Dramatischer Wirtschaftseinbruch – der Abstieg

Merkels Große Transformation als Dekadenz-Projekt für Deutschland.

Die neuen Wirtschaftsdaten sind vor allem eins: politisch verursacht, eine Quittung für die falsche Politik der Bundesregierung. Deshalb darf man die Daten nicht nur ökonomisch, sondern muss sie vor allem politisch, mehr noch, gesellschaftlich lesen.

Noch am 25.07.2020 feierte die Welt „überraschende Konjunkturdaten“ und blies ins Horn der Propaganda mit dem Artikel: „Deutschlands Wirtschaft steht vor einer V-förmigen Erholung“. Fünf Tage später muss die Zeitung eingestehen: „Deutschland erlebt historischen Wirtschaftseinbruch – BIP fällt dramatisch“.

Der dramatische Wirtschaftseinbruch von 10,1 % im Vergleich zum I. Quartal, von 11,7 % in Relation zum Vorjahr kann eigentlich niemanden überraschen. Ökonomen hatten im März bereits einen Einbruch von 7,2 bis 20 % vorausgesagt, je nach dem, wie lange der Lockdown anhalten würde.

Quelle: Dr. Bruno Kesseler/IWK-München

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Allerdings geistert immer noch die Vorstellung durch die Gazetten, die vermutlich von der Bundesregierung und großen Teilen der Opposition geteilt wird, wonach die Volkswirtschaft eines Staates so etwas wie ein Computer ist, den man nach Belieben hoch- und herunterfahren kann. Dass dieses Herunterfahren der Wirtschaft im besten Fall „nur“ zu einer Transaktionskrise führt, scheint den verantwortlichen Politikern nicht bewusst zu sein. Zumindest hat der Parteivorsitzende der Grünen, Robert Habeck, der Wirtschaft als einen riesigen Kindergeburtstag zu verstehen scheint, in Plasbergs Hart aber fair gejubelt, dass Corona zeige, wie man eine Volkswirtschaft aus „ethischen Gründen“ lahmlegen kann. Was Fridays für future nicht gelang, glückte nun Corona.

Doch um die Situation zu verstehen, muss man sich die Zahlen, nicht die Kommentare näher ansehen. Sie bestätigen, dass die Corona-Epidemie nicht der Verursacher, sondern nur der Beschleuniger der Krise ist. Die Ursachen liegen also tiefer.

Bereits im II. Quartal 2019 verzeichnete Deutschland einen Wirtschaftseinbruch des Bruttoinlandsprodukts von minus 0,5 %. Das dritte Quartal brachte eine leichte Erholung auf 0,3 %, die aber im vierten Quartal bereits wieder verrauscht war, denn es fand keinerlei Wachstum statt. Will Deutschland seinen Wohlstand auch nur annähernd halten, benötigt es ein jährliches Wachstum von mindesten 1,5%.

Ohne das dritte Quartal 2019 hätte man bereits im Vorjahr von einer Rezession sprechen müssen. Wenn man ehrlich ist, kommt man an der Feststellung nicht vorbei, dass die Bundesrepublik bereits im Vorjahr in eine Rezession gerutscht war. Spätestens mit dem I. Quartal 2020 jedoch befinden wir uns nun in der Rezession.

Viele Medien verschweigen, dass der minus 2,1 Wirtschaftsrückgang im ersten Quartal 2020 weder etwas mit der Corona-Epidemie allgemein, noch etwas mit dem Lockdown zu tun hat, und suchen, einen gegenteiligen Eindruck zu erwecken. Die Gründe für die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft sind von der Regierung verursacht. Sie finden sich in einer viel zu hohen Staatsquote, in der durch die Bundesregierung, mehr aber noch durch die EU vorangetrieben Bürokratisierung, in der sogenannten Klima- und Energiepolitik, die in Wahrheit eine Agenda der De-Industrialisierung ist, in der zu starken Exportausrichtung der deutschen Industrie, in der Nullzins-Politik der EU und schließlich in den nun zu Buche schlagenden Folgen der katastrophal falschen Bildungs- und Forschungspolitik.

Dass nun das panische Handeln der Regierung während der Corona-Epidemie mit dem unverantwortlichen Herunterfahren der Wirtschaft die Talfahrt noch befördert, ist beinah schon naturgesetzlich, zumindest überrascht es nicht.

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Um die wirtschaftlichen Folgen der eigenen Politik zu entschärfen oder zu verschleiern, das liegt im Auge des Betrachters, hat die Bundesregierung die Gelddruckpresse angeworfen. Die WELT konstatiert. „Allein der spendable Staat sorgte dafür, dass die Wirtschaftsleistung nicht noch stärker unter die Räder geriet.“ Das stellt natürlich die Frage, ob ohne Staatsintervention, wozu Konjunkturprogramme, Kredite und Kurzarbeitergeld gehören, nicht der Einbruch entsprechend des im März vorgelegten worst-case-Szenario gegen 20 % tendiert hätte. Ohne Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld läge die Arbeitslosenzahl vermutlich bei 9 Millionen und nicht bei knapp 3 Millionen Arbeitslosen wie zur Zeit.

Weil bewusst der Eindruck erweckt wird, das Kurzarbeitergeld wäre eine Wohltat, die der Staat verteilt, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass im Rahmen des Gesetzes zur Änderung und Ergänzung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 23. Dezember 1956 am 1. Januar 1957 durch Artikel II das Kurzarbeitergeld eingeführt wurde. Das Kurzarbeitergeld ist eine Versicherungsleistung, die durch Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert wird.

Problematisch an den Maßnahmen der Regierung ist, dass erstens die teuren Programme vom Bürger zu refinanzieren sind, zweitens die Konjunkturpakete verpuffen werden und drittens die enormen Schulden und Garantien, die nun von der Bundesregierung eingegangen werden, der Finanzierung Italiens, Spaniens und der französischen Banken dienen und von einem Staat getragen werden müssen, dessen Wirtschaft in die Rezession gleitet.

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Die Bundesregierung und viele Medien werden alles unternehmen, um zumindest bis zur Bundestagswahl im nächsten Jahr die Situation zu beschönigen und zwar durch Konjunkturprogramme und wirtschaftliche Hilfen einerseits, die mit der Gelddruckerpresse und durch Schulden beglichen werden, und durch die Verschärfung der divide-et-impera-Politik und Propaganda andererseits, um Kritik und objektive Berichterstattung zu behindern. Kritiker der alternativlosen Politik der Großen Transformation werden systematisch als „rechts“ diffamiert, und „rechts“ wird mit „rechtsextrem“ gleichgesetzt, wie es inzwischen schon symptomatisch ist, wenn bspw. in einem Artikel auf der Homepage des Nachrichtensenders ntv „das bürgerliche und rechtsradikale Lager“ in einem Atemzug genannt werden.

Identitätspolitik, Masseneinwanderungspolitik, Klimaapokalyptik, Genderismus und als neuestes Mittel der Zerstörung der eigenen Kultur: „Antirassismus“ werden entweder weiter durchgesetzt bzw. unterstützt und finanziert, um die Gesellschaft zu spalten.

Politischer Diskurs, Toleranz, demokratischer Wettbewerb, politischer Rationalismus und solides Wirtschaften scheinen aus der Mode gekommen. Sollte es der Regierung gelingen, die Folgen ihres Handelns bis zu Bundestagswahl zu bemänteln oder zu dämpfen, was fraglich ist, wird spätestens am Tag nach der Wahl das wahre Ausmaß des Abstiegs deutlich werden. Die deutsche Gesellschaft definiert die spätrömische Dekadenz zeitgemäß.

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Kommentare ( 155 )

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155 Kommentare auf "Dramatischer Wirtschaftseinbruch – der Abstieg"

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„Die deutsche Gesellschaft definiert die spätrömische Dekadenz zeitgemäß“ – das eben tut sie nicht, sofern man mit Dekadenz Ausschweifung, Immoralismus und hemmungslosem Luxus in der Spätzeit des römischen Reiches verbindet. Nichts steht der von Petronius im „Satyricon“ beschriebenen Kultur des Rausches mehr entgegen als die von moralinsaurer politischer Korrektheit, bigotten Verzichtsforderungen und altjüngferlichen Sexismusdebatten triefende deutschen Gegenwartsgesellschaft. Unter einer zeitgemäßen Definition spätrömischer Dekadenz stellt man sich doch eher eine ausgelassene Feier im Hause Berlusconi als ein Abendessen bei der Kanzlerin oder gar einen veganen Parteitag der Grünen vor.

Lt. Machiavelli ist Politik „die Summe der Mittel, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den nützlichsten Gebrauch zu machen“ Die „Politik“ der Regierung Merkel kann in diesem Sinne nicht verstanden werden. Sie Herr Mai haben es trefflich formuliert: „Wohl noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat ein Bundeskanzler so sehr deutsche Interessen ignoriert, so wenig Empathie für das Leben der deutschen Bürger, für den Wohlstand der Nation und das Glück und die Zukunft unserer Kinder aufgebracht wie Angela Merkel. Noch nie in der Geschichte strebte… Mehr

„Deutsche Interessen ignoriert“ ist noch viel zu empathisch, „verraten“ trifft es.

Danke für diesen Artikel!Ja,die Regierung hat großen,großen Mist gebaut und muss dafür ENDLICH zur Rechenschaft gezogen werden.Deshalb:Kommt morgen nach Berlin!Nutzt die einmalige und historische Chance,uns unsere Freiheit wiederzuholen.Denn ich fühlt mich nicht mehr frei in unserem Land.Das Herz Deutschlands,die Mitte,sollte aufstehen und den paar linken und rechten Gegendemonstranten nicht wieder das Feld überlassen.Wir sind viele. Abstandsregeln werden gewahrt.

Die Leistung der deutschen Regierung beschränkt sich immer mehr auf das Verteilen von Geldgeschenken, vor allem an die EU. Wenn dann doch mal ein neues Unternehmen in Deutschland wie Phönix aus der Asche aufsteigt, erweist es sich als „Fake“ und demaskiert zudem die Unfähigkeit der politisch Verantwortlichen. Die spätrömische Dekadenz macht sich breit in der Auffassung, daß wir Luxus und Technik nur billig zukaufen müssen (in Rom aus den Provinzen, jetzt vor allem aus China), uns aber kaum mehr um mit eigenem Engagement um hochqualifizierte Bildung, Forschung und Entwicklung kümmern müssen – Geld wird für soziale Wohltaten umverteilt, aber auf… Mehr

Wer zuerst kommt, könnte bei den Chinesen einen guten Preis bekommen:

https://www.welt.de/212450215#/comment/5f23c9865d452f0001205765

„… Die „Schweiz des Nahen Ostens“ will sich an China verkaufen …“

BTW: Hätte ich die Moschee auf dem Foto nicht gesehen, hätte ich beim ersten Anblick der Skyline gedacht, es sei Hongkong…

Merkel am 16.06.2005: „Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. […] Auch da sind wieder Widerstände zu überwinden.“

Mission Accomplished. Später werden sich wieder alle wundern, dass wieder ein Kanzler gehalten hat, was er versprochen hat.

Im übrigen – Danke, ein klasse Kommentar.

Sie rekurrieren auf, „Gebt mir zehn Jahre Zeit, und Ihr werdet Deutschland nicht wiedererkennen!“, oder so ähnlich?

Geiler geht’s nicht!

‚Birne‘ ist die Deutsche Einheit in den Schoß gefallen, dem Schröder-Man die Oderflut.

‚Mutti‘ hatte Fukushima, Gendergedöns, ‚Flüchtlinge‘, Klima und Corona.

Läuft…!

Das Schlimme ist, dass der deutsche Doofbürger das alles unkritisiert absorbiert.

Moment! Wenn Lafo gewonnen hätte, gäbe es eventuell noch 2 deutsche Staaten – vielleicht nicht das schlechteste übrigens. Allerdings wären eventuell noch ein paar hunderttausend Russen um Berlin herum stationiert.

… und die Nordstaaten hätten nach dem Brexit immernoch eine hauchdünne EU-Mehrheit gehabt!

Vor „Russen“ habe ich keine Angst! Aber vor Merkel sollte man schon mal die Stirn runzeln. Wenigstens das!

nur ein Hinweis: Es war die Elbe-Flut.

Viele haben es schon geschrieben und noch viele mehr bestimmt schon gedacht:
Corona kam der Bundesregierung wie gerufen. Endlich etwas, wem man die Schuld in die Schuhe schieben kann.
Ohne Corona und Lockdown stände diese Bundesregierung längst als das da, was sie wirklich ist:
Ideologiegetrieben und unfähig. Ein Sammelsurium an Möchtegern-Politikern ohne jegliche Wirtschafts-, Handlungs- und Sozialkompetenz.
Und das in einer Parlamentshöhe, die dem Normalbürger Euros in einer Gesamthöhe aus der Tasche zieht, die denen eigentlich die Schamesröte ins Gesicht sprengen müßte.
Deutschland, gute Nacht.

Dazu kommt noch meines Erachtens ein hoher Anteil an Korruption und Bestechlichkeit.

Ich denke, unsere Politiker sind nicht nur Mittelmass und unfähig, ich befürchte auch, dass ein Teil genau diese Politik haben will und dass dem anderen Teil der Politiker es vollkommen egal ist, was hier passiert und was aus Deutschland wird. Sie laufen mit der Masse mit und haben keinen Mut, die Gefahren für Deutschland aufzuzeigen. So ist’s halt bequemer! Eine verhängnisvolle, bedrohliche Melange für unser Land. „Genial und gelungen“ (im negativen Sinn, bitte, nicht falsch verstehen) finde ich, dass es den „Herrschenden“ (so muss man sie wohl nennen) gelungen ist, die Opposition zur Wirkungslosigkeit verdammt und die Medien vereinnahmt zu… Mehr
Dem anderen Teil der Politiker, leider eben ein recht kleiner Teil, ist es sicher nicht egal, aber sie sind zur Wirkungslosigkeit verdammt, weil verfemt. Das betrifft natürlich die AfD, aber auch die Werteunion der CDU und zumindest einige der FDP, die schon lange eine Beliebigkeitspartei ist, geführt von Leuten, die ihr Mäntelchen meist nach dem Wind hängen. Würde der Wähler nicht so dumm sein und diese Politiker ständig wählen, wären die nicht am Ruder. Sie sind es aber, daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass die Deutschen weitestgehend völlig unpolitisch sind. I. Kant hat nicht ohne Anlass seine „Kritik… Mehr

Während Deutschland absteigt, freut sich ein Herr aus Luxemburg, dass Germoney fremde Rechnungen bezahlen sollte – wohl wissend, dass nicht er es tun muss:

https://www.welt.de/politik/ausland/plus212518669/Jean-Asselborn-Deutschland-hat-wahrhaft-europaeisch-gehandelt.html

Dass Polen und Ungarn verschaukelt werden, wenn sie an den In-Ruhe-Lassen-Deal glauben, habe ich bereits geschrieben. Sollten die beiden Länder gewarnt sein – noch kann man den „EU“-„Eliten“ einen Strich durch die Rechnung machen.

Kann es sein, dass wir aktuell einen Staat zulassen der sich, wie bereits zwei gescheiterte Sozialstaatsexperimente auf dem Boden der Republik/EU (III/R, DDR), an den Resourcen der Restwelt und den heutigen Steuerzahlern bedient? (Benutzung der Rest-Welt (Export-/Importweltmeister) für den eigenen Sozialstaat (auch EU) im Namen der Gerechtigkeit). Systemwechsel Phantasien bedürfen zur Zeit keiner Revolution! Allerdings sollten wir (Bürger) Systemfehler sicherlich berichtigen. Wie z.B. der Wechsel des Politikers durch Berufung und/oder Wahl zu Exikutivbeamten auf Zeit. Die Doppelrolle zerreist selbst die stärksten Berufspolitiker! Die Abgabe der politischen Ämter auf Zeit hilft der Demokratie! Der Staatsbetrieb (Steuerlast/Kredite/Abgaben – 4 Billionen€) frist heute… Mehr