vor Gewalt und Assoziation mit Rechtsextremisten – und die Bevölkerung gespalten. Denn wie die Angriffe auf die (gewollt) politisch uneindeutige Initative Querdenken 711 zeigen, bleibt politisierte Gewalt niemals „nur“ auf die Ränder begrenzt. Jetzt fehlt nur noch, dass die verschiedenen Lager politische Wehrverbände aufstellen, und die zwanziger Jahre eines vergangen geglaubten Jahrhunderts sind tatsächlich wieder zurück.

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Kommentare ( 85 )

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85 Kommentare auf "In Stuttgart eskaliert linke Gewalt gegen Demonstranten"

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Frau Künast wird möglicherweise bedauern, daß sich kein Göttinger Mescalero mehr findet. Vielleicht empfinden auch ander LinksgrünInnen „klammheimliche“ Freude. Ja, sogar Schwesig und Giffey dürften keine Genugtuung zeigen.

Wer kann denn noch leugnen, dass die Regierungen, Bund/Land ganz gezielt nichts, aber auch gar nichts gegen den Antifa Terror unternimmt. Das ist aber die absolute Pflicht, so kann ich nur den Schluss ziehen; das ist ihnen willkommen. Unterm Strich eine Kampfansage gegen die Mehrheit der Bürger, oder sehe ich das falsch? In 2015 ff. hatte ich einige Briefe an den MdB meines Kreises geschickt, Die sich leider wiederholende Frage meinerseits; warum unternimmt die BR in Person von vorallem der BK, und auch der BP nichts gegen die sich mehr und mehr abzeichneten Entwicklung der Gewalt gegen die Bürger die… Mehr

Die Antifa sind die „Schäferhunde der Politiker. Man lässt sie gewähren, weil sie die Schmutzarbeit machen und die Politiker haben dann saubere Hände.
So sehe ich das leider schon länger

Wer lässt denn Schlagringe und Pistole in der Nähe liegen?!

Nur ein fauler Apfel im Obstkorb war nötig, Deutschland erneut in die Sch… zu schubsen. Das offenbart, wie einfach es in Deutschland nach wie vor ist, einen Staatsstreich durchzuführen und Millionen von Bürgern in Angst und Schrecken zu versetzen.
MERKEL MUSS WEG!
Und mit ihr sämtliche Lakaien.
Die Aufräumaktion wird Jahre dauern, wir sollten endlich damit anfangen.

Ich muss bei diesen Geschehnissen immer an die Biermann Ballade „Drei Schüsse auf Rudi Dutsche“ denken…
https://www.songtexte.com/songtext/wolf-biermann/drei-kugeln-auf-rudi-dutschke-73fa2639.html

Meine Güte, kapiert ihr‘s immer noch nicht…:

Wir erleben hier KEINE „Pandemie“ – wir erleben hier

EINEN LINKEN STAATSSTREICH !!!

>’Selten habe ich eine so homogene Gruppe bei Demonstrationen erlebt – ein Ausschnitt aus der Mitte (tendenziell eher mitte-links).'<

'Homogene Gruppe'?
Sorry, wenn die homogen waren und nicht heterogen, dann wär's eher schlecht in Bezug auf die Zusammensetzung…

Ich will hier nicht unnötig einen auf sprachlich spitzfindig machen, aber man macht sich sehr angreifbar, wenn man (Fremd)Worte falsch verwendet.
Bitte Vorsicht.

Rechte Gewalt = Terror
Linke Gewalt = Aktivismus

Die Parallelen zu 1933 ff. sind nicht zu verkennen. Und es sind wieder die Sozialisten, die sich als geistige Brandstifter betätigen und ihre Sturmabteilung (SA) vorschicken, um den politischen Gegner zu „neutralisieren“. Hier gilt leider ganz klar: Geschichte wiederholt sich.

Ich schätze, daß wenigstens hier so neutral und vor allem nicht wertend berichtet wird. Dafür kann man nicht genug danken. In Bezug auf diesen Artikel habe ich allerdings zwei Kritikpunkte, nämlich eine unbelegte Behauptung sowie die Wahl eines falschen, zu drastischen Begriffs. „Ca. eine Stunde nach Beginn habe ich einen Rechten gesehen, der aber sofort von der Polizei weggeführt wurde.“ Das ist zwar ein Augenzeugenbericht, aber den sollte man nicht in dieser Form veröffentlichen, zumindest nicht unkommentiert. Wie sieht denn ein „Rechter“ aus? Hakenkreuzbinde und Hitlergruß wird er wohl kaum gezeigt haben. Vermutlich handelt es sich also um eine Person… Mehr

Eventuell war es ja ein Mitarbeiter der Stadt Stuttgart, der da als Rechter abgeführt wurde. Wir erinnern uns an den NT-V -Bericht 2015; noch vor der einsetzenden Invasion. Der Bundestag hat damals einen Erlass herausgegeben, der Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes erlaubt, bei „Rechten“ Demos straffrei den Deutschen Gruß zu zeigen, allerdings ohne Gewalteinwirkung. Dies natürlich nur, wenn ein Kamerateam in der Nähe ist. Alte Zersetzungsstrategie der Fachkräfte für Propaganda und Agitation.

Leider schleicht sich das mittlerweile übliche – besser: aufgedrängte „Framing“ überall ein. Das gilt für das gesprochene Wort genau wie für die Schriftsprache.

Sie sollten sich nicht zu sehr auf Begrifflichkeiten stürzen. Wenn man vor 10 Jahren als Nazi bezeichnet wurde war das eine wirklich schlimme Verleugnung. Heute ist es fast schon eine Bezeichnung für klar denkende Menschen. Der Begriff Nazi wurde als Mittel der Diffamierung missbraucht und verharmlost somit die Taten der wirklichen Nazis im 3. Reich. Auch Begriffe wie Neger, Mohrenkopf die früher in Kinderbüchern verwendet wurden sollen heute Schimpfwörter sein? Warum eigentlich?

Doch! Seit Konfuzius weiß die Menschheit, was die falsche Begrifflichkeit bedeutet: Sie zerstört die Gesellschaften, ruiniert Staaten, läßt die Menschen übereinander herfallen. „LTI“ und andere Untersuchungen (Beschreibungen) zeigen das.

Deshalb ist auch „Gewalt eskaliert“ im Titel nicht ganz der richtige Ausdruck…