Hamed Abdel-Samad über Kirchen, Religion und Politik

Hamed Abdel-Samad sagte im Schloss Bellevue wesentlich mehr, als in der Öffentlichkeit und auch den Medien im Internet bisher bekannt wurde.

Screenshot: Youtube
Hamed Abdel-Samad hat im Schloss Bellevue wesentlich mehr gesagt, als in der Öffentlichkeit und auch den Medien im Internet bisher bekannt wurde. Bitte hören Sie selbst.

„Hier mein ganzes Statement im Schloss Bellevue. Meine Kritik richtete sich nicht nur an den Präsidenten wegen des Iran-Telegrams, sondern auch an die Kirchen in Deutschland, die den politischen Islam hofieren und ihm dabei helfen, seine Infrastrukturen auszubauen.“

https://www.youtube.com/watch?v=WW-zjY9XHcs&fbclid=IwAR3JhIWPWlgZ5MBxHS7maRdTk-Q3hcGDuNynPedYrYgp5eizHVZiAArWmzU


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Kommentare ( 62 )

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Ein Glückwunsch ist eine Höflichkeit und enthält keine Aussage, ob man den anderen schätzt. **

Tut mir leid, aber das geht zu weit. Es ist etwas anderes, ein bigottes Terrorregime zu beglückwünschen, das einen auch noch verachtet und bekämpfen will, als einem Kollegen zum Geburtstag, obwohl man ihn nicht mag. Im zweiten Fall ist es pure normale Höflichkeit, im zweiten pures untertäniges Niederknien, Verachtung der Leidenden und Getöteten. Wenn man schon ständig ein riesiges Plakat „Ich bin die Moral“ vor sich herträgt, dann hat man auch entsprechend zu handeln.

Aktuelle Bewertung Minus 2? Wenn ich beispielsweise jemandem schönen Feierabend wünsche, heißt das nicht, dass ich es so meine. Ich sage es aus Höflichkeit. Andere scheinen weniger höflich zu sein. Das steht natürlich jedem frei.

Ein ganz toller Vergleich. Den meinen Sie aber nicht ernst?

Es fragt sich, wo liegt die Grenze zwischen Höflichkeit und Untertänigkeit? Ich meine, Glückwünsche einem Mord- und Unterdrückungsregime zu überbringen, hat nichts mit Höflichkeit zu tun, und den Gesprächsfaden ist einem solchen bigotten Terrorregime gleichgültig, denn die wollen ihre Art, ihre Meinung als alleinseligmachende und richtige durchdrücken. Denen ist es egal, wie es den Leuten geht, denn es geht ihnen allein um ihre Ideologie/Religion, die sie durchzusetzen und zu verbreiten trachten. Sie stehen zu 100 % dahinter. Mit Höflichkeit hat das nichts zu tun, sondern mit Charakter, oder beglückwünschen Sie auch den Mörder ihres Verwandten/Bekannten? (Minuszeichen vergebe ich nicht).

Naja, das sind eben die Tiefen der Diplomatie. Ich glaube nicht, dass da irgendetwas durch Zufall geschieht. Wenn Steinmeier hier auf eine Verbesserung/Aufrechterhaltung der Beziehung zum Regime hingewirkt hat, ist das mit Sicherheit nicht ohne Grund erfolgt. Vielleicht brauchen wir oder die Amis ja die Iraner, um Irak in Schach zu halten, damit wir an billiges Öl kommen. Ich dachte, es wäre den konservativ liberalen Menschen auf dieser Website bewusst, dass es in der Politik und besonders in der Außenpolitik immer um Interessen geht und nie um Höflichkeit. Manchmal muss man sich dafür sogar anblaffen lassen, denn die hintergründigen Interessen… Mehr

Danke für die Dokumentation und großen Dank an Abdel-Samad.
Weder der Bundespräsident noch die kirchlichen sowie politischen Vertreter unseres Landes werden diese wahren Worte verstehen.
Der politische Islam ist die eigentliche Gefahr für unsere Gesellschaft, für ganz Europa. Wahre Worte: wir bieten dem politischen Islam in Europa Zuflucht. Welch ein Irsinn!

Sehen Sie sich mal das Gesicht von Huber an. der wäre Herrn Samad doch am liebsten an die Gurgel gegangen!

Die Hybris ist vielen Deutschen eigen. Sie ist nicht auszutreiben, und sie kommt arrogant, bessserwisserisch, autoritär und abstrafend, also faschistisch daher. Ich frage mich immer noch, hat STeinmeier keine Berater, sind die so ungebildet? Hat er keine Ahnung, was vorgeht? Genügt er sich so sehr selbst, dass er nichts liest, nicht beraten lässt, nur Leute, die ihn bestärken, um sich herum duldet? Es ist ja nicht die einzige Fehlleistung, und an Plattitüden sind seine Reden ja sehr reich. Früher war nicht alles besser, aber vieles auf jeden Fall, und bessere Präsidenten hatten wir ganz bestimmt. Er kümmert sich nicht um… Mehr

Bemerkenswert neben der Kritik an JaSieWissenSchon ist die Kritik an den deutschen Kirchen: voll ins Schwarze getroffen. Die Kirche hat sich zu einer intellektuell nicht sehr hellen Sozialarbeiterbrigade entwickelt und lässt dabei die Menschen bei der Gottsuche und existentiellen Sinnsuche im Stich. D.h., ihre eigentliche Aufgabe und damit die Seele der Menschen haben die Kirchen verraten.

Eine Kirche, dessen Bischöfe ihr Kreuz verbergen, die Glaubensbrüder in islamischen Staaten alleine lassen und sich abwenden, die Allah mit Gott gleichsetzen, liegt in ihren letzten Zügen.
Ich fürchte, diesmal gibt es keinen Luther……….

Wie peinlich: Hamed Abdel-Samad muss gestandene katholische und evangelische Theologen darüber belehren, welch horrenden Unsinn sie reden, wenn sie von »demselben Gott« der Muslime und Christen sprechen. Menschen ohne theologischen Background (also fast alle) glauben Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm und folgern: Der Gott der Christen ist kein anderer als jener Finsterling, der im Koran zum Heiligen Krieg und zur Hatz gegen »Ungläubige« aufruft. Wenn sogar Kirchenführer die christliche Tugend der »Unterscheidung der Geister« vergessen und, statt sie auf vorbildliche Weise zu üben, die Menschen (i.a. aus Feigheit) in die Irre leiten, kann es nicht wundern, dass immer mehr Irritierte den Kirchen… Mehr

Volle Zustimmung meinerseits, Feigheit geht nicht bei Hirten und nicht bei Oberhirten. Und bei den Schäfchen? Ansonsten gilt immer noch Dietrich Bonhoeffer: Einen Gott, den es gibt, den gibt es nicht. ER hat mit dem Leben bezahlt für seinen Mut, WIR müssen nur die wissenschaftliche Kultur des intelligenten Unterschiedens praktizieren. Vorbild ist dabei Hamed AbdelSamad.

Selbstverständlich gibt es keinen Gott. Welches »Es« könnte GOTT geben? Gott ist nicht von der Ordnung der Objekte (insbesondere kein Akkusativobjekt! 😉 ), das lehrte schon Thomas v. Aquin. Bonhoeffer zitiert Kirchenlehre seit der Scholastik (aber wer kennt die schon?).

Ich verstehe Bonhoeffer so: WENN es einen Gott gibt, oder gar eine Göttin, oder gar Götter und Göttinnen, dann offenbart er/sie sich nicht oder sie offenbaren sich nicht – jedenfalls mir nicht, da kann ich noch so sehr jammern. Die Juden als Erfinder der Figur eines Messias haben recht: Der war’s nicht, wir warten noch. (Gott sei Dank war er’s nicht – den gegenwärtigen Zustand der Welt MIT oder TROTZ Messias, man stelle sich das vor(!) – porca miseria). Das bringt ihnen die ewige Feindschaft der Christen ein, klar. Hans Küng, katholischer Theologe meint, „das ist alles auf’s Feinste gerichtet,… Mehr
Verehrter @giesemann: Mit Ihren „Erwartungen“ an den Messias (und entspr. Enttäuschungen) stehen sie der von Hamed Abdel-Samads beschriebenen diesseitigen Ausrichtung des Islam zweifellos näher als dem messianischen „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ des Christentums. Damit outen Sie sich im Grunde als Linker, dessen wesentliches Merkmal „…die Neigung zur Utopie einer idealen, vollkommenen Welt [ist], in der perfektionierte Menschen endlich glücklich leben können: ,Der Tag wird kommen‘, ,Die Zukunft singt‘ [,Les lendemains qui chantent‘, Autobiographie von Gabriel Peri]. Es ist der Bruch mit der christlichen Lehre, dass die ideale Gesellschaft nicht von dieser Welt ist.“ [Jean-François Chemain; französischer Historiker]… Mehr

Lieber Herr @giesemann,
Sie interpretieren Bonhoeffer ja sehr originell! (Leider aber abenteuerlich falsch, wenn Sie seinen theologischen Nachlass lesen…) Immerhin wissen Sie genau, wer und welche Religion „recht hat“.

Wir warten schon lange auf diesen Propheten!

Herr Hamed Abdel-Samad sieht die Strukturen des Islam schon sehr realistisch. Steinmeier versucht die Rede durch den Hinweis Hamed Abdel-Samad hätte seine Richtigstellung wohl nicht verstanden oder wahrgenommen, abzuwiegeln. Scheinbar bezieht er sich dabei auf ein Gespräch mit dem ebenfalls NICHT erfreuten Herrn Schuster, dem Vorsitzenden des jüdischen Zentralrates. In diesem Gespräch fällt der Satz: „Solche Schreiben seien Teil der diplomatischen Gepflogenheiten und die Basis für einen kritischen Austausch.“. Was sagt Steinmeier mit diesem Satz??? Diplomatische Noten müssen sich keinen Deut um die Realität kümmern und sind reine Floskeln?? Erst schmeicheln, dann „kritisch“ austauschen?? Wers glaubt. Israel ist zu Recht… Mehr

Dieser unsägliche Steinmeier möchte mit seiner gespielten Arroganz den deutschen Herrenreiter geben, der einen Untertanen zurechtweist. Herr Hamed Abdel-Samad ist aber ebensowenig Untertan, wie Steinmeier ein Herr ist.

Vielen Dank an Hamed Abdel-Samad – einfach großartig. Sehr interessant fand ich aber auch die Gesichter der Zuhörer, die gar nicht realisieren konnten, wie Ihnen geschieht. Da wagt einer, vor dem sich im Sessel fläzenden, hochnäsigen Herrscher, eine kontroverse Meinung zu vertreten. Wie konnte es soweit kommen? Wir verhalten wir uns jetzt, damit wir bloß nichts falsch machen? Am besten keine Reaktion zeigen, es könnte ja die Falsche sein. Man erkennt in den Gesichtern Ratlosigkeit, gespielte Langeweile mit etwas Ablehnung, aufgesetzte Teilnahmslosigkeit. Aber in erster Linie das Bemühen jetzt bloß nichts in Form eines Grinsens, Nickens oder was auch immer… Mehr

Daran kann man erkennen, was mit dieser Gesellschaft los ist. Wie weit sie schon ist.

Besten Dank, sowie große Hochachtung für einen Mann, der an Leib und Leben bedroht, die deutsche Rechts- und Gesellschaftsordnung verteidigt. Man zeige mir den geringsten Mut unserer polit-medialen Eliten.

Abdel-Samad glaubte doch nicht im Ernst, dass Steinmeier die Größe hat, einen Faux Pas einzugestehen

Woher soll der BP Größe nehmen, wo doch nicht mal die göttlich erleuchteten Herrschaften …?

Bravo Hamed Abdel-Samad! Danke für Ihre mutige Stimme! Zu Herrn Steinmeier möchte ich mich nicht äußern, wozu?!

Doch! Man sollte! Sonst können die noch viel weitergehen, und das völlig ungestört.

Ich bedanke mich für diese Veröffentlichung. Ich bin von Steinmeier erstaunt. Er fragt bez. Islamreform nach, zeigt sich interessiert. Ob es so ist, weiss nur der Politiker selbst.

Ich frage mich allerdings, auf wessen Geheiss muss (?) er dann derart „missverständliche“ Botschaften an den Iran sendet? Die logische Erklärung ist für einen Politprofi despektierlich: dann nämlich wüsste er nicht, was er tut. Das nehme ich ihm nicht ab.