Dieter Hundt: Wir sollten über Ausstieg aus Kernenergie noch einmal nachdenken

Der frühere BDA-Präsident kritisiert die Energiewende: Die Stromkosten seien zu hoch.

Christian Marquardt/Getty Images

Die steigendenden Energiepreise in Deutschland gefährden nach Meinung des Unternehmers und früheren BDA-Präsidenten Dieter Hundt zunehmend die deutsche Wirtschaft. Der Druck insbesondere auf die Autoindustrie, weiterhin Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern und dort aufzubauen, steige weiter. „Das ist eine bedrohliche und sehr besorgniserregende Entwicklung. Die Energiewende war nicht zu Ende gedacht. Sie ist zu abrupt erfolgt, ohne dass die Konsequenzen berücksichtigt wurden“, sagte Hundt, Chef des Automobilzulieferers Allgaier Werke und bis 2013 Präsident des BDA, dem Monatsmagazin Tichys Einblick. „Wir sind zwar dabei, Kern- und Kohlekraftwerke abzuschalten, wir wissen aber nicht, wie eine entsprechende Kompensation des Energiebedarfs möglich ist, und auch nicht, wie sich die gesamte Entwicklung E-Mobilität, Energiewende und so weiter auf die Arbeitsplatzsituation auswirkt.“

Deutschland habe schon jetzt „enorm hohe Energiekosten“, so Hundt und erklärt das Problem am Beispiel seines Unternehmens. „Wir sind ein sehr energieintensiver Produzent. In Frankreich zahlen wir exakt 50 Prozent weniger für die Kilowattstunde Strom im Vergleich zum Preis in Baden-Württemberg.“ Deshalb müsse sein Unternehmen ständig abwägen, ob neue Produktionskapazitäten nicht besser mit Ausland aufgebaut werden sollten. „Wir fragen bei jeder neuen Investition in unsere Presswerke, ob die wirklich in Deutschland erfolgen muss, wenn ganz in der Nähe die Produktionskosten nur die Hälfte betragen.“

Hundt schlägt als Lösung vor, noch einmal über den Ausstieg aus der Kernenergie nachzudenken. „Wenn wir die Klimapolitik tatsächlich erfolgreich umsetzen wollen, sollten wir erstens den Diesel als Pkw-Antrieb nicht länger verdammen. Und zum Zweiten sollten wir unsere ideologische Einstellung hinsichtlich der Kernenergie überdenken“, so Hundt. „Wir werden unsere Energiesituation in Deutschland allein mit Wind- und Solarenergie nicht ausreichend erfolgreich bewerkstelligen können.“


Unterstützung
oder

Kommentare ( 34 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

34 Kommentare auf "Dieter Hundt: Wir sollten über Ausstieg aus Kernenergie noch einmal nachdenken"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Das was die Alternative für Deutschland jeden Tag sagt! Nur keiner berichtet dazu

Lese ich „der frühere“ , „AD“ oder ähnliches, lese ich nicht mehr weiter, es reicht mir langsam, immer kommen sie aus ihren Löchern gekrochen wenn sie Wirtschaftlich abgesichert sind, oder wenn sie noch ein Buch geschrieben haben.

Die Zeiten sind klar, wer jetzt nicht EINDEUTIG Stellung PRO Demokratie bezieht, Stimmt zu, so einfach ist es mittlerweile.

Von den Linken lernen heißt Siegen lernen.
Du bist nicht für uns, also bist du gegen uns!

Alles richtig, was Hundt sagen. Nur, „wir werden von Idioten regiert“, wie eine Oppositionspolitikerin treffend ausführte. Und daran wird sich auch in Zukunft wenig ändern und ganz bestimmt nicht dann, wenn die nächste Bundesregierung von Schwarz/grün oder noch fataler Grün/schwarz gestellt wird.
Die große Transformation wird fortgesetzt mit monströsen Energiekosten und allen Konsequenzen die sich daraus ergeben.

Tja, diese alten, weisen Männer, die zu Zeiten der katastrophalen Fehlentscheidungen noch in verantwortlichen Souffleur Posten mit Hang zur Politik saßen, kommen jetzt – nachdem für JEDEN Normalo die Karre erkennbar am Baum klebt – um die ach so nachdenkliche Ecke. Jetzt wo es zu spät ist, das einstige Wissen, die Leute die es konnten abgewandert sind, niemand mehr da ist / sein wird, der die abgemeldeten Mailer noch betreiben oder gar warten könnte, jetzt kommt die Erinnerung was war ANSTATT den irrlichternden Polit -und Wirtschafts Dilettanten vor Jahren in den Arm der Abschaltung zu fallen, war es das höchste… Mehr

Herr Hundt hat nicht verstanden.
Die Ziele der linksgrünen Einheitspartei Deutschlands (SED2.0):
Das Ziel ist nicht Kostenreduzierung.
Das Ziel ist Kostenmaximierung durch Systemwechsel
(sie verdienen kräftig am Systemwechsel, haben sich entsprechend ihres Narrativs handaufhaltend eingenistet)
und
Das Ziel ist Deindustriealisierung.

Wie stellt Herr Hundt sich das vor? Seit Jahrzehnten werden die Jugendlichen schon in der Schule mit Anti-KKW-Propaganda abgefüllt. Sogar dieses Pausewang-Machwerk „Die Wolke“ gehört zur Schullektüre. Und dann das Trommelfeuer gegen die Kernkraft in den MSM. Da kommt niemand mehr gegen an.
Ein wochenlang andauernder Blackout könnte evtl ein Umdenken anregen, und das nur mit Glück.

„Wir werden unsere Energiesituation in Deutschland allein mit Wind- und Solarenergie nicht ausreichend erfolgreich bewerkstelligen können.“ Doch, können wir! Indem wir allen linksgrünen Sozialisten von Grünen bis CDU den Strom abstellen. Problem gelöst.

Vernünftige Überlegungen betreffs des Erhaltes der Kernkraft wird es in Deutschland nicht geben:
Die Kanzlerin braucht die Grünen und die werden ihr liebstes Hobby niemals aufgeben.
Für ergebnisoffene Diskussionen ist es zu spät.

Ja, Herr Hundt, und das sagen Sie mal den Linken und den Ökos und schon sind Sie Nazi……

Der Deutsche wird es wach, wenn kein Strom mehr aus der Steckdose kommt. Dann wird Plerrbock uns erklären, dass der Speicher im Netz kaputt war und die Kobolde grade in Urlaub sind.