Heiko Maas. Die ersten Tage.

Kein Minister ist so umstritten wie Heiko Maas, und das will schon was heißen bei der bunten Truppe um Angela Merkel. Noch aber schreiben seine Pressefreunde sich den neuen Außenminister schön.

© Carsten Koall/Getty Images

Die der Sozialdemokratie nahe stehende Presse – also eigentlich die gesamte deutsche Journaille, die man Mainstream nennt – begleitet den neuen Außenminister Heiko Maas recht gefällig in sein neues Amt. Mit teils wohl unfreiwillig komischen Argumenten.

Im Außenamt am Werderschen Markt mit seinen 11.600 Mitarbeitern werde der Neue mit „viel Wohlwollen und großer Offenheit“ erwartet, so die Süddeutsche, vor allem deshalb, weil die Ministerialen glauben, „aus dem (Maas) werden wir schon einen guten Außenminister machen“. In der Zeit wird dann ein „erfahrener Diplomat“ zitiert, der die übliche Initiation beschreibt: „Der Neuling nimmt Platz, Mitarbeiter schnallen ihn fest – und schießen ihn dann durch die Welt der globalen Krisen und deutschen Interessen.“ Deutsche Interessen? Was der Heiko nie lernte, lernt der Maas nimmermehr.

Trotz quälend langer Jahre als Justizminister kann keiner der Beobachter den neuen Außenminister richtig einschätzen. Laut Staatsfunk (tagesschau.de) gelte Maas, leider ohne jeden Beleg, „schon immer als auffassungsschnell und lernfähig“. Dann habe er „als Minister fleißig geliefert – Gesetze am Fließband und deutliche Worte gegen Rechtsextremisten“. Auf das Gesetzes-Chaos, das er am Fließband produzierte, sind wir in früheren Texten ausreichend eingegangen. Seine „deutlichen Worte“ gegen Rechts qualifizieren ihn eher als einen führenden Juso-Aktivisten oder Azubi der Kahane-Stiftung, denn als Außenminister, der demnächst auf in seinen Augen wohl rechtsextreme Amtskollegen in Polen, Ungarn, Österreich, Italien, den USA …  – wahrscheinlich ginge es schneller, die paar Brüder im Geiste aufzuzählen.

Auch die Freunde von der Zeit wissen um die Inhalts- und Konturlosigkeit ihres neuen Darlings und schlagen ihm deshalb eine Agenda vor, die zu seinem Profil passen könnte: Die „Menschenrechte“ wären ein feines Betätigungsfeld für den deutschen Außenminister, „Recht und Rechtsstaat“, und nicht zu vergessen „der Kampf gegen die Fluchtursachen“. Deutsche Außenpolitik zwischen Mutter Teresa und Forrest Gump.

Die wichtigste Befähigung für sein neues Amt aber erklärte Andrea Nahles, von deren Gnaden Maas befördert wurde, so: Als Saarländer müsse Maas niemand erklären, wie wichtig Europa sei. Weil das Saarland an Frankreich grenzt, ist also ein Saarländer der geborene Außenminister. Nach der Logik hätte sie auch einen Ex-Knacki zum Justizminister machen können. Der einzige Vorteil, den die Nachbarschaft zu Frankreich wirklich hätte haben können, wäre die Beherrschung der französischen Sprache – eine Sprach-Kompetenz, die ja auch von unseren Migranten zu Recht erwartet wird.

Aber Heikos, des Übereuropäers, Französisch ist, wie die Zeit einräumen muss, eher „passiv“ (wahrscheinlich wegen der sozialdemokratischen Bildungsreform der 70er). Als Trost führt das Blatt dann Heikos „China-Erfahrung“ an. „Eine Woche Rechtsstaatsdialog pro Jahr in China und eine weitere Woche in Deutschland“. Wir würden wetten, dass der „auffassungsschnelle“ Heiko dabei nicht einmal „Měihǎo“ gelernt hat. Natürlich muss er das auch nicht, ein Außenminister ist schließlich kein Dolmetscher.

Ein Justizminister, dem Recht und Justiz fremd sind
Minister Mittelmaas
Aber wenn es nach 45 einen gravierenden Bildungsfortschritt gegeben hat, dann den, dass ganze deutsche Generationen die Sprachen der Welt eingetrichtert bekamen – Russisch im Osten, Englisch im Westen. Aber selbst Heikos Englisch ist wohl eher Lübke oder Kohl, wie Ohrenzeuge Henryk M. Broder fremdschämend bemerkte: „So schlecht wie mein  Ungarisch. Grauenhaft.“ Geringe Fähigkeiten aber haben Heiko Maas auch im letzten Amt nicht abgehalten, umso eifriger zu Taten zu schreiten. Oder, wie es die Süddeutsche formuliert, Heiko stürzt „gleich hinaus in die Welt“. „Am Morgen noch Justizminister, am Nachmittag Außenminister. Der Airbus A319 der Flugbereitschaft wartet schon. Es geht am Abend zum Antrittsbesuch nach Paris. Und in der Nacht wieder zurück. Das ist der 14. März 2018 im Leben von Heiko Maas.“

Verdutzt bemerkte der französische Amtskollege, er freue sich, dass Maas „noch am Tag seiner Amtseinführung“ nach Paris gekommen sei. So übertrieben schnell haben deutsche Provinzfürsten nicht mal zu Napoleons Zeiten ihren Kotau gemacht. Maas sagt, er sei gekommen, „um die ausgestreckte Hand von Staatspräsident Emmanuel Macron endlich zu ergreifen“. Nun gut, da bewegt sich Maas auf ausgetrampelten Pfaden, die ausgestreckte Hand Macorns zu ergreifen ist ja regierungsamtlicher Common Nonsense. Nur schade, dass Macron gar keine Zeit fand, Heiko seine Hand entgegenzustrecken. Er wartet auf Scholz, den Mann mit dem Geld.

Gestern Paris, heute Warschau, morgen Brüssel. Der Anzug sitzt. Nette Floskeln sind aus Warschau überliefert, seine Dauer-Brandreden gegen „Rechts“ hat er wohl in Berlin gelassen. Lernfähig? Er will sogar eine „Partnerschaft mit Polen“. In Brüssel war Maas für seine Verhältnisse sogar fast unauffällig und schloss sich der Mehrheit der Außenminister an, die dem einstigen Euro-Paria Boris Johnson uneingeschränkte Solidarität bekundeten, aber dann doch genauere Untersuchungen zum Giftmord am Exilrussen Skripal verlangten.

Regierung Merkel IV
Das fängt ja gut an: Heiko Maas als Außenminister
Hier liegt schon das erste Minenfeld vor Maas. Nicht alle Genossen unterstützen das Kriegsgetrommel gewisser NATO- und Springerkreise. Bei Springer ließ man ihn noch mal davonkommen, immerhin hatte Maas die Wiederwahl von Putin mit den Worten kritisiert „Von einem fairen politischen Wettbewerb könne ‚sicherlich nicht in allen Punkten die Rede sein’“. Noch ist auch nicht ganz klar, warum sich Maas bei Amtsantritt hunderten Diplomaten mit dem Satz „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“ empfahl. Wollte er schon am ersten Tag das Porzellan kitten, das Gabriel mit seiner Israel-Politik zuletzt zerdeppert hatte? Erinnerte Maas sich an die Auszeichnung „Gabe der Erinnerung“, mit der ihn das Internationale Auschwitz Komitee 2016 ehrte? Die gleiche Ehrung war allerdings auch Sigmar Gabriel zuteil geworden.

Vielleicht bekam er den Satz aber auch von Andreas Michaelis, dem bisherigen Politischen Direktor des AA, ins Manuskript geschrieben. Michaelis war schon beim außenpolitischen Großsprecher Joseph Fischer tätig, der bekanntlich mit einem missbräuchlichen Ausschwitz-Verweis den ersten völkerrechtswidrigen Krieg von deutschem Boden lostrat. Michaelis soll nun zum beamteten Staatssekretär befördert werden.

Schon die ersten Tage von Heiko Maas als Außenminister lassen den eitlen, gefallsüchtigen Gecken wiedererkennen, der seine Unfähigkeit hinter Hyperaktivität und  Allgemeinplätzen zu verbergen sucht. Und der ein Land vertritt, das er nur aus Juso- und Antifa-Kampfschriften und von SPD-Parteitagen zu kennen scheint. Ein ganz kleiner Fisch als leichte Beute für die Haie der Weltpolitik. Wobei nur eine Frage noch offen ist: Wessen Marionette wird Maas am Ende sein? Broder nennt den Mann, der „sich wohl als Gesamtkunstwerk begreift“ und dabei nur eine „maßlose schmalbrüstige Eitelkeit ausstrahlt“, „die Dekonstruktion des Deutschen“. Seine Conclusio: „Ohne ein großer Patriot oder Nationalist zu sein: Ich möchte von Heiko Maas nicht im Ausland vertreten werden, weil, egal, wo ich auch hinkomme, es wird mich ein Gelächter empfangen.“ So schließen wir mit Broders Worten: „Scham und Schande über Deutschland.“

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Kommentare ( 128 )

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Maas ist ein echtes Vorbild, gerade jetzt als Außenminister.

Dank seiner weiß die Welt: Jeder kann es nach oben schaffen.

Niemand ist so unfähig, um nicht noch als schlechtes Beispiel zu dienen.

Dieser Satz „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“ sagt kurz und bündig im Grunde alles, was diesen Mann – besser gesagt dieses Männchen – ausmacht: „Virtue signalling“, Opferspiel (Gilad Atzmon) und moralische Selbsterhöhung in seiner widerlichsten Form. Diese billige Art, sich mit Hilfe und unter Bezugnahme auf eines der größten Verbrechen in der Geschichte der Deutschen – der Menschheit überhaupt – auf dem Thron der moralischen Unangreifbarkeit einzurichten um von dort aus die Moralkeule zu schwingen. Maas ist die Inkarnation der elitären Polit-Nomenklatura, die sich noch nicht einmal schämt, sich dieses Grauens der Verfolgung und Vernichtung von Millionen… Mehr

Noch absurder wird es, wenn man vergegenwärtigt, dass Herr Maas ja eher zur Welcome Fraktion gehört und ein grosser Teil dieser Willkommenen den Holocaust gar nicht so schlecht findet und Israel von der Landkarte auslöschen möchte. Ich habe das „Hamas Hamas, Juden ins Gas“ noch in den Ohren. Nebenbei: befinden sich die Ausländer, welche diesen widerwärtigen Slogan in Deutschland skandiert haben noch in Deutschland? Nein, ich erwarte nicht wirklich eine Antwort. Die Frage war nicht ernst gemeint, sondern rhetorisch. Ich kann sie mir selbst beantworten.

Sehr guter Beitrag. Dank von mir.

Schon im Jahre 44 v.Chr. befand Cicero:
„Denn die Tugendhaftigkeit selbst besitzen, wollen nicht so viele, wie sich den Anschein davon geben (Virtute enim ipsa non tam multi praediti esse quam videri volunt)“.
Treffender und – vor allem – vornehmer kann man dieses Phänomen der aufgesetzten und instrumentalisierten, dabei tatsächlich aber nicht vorhandenen Tugenhaftigkeit, die in Person eines Maas‘ (hat ihn nicht kürzlich jemand öffentlich wegen seiner „Erscheinung“ mit dem anderen Adolf verglichen?) ihre volle Blüte findet, auch heute nicht beschreiben.
Quod erat demonstrandum 😉

Maas ist für mich eine einzige Witzfigur, ein Parteiapparatschik vom Feinsten. Sein Kampf gegen Rechts bzw.die Meinungsfreiheit sind legendär durch Unwissenheit und parteipolitische Phrasen und Vorstellungen des Stalinismus geprägt. Eine Fehlbesetzung ohnegleichen.

Nun sein Sie mal nicht so grimmig mit dem.
Dem Vernehmen nach nennen manche Genossen ihn liebevoll „Äffchen“, ist doch sympathisch!
😉

Heiko M. ist das beste Beispiel dafür, dass Deutschlands Politikerpotential den Nullpunkt nach unten überschritten hat. Was für eine Schande. Werde mich künftig in anderen Regionen der Welt als Österreicherin ausgeben.

Gute Idee! Mir geht es ähnlich.

Merkel küsst, Scholz zahlt, Maas nickt. Kaum im Amt und ab geht’s zuerst einmal nach Paris zum europäischen Sonnenkönig Emmanuel Macron. In Bayern wird Markus Söder neuer Bayerischer Ministerpräsident. Und der neue Innen- und Heimatminister Horst Seehofer bleibt allein zu Haus.  Damit es nicht gar so langweilig wird, tätigt er einen Trommelwirbel der Marke „Schaut her, hier bin ich!“. Er ruft mal kurz ins Volk: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Eine wunderbare Inszenierung der neuen Besetzung im Bundestag. Und natürlich muss sich Angela Merkel wie schon bei der Diskussion um die Essener Tafel mit irgendeinem Satz zu Wort melden,… Mehr

Es steht leider zu befürchten, daß Heiko das widerfährt, was bisher allen Aussenministern zu Teil wurde, sogar Siggi Pop, nämlich hohe Beliebtheitswerte in der Bevölkerung und das läßt das Schlimmste an Karrierechancen befürchten, bis ganz nach Oben.

Wir haben Joseph G. überlebt, wir haben Honni überlebt, da werden wir das Heikolein mit der Großschauspielerin auch überleben.

Warum wurde diese Nullnummer zum Außenminister gemacht? In gewisser Weise ist das ja gut weil er dort weniger Schaden anrichten kann als im alten Amt. Er kann uns höchstens international lächerlich machen, aber die halbe Welt hält uns ohnehin schon für bekloppt, weil wir die Flüchtlingskanzlerin wiedergewählt haben und un von der ruinieren lassen. Was aber treibt die SPD? Da gibt es die einleuchtende Erklärung, Frau Nahles habe in vorausschauender Absicherung ihrer Position, auf diesem Posten, der anscheinend immer mit Popularitätsgewinn einhergeht, den unfähigsten und unbeliebtesten Konkurrenten sehen wollen. Viel besser aber gefällt mir eine nette kleine Verschwörungstheorie, die durch… Mehr

Verschwörungstheorie? Ich hab den Artikel bei danisch auch gelesen, klingt nicht so ganz weit hergeholt.

Leider ist nicht nur Maas, sondern mittlerweile ganz Deutschland nur noch als Gesamtkunstwerk zu verstehen. Als linkes Kunstwerk wohlgemerkt. Und wenn man verhindern will, daß diese linken Künstler, Deutschland final auf eine Art beuys’sche Fettecke reduzieren, sollte von allen, denen noch irgendetwas an diesem Land liegt, die AfD als einzige Partei, die sich für Deutschland einsetzt, unterstützt werden. Jetzt kommt eigentlich die Stelle wo es PC-gerecht heißen muß: „Man muß die AfD ja nicht mögen aber….“ Ja, da fasse ich mir regelmäßig an den Kopf. Warum denn eigentlich nicht? Wir sitzen bis zum Hals in der Sch.., und was wäre… Mehr

Heiko, ganz Zwickau steht hinter Dir!

Ich nehme Herr Broders Worte auf,und schäme mich mit!!
Was erwarten wir auch von dieser „neuen“ Regierung,da sie doch überwiegend aus Karikaturen eines Politikers besteht??