Hamed Abdel-Samad schreibt an Frau Merkel

In einem offenen Brief richtet Hamed Abdel-Samad eindringliche Worte an Angela Merkel. Wir dokumentieren sie.

Screenprint: ARD/Anne Will

Zwölf Jahre nach ihrer Festellung des Scheiterns von Multikulti nach keinem neuen Konzept zu suchen, geschweige eines zu finden und zu verwirklichen, hält der engagierte Islam-Kenner Angela Merkel vor. Hamed Abdel-Samad schreibt heute bei Facebook:

„Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Sie wollen nach dem Mord von Susanna die Integration mehr ernst nehmen, sagten Sie gestern bei Anne Will. Erstens, Sie hätten die Integration mehr ernst nehmen müssen als Sie vor vielen Jahren Multikulti für gescheitert erklärt haben. Denn wenn ein Projekt scheitert braucht man ein neues Projekt oder zumindest ein neues Konzept. Beides haben Sie nach 12 Jahre Regierung nicht zustande gebracht.

Zweitens, hat der Mord von Susanna nichts mit mangelnder Integration zu tun, denn der Täter hätte von Anfang an keinen Anspruch gehabt, Deutschland zu betreten, und hätte nach der Ablehnung seines Antrags das Land verlassen müssen. Das gilt auch für den Fall Anis Amri und für viele der Täter der Silvesternacht in Köln und viele andere frühere und zukünftige Täter, die immer noch unter uns leben.

Es ist Zeit, dass Sie handeln, Frau Merkel. Floskel, wie „Wir schaffen das“ oder „Wir müssen genauer hinschauen“ reichen nicht mehr aus. Die Grenzöffnung war Ihre Entscheidung, die Sie weder mit dem Parlament noch mit den Bürgern dieses Landes noch mit den europäischen Partnern ausgehandelt haben. Man kann verstehen, dass Sie damals unter Zeitdruck standen oder emotional ergriffen waren von den Bildern aus Ungarn. Aber Sie wurden nicht gewählt, um das Leid der Welt zu lindern, sondern um Schaden von Deutschland abzuwenden und um seinen Nutzen zu mehren. Erklären Sie uns, wie sie dies mit der Grenzöffnung geleistet haben!

Sie haben die Gefahren unterschätzt, die mit dieser Entscheidung verbunden waren. Die Gegner dieser Entscheidung haben Sie mit dem Satz erpresst „Das wäre nicht mein Land“. Drei Jahre sind vergangen seit Beginn der Krise, auch viel Zeit seit die Ereignisse von Köln und dem Anschlag von Berlin, und es liegen immer noch keine Konzepte vor, wie Ihre Regierung mit diesen Phänomenen umgehen kann. Sie haben sowohl die Flüchtlinge als auch die Aufnahmefähigkeit Ihrer eigenen Bevölkerung unterschätzt. Sie haben sich auf die Einschätzung von Beratern und Studien verlassen, die die Lage nur kleinreden oder beschönigen und haben sich nie mit den Kritiker Ihrer Flüchtlingspolitik ernsthaft auseinandergesetzt. Sie und Ihre Berater sahen sich als die Guten und der Rest war Dunkeldeutschland. Einer Dame, die Ihnen von Ihrer Angst vor den Entwicklungen erzählte, sagten Sie, sie solle häufiger in die Kirche gehen und mehr Weihnachtslieder singen. Ist das alles, was ein Bürger von seiner Kanzlerin in Zeiten der Unsicherheit hören will?

Wir erwarten von Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, klare Konzepte, damit sich das Leid von den Opfern von Berlin, Kandel, Freiburg, Wiesbaden und anderswo nicht noch einmal wiederholt. Wenn Sie diese Konzepte nicht haben, dann zeigen Sie Größe und übergeben Sie die Verantwortung an jemandem der es kann! Sie waren und sind nicht alternativlos!“

Zum Facebook-Post von Hamed Abdel-Samad gelangen Sie hier.


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Frau Merkel wird nur mit den Achseln zucken: Sie hat nichts zu fürchten, wird sie doch von einem Heer ihr ergebener, von ihr abhängiger Mitläufer im Sattel gehalten, wie einst der schon tote Cid.

Diese »Getreuen« kennen ihr Mittelmaß und wissen gemau, dass mit dem Abgang der Kanzlerin ihre Karriere sehr schnell beendet wäre.

Was indessen aus Deutschland wird, ist ihnen ziemlich egal.

Herr Hamed Abdel-Samad sollte seinen Brief nicht nur auf Facebook veröffentlichen, sondern ihn der Bundeskanzlerin ins Bundeskanzleramt schicken um sicher zu gehen, dass sie ihn auch wirklich zu sehen bekommt. Aber möglicherweise landete er auch dort nur im Briefkorb, weil Kritik nicht opportun ist.

Wann sagt Frau Merkel denn endlich: „Das ist jetzt nicht mehr mein Land, …ich gehe…“! Genau darauf warten wir doch alle sehnsüchtig. Dann gehört das Land wieder uns und gegen das darauffolgende Fest wird die Fußball-Weltmeisterschaft wie ein Dorffest erscheinen.

Wenn Merkel bei der nächsten Wahl wieder antreten würde, dann würde sie auch wieder gewählt. Wo sind denn ihre ernstzunehmenden politischen Gegner?

„Man kann verstehen, dass Sie damals unter Zeitdruck standen oder emotional ergriffen waren von den Bildern aus Ungarn“. Widerspruch. Für die rund 3000 Migranten, die am Budapester Hauptbahnhof unter schlechten Bedingungen campierten, standen in Ungarn zwei große Flüchtlingslager zur Verfügung, mit Essen und Trinken und medizinischer Versorgung. Sie wollten nicht da hin, sie wollten nach Deutschland. Dafür nahmen sie widrige Umstände in Kauf. Es ging nie um Flucht vor Verfolgung und Krieg, der einzige Grund war das deutsche Geld. Merkel hat das natürlich gewusst. Sie und die Medien haben uns vom ersten Tag an belogen.

Richtig @Klaus Reichert. Und wer hat dafür gesorgt, dass dem UNHCR die paar hundert Millionen Dollar fehlten, damit er nicht mehr helfen kann oder soll vor Ort? Lächerliche Summe im Vergleich zu den zweistelligen Milliardenbeträgen, die uns der ganze Hype kostet – Jahr für Jahr.

Diesem Brief ist nichts hinzu zu fügen. Respekt und Applaus dafür!

Aber merkwürdig, @Wuidara, ist doch:
Schreibt ein Hamed Abdel-Samad so etwas zusammen (offensichtlich mit heißer „Nadel“), wird es zum Politikum.
Schreibt jedoch jemand »Noname« etwas mit viel mehr Substanz und viel dichter am Problem, fallen ganze Foren-Völkerschaften besserwisserisch über ihn her.
Unter dem Strich bleibt in summa: Wer hat denn dieses Versagen-Kollektiv an die Macht gewählt?
Auch Sie?

Das sieht man schon daran, dass ein Migrant es wagt, die bundesdeutsche Herrscherin zum Rücktritt aufzufordern, wie misslungen die Integration geworden ist. Ein Deutscher kuscht und hat sein Kreuz an der richtigen(!) Stelle zu machen! 😉
Lieber Hamed, ich wünschte es gäbe mehr von ihrem Kaliber!

Es fällt halt schwer, ihn oder andere mit solchem Hintergrund einen Rechten oder gar Nazi zu nennen.
Das macht den Unterschied.
Dennoch: dieses Engagement ist nicht hoch genug einzuordnen! Danke!

Das immer noch angenommen wird, diese Frau hätte im September 2015 unter Zeitdruck gehandelt, wäre emotional ergriffen, oder würde Gefahren unterschätzen. Sie wird auch nicht zurücktreten, den ihr „Ich habe einen Plan“ ist noch nicht erfüllt. Deutschland existiert noch. Lädiert, blutig, schmutzig, zerstritten, lächerlich gemacht, aber noch ist es nicht von der Landkarte verschwunden.

Für dieses Land ist sie der Fluch schlechthin. Und an diesem Fluch haben alle die mitgewirkt, die sie gewählt haben.

Gestern in der Innenstadt: Meine Freundin steht mit ihrem zweijährigen Enkel an der Kasse von Müller Drogerie. Plötzlich großes Geschrei. Ein Mann wird von einem Dunkelhäutigen vor den Augen meiner Freundin zusammengeschlagen, der danach sofort flüchtet. Es war der Dedektiv, der am Boden lag. Er wollte den Dieb stellen…
Realität in Deutschland 2018 am helllichten Tag.
Merkel und Ihre Vasallen gehören auf die Anklagebank!
Man geht arbeiten und zahlt seine Steuern. Für wen und was??
Für Kriminalität, Terror, Überfälle, Vergewaltigungen, Messerstechereien, Asylindustrie uvm….
12 Jahre Merkel und Europa ist ein Irrenhaus.

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