Ende Gelände

Die Meinung von Bauer Willi zum Geschehen am Rande von Garzweiler dokumentieren wir hier.

imago images / Michael Trammer

Die Meinung von Bauer Willi zum Geschehen am Rande von Garzweiler dokumentieren wir nachstehend.

„Am Montag Abend erreichte mich ein Anruf von Frau Henneberger, Pressesprecherin von Ende Gelände, in der sie sich für das Verhalten ihrer AktivistInnen entschuldigt. Diese käme deshalb so spät, weil sie sich erst um die Verletzten hätte kümmern müssen und auch Mühe gehabt hätte, meine Telefonnummer herauszufinden.

Heute war Frau Henneberger dann bei mir auf dem Hof, zusammen mit einem Team der Tagesschau, die mit ihr und mir ein Interview geführt haben. In der Sache wurden wir uns nicht einig, weil nach meiner Erkenntnis die Aussage, sie wären im Falle von Petersilien- und Gerstenfeld der Polizei ausgewichen, nicht stimmt. Ein kleiner Umweg von 50 m hätte jeden Schaden vermeiden können. Was das Möhrenfeld angeht, kann ich es nicht beurteilen, aber auch dort hätte man durch die Fahrgassen (Treckerspuren) gehen können und hätte so jeden Schaden vermieden. Aber sei es drum, die Entschuldigung habe ich angenommen.

Am Vormittag rief dann Robert Habeck bei mir an.  Wir haben uns rund 7 Minuten sehr ordentlich unterhalten. Er findet das Verhalten von Ende Gelände nicht in Ordnung und distanziert sich davon. Auch diese quasi Entschuldigung habe ich angenommen und ich habe ihn gefragt, ob er mir ein Interview geben wird zum Thema „Landwirtschaft und Grüne“. Ich habe ihn so verstanden, dass er damit zu einem späteren Zeitpunkt bereit ist.

Die Sendung für die Tagesschau mit dem Doppelinterview wird nicht ausgestrahlt. Als Grund wurde angegeben: das Gerstenfeld wäre nicht meines und der Eigentümer wäre nicht anwesend gewesen. WDR, RTL, SAT 1 oder die diversen Zeitungen hatten damit kein Problem. Da ich in dem Interview aber gesagt habe, dass sich Herr Habeck von Ende Gelände distanziert, hat daraufhin sein Büro bei Tagesschau angerufen und dies verneint. Ich hätte da etwas falsch verstanden. Das muss ich dann akzeptieren.

Mit diesem Artikel soll es zum diesem Thema aber auch gut sein. Was die letzten Tage aber gezeigt haben: die Möhre ist eine Art Symbol geworden. Die Diskussionen haben mir – und das ist jetzt mein ganz persönlicher Eindruck – gezeigt, das die Mehrheit mit dem Verhalten von Ende Gelände nicht einverstanden ist. Das empfinde ich als wohltuend.

Es zeigt aber auch, dass ein Teil der Bevölkerung das nicht so sieht. Für das hohe Ziel des Klimaschutzes sind Kollateralschäden in Kauf zu nehmen. Und das macht mich besorgt.

Wir müssen eine gesellschaftlichen Konsens schaffen, was in einer Demokratie erlaubt ist und wo die Grenzen sind. Das Staatsorgan hat die gemeinsam vereinbarten Regeln zu sichern. Die Polizei sind keine „Bullen“, auch dann nicht, wenn ich mit 70 durch eine geschlossene Ortschaft fahre. Denn auch das ist eine vereinbarte Regel. Ich werde bestraft, wenn ich mich nicht daran halte.

Von daher ist der „Fall Möhre“ eine Stellvertreterdiskussion für das gemeinsame Verständnis unseres Zusammenlebens. (Eigentumsrecht, ziviler Ungehorsam etc.) Sie könnte das Symbol für unser Demokratieverständnis werden. So wie die Sonnenblume für den Umweltschutz.

Ein kleiner Spaß sei mir erlaubt: Wie wäre es mit einem Aufkleber auf unseren Autos, Traktoren und Anhängern „Rettet die Möhren“

Euer Bauer Willi


Der Beitrag von Bauer Willi ist zuerst hier erschienen.

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Kommentare ( 74 )

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74 Kommentare auf "Ende Gelände"

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PR, PR, PR ist alles. Interessiert irgendjemand die abgefackelten Autos? Ist das „klimaneutral“?
Aber für mich ist das sowieso ein „Trottelvolk“.

Heute um 17:59 Uhr auf WDR 5:

Das mit den zertrampelten Feldern ist nicht so schlimm, im Gegenteil: die Moderatorin vom westdeutschen Rotfunk will gesehen haben, wie der Müll in blauen Beuteln am Rande sorgfältig abgelegt wurde. Und dass man daran sehen könne, wie ernst es die Aktivisten mit dem Umweltschutz meinen.

Auf deutsch: Nachdem die „Aktivisten“ (neudeutsch für: gewaltbereite, dekadente und gelangweilte Wohlstands-Stadtkinder) die Felder zertrampelt hatten, haben sie auf dem Weg nach Hause auch noch ihren Müll dort liegen gelassen.

Diese scheinheiligen GrünInnen und ihre Sympathisanten machen mich krank!

Habe noch ein ganz anderes Symbol für die Windradlobby vorbereitet.comment image?dl=0

Ach ja, unsere wohlstandsverwöhnten „Aktivisten“ … Für sie, die (auch im übertragenen Sinn) zumeist Vollgefressenen, gilt offenbar nicht mehr: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“. Kopfschüttelnd registriert man das windelweiche Verhalten der Staatsmacht (ulkiges Wort heutzutage). Anscheinend macht sich niemand Gedanken darüber, welche Lernwirkungen es auf „Aktivisten“ hat. Interessant wieder mal das Verhalten von Politikern und Medien: daß sie sich Zugeständnisse/Ehrlichkeit/Verständnis/Eingestehen von Fehlern/usw. leisten (können), solange man im kleinen Kreis ist, aber davon nichts mehr wissen wollen, wenn es in die Öffentlichkeit kommt oder zu kommen droht. Eine Doppelgesichtigkeit von privater Person und öffentlichem Rollenträger, wobei wir i.d.R.… Mehr

Die Idee mit dem Aufkleber ist doch gut. Runde Ausführung outdoor , 5 cm, 4/0 c, rundlaufender Text: „Stoppt Greta – rettet die Möhre“ und in der Mitte eine orange Möhre (viellleicht sogar mit niedlichen Kulleraugen). Kostet EUR 53,44 (2.500 Stk.), bei höherer Auflage wird es pro Stück noch günstiger (bei flyeral…)

Die Grünen wohnen in den Städten aber die WINDRÄDER stehen auf dem Land. Merken sie was? Wasch mir den Buckel aber mach mich nicht nass.

Korrekt. Ich bin dafür, daß jede Stadt pro 1000 Einwohner Minimum 1 MW an Windenergie im Stadtgebiet aufstellen muss. Wird doch bestimmt toll aussehen, Berlin, so mit 1500 Windrädern im Stadtgebiet, oder nicht?

Und selbst das ist ja nur ungefähr der derzeitige Wert. Will man „Energiewende Total“ müsste man den Wert auf ca. das 5-fache hochfahren.

Berlin hat knapp 900 km^2, würde bei 7500 Windrädern ca. 8 pro Quadratkilometer ausmachen.

Super, dann ist ja der Mindestabstand (knapp) gewahrt, damit es beim Umkippen keinen Domino-Effekt gibt.

Das Problem ist, in Berlin da weht kein Wind. Und wenn nur von links 😉

Dafür wird in Berlin jede Menge heiße Luft produziert. Die ließe sich doch sicher nutzen, wenn man sie ins öffentliche Fernwärmenetz einspeiste.

Vielen Dank an Bauer Willi und tichyseinblick, dank Ihnen erfahren wir was tatsächlich passiert ist.

ja, denn GEZ-ÖRR hat die Ausstrahlung des Interviews abgelehnt. Ich bin an die Zeiten vom DDR Fernsehen erinnert, als nur der Tenor der Partei – und Staatsführung veröffentlicht wurde.

Bauer Willi: „die Möhre ist eine Art Symbol geworden.“ Genau das habe ich auch schon gedacht. Die linksgrünen Meinungsmacher sind gerade dabei, Recht und Gesetz nach ihren Vorstellungen zu verbiegen. Der Tweet „Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima“ verdeutlicht das wunderbar. Es wird nicht mehr zw. Recht und Unrecht unterschieden, sondern zw. legitim und illegitim. Wobei sich die Weltenretter selbstverständlich die letztgültige Entscheidung anmaßen, was erlaubt ist und was nicht. Schule schwänzen trotz gesetzlicher Schulpflicht? Ist legitim, das muss sein, für’s Klima! Fremdes Eigentum zerstören und zertrampeln? Ist legitim, Klima ist wichtiger! Rechtsstaatlich verfügte Abschiebungen verhindern? Ist legitim,… Mehr
Die Grünen haben ja mit „Rettet die Bienen“ in meinem Landkreis in Bayern für Furore gesorgt und haben sich mittels Unterschriftensammlung durchgesetzt. Eines der Hauptargumente war ja, dass die Bauern Schuld sind am Rückgang der Insekten. Die hiesigen Bauern hatten aber bereits freiwillig sog. Blühstreifen an ihren Feldern angelegt (ca. 3 m breit über die ganze Länge des Feldes). Dies war ihr freiwilliger Beitrag zum Erhalt von Insekten und Bienen. Dass die Grünen nun daraus einen Zwang machen wollen, hat die Bauern derart verärgert, dass hier weit und breit kein einziger Blühstreifen mehr zu sehen ist. Ihr Standpunkt: Wenn schon… Mehr

Meine Schwägerin hier über den Rhein in RP hat mit zwei Bienenstöcken angefangen. Jetzt hat sie insgesamt acht (8) Stöcke. Sie kümmert sich um diese Bienen und diese liefern einen wunderbaren Honig, so gut Sie sonst keinen kaufen können. Man muß sich halt darum kümmern, sonst verkümmern die Tierchen oder sie hauen einfach ab, so hier in der Stadt schon mehrfach vorgekommen.
Soviel zum Bienensterben.

Bienen gibt es wie Imker landauf, landab immer mehr. Es liest sich nur besser, für die Honigsammler einzustehen als für Schmeißfliegen, Bremsen, Wespen und Schnaken.

Insbesondere: Die Grünen mit ihren „EEs“ (zumeist Maisfelder) fördern doch gerade den Monokulturanbau!

Ich weise immer gern auf die Sonnenblume hin. Im Parteilogo und typische Pflanze für industrielle Monokultur.

Der Rheinischen Post war dieser Tage zu entnehmen, daß »Ende Gelände« den materiellen Schaden durchaus ersetzen will. Bei einer »heiße-Luft-Entschuldigung« soll es also nicht bleiben. ….warten wir das Resultat ab. Ansonsten sind sie natürlich nichts weiter als die kommunistische Knüppelgarde, die der realen Machtübernahme den Weg bereiten soll, rot-grüne SA sozusagen. Nützliche Idioten, die später bei passender Gelegenheit selber kalt abserviert werden. Genauso wie hüpfende Pennäler, infantile Weltverbesserer und grenzdebile Genderfetischisten. Das eigentliche Ziel ist der totalitäre Sozialismus und dem sind inzwischen alle von SED bis zu großen Teilen der CDU verschworen. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht sind sie… Mehr
„Der Rheinischen Post war dieser Tage zu entnehmen, daß »Ende Gelände« den materiellen Schaden durchaus ersetzen will. Bei einer »heiße-Luft-Entschuldigung« soll es also nicht bleiben. ….warten wir das Resultat ab. “ Darüber wird nie mehr berichtet werden. Das Thema ist bald vergessen. Nehmen wir als Beispiel doch mal die „Bilateralen Abkommen“ vom letzten Jahr, als Merkel Seehofers Zurückweisungen an der Grenze, die er im „Masterplan“ wollte, stoppte. Ist da noch was passiert (bis auf diese Abkommen mit Spanien, wo nun die, die sich aus Spanien verlaufen haben, und an den 3 Kontrollpunkten im Osten Bayerns direkt an der Grenze erwischt… Mehr