Kindervergewaltiger zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt

In dieser Woche endete in Dessau-Roßlau der Prozess um die Vergewaltigung eines neunjährigen Mädchens. Während des Prozesses hatte der Täter ein Geständnis abgelegt. Das Urteil: fünfeinhalb Jahre Haft.

imago images / Steffen Schellhorn
Landgericht Dessau-Roßlau

Der geduldete 27-jährige Asylbewerber Seydou N. (eine Woche nach der Tat wäre seine Duldung ausgelaufen) hatte das Mädchen, das einen Teddy im Arm getragen haben soll, am 9. Juni dieses Jahres auf die nahen Elbwiesen verfolgt und sich dort an ihr vergangen. Da die Tat in aller Öffentlichkeit geschah und von Anwohnern bemerkt wurde, konnte das Mädchen aus den Fängen des Vergewaltigers befreit und der Täter anschließend von Zeugen gestellt werden.

Nehmen wir die Anklagepunkte schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, schwere Vergewaltigung und vorsätzliche Körperverletzung, dann wurde der Angeklagte in diesen Punkten jetzt vom Landgericht Dessau-Roßlau schuldig gesprochen. Nun ist allerdings nicht nur die Tatschilderung verstörend, das Urteil ist es für viele ebenso, wenn der Täter gerade einmal zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde.

Der Angeklagte hatte nach anfänglichem Schweigen und unter der Last der erdrückenden Beweise gegen ihn gestanden, die Neunjährige unmittelbar vor der Tat beobachtet zu haben, wie sie zum Spielen auf die Elbwiesen gehen wollte. Er sei ihr gefolgt und habe sie dort vergewaltigt.

Nun hatte auch die Staatsanwaltschaft lediglich sechs Jahre Haft gefordert, die Nebenklage achteinhalb und die Verteidigung bat um fünf Jahre. Laut Mitteldeutscher Zeitung soll ein weiterer Anklagepunkt illegaler Waffenbesitz und das illegale Führen von Waffen gewesen sein – der Vergewaltiger hatte bei der Tat ein verbotenes Butterflymesser dabei.

Die Staatsanwaltschaft erklärte in ihrem Plädoyer, die psychologischen Folgen seien für das Mädchen „ganz, ganz massiv“. BILD ebenso wie die FAZ berichten, das Mädchen würde sich heute kaum noch aus der Wohnung trauen. Zum Tathergang erwähnte die Staatsanwaltschaft, dass die Beweisaufnahme ergeben hätte, dass der Täter seinem neunjährigen Opfer während der Vergewaltigung den Mund zuhielt und sie am Hals würgte.

Der Spiegel berichtet nun aktuell – wie andere Zeitungen auch – über das Urteil. Allerdings legt das Magazin besonderen Wert darauf, mitzuteilen, dass es im Anschluss an die Tat im Ort zu Demonstrationen gekommen sei, an denen sich auch Leute „aus dem rechten Spektrum beteiligten“. Verändert das die Qualität der Tat nach derselben? Hier muss die Frage gestellt werden, ob denn diese Blattmacher eigentlich vor nichts mehr Respekt haben. Tatsächlich macht der Spiegel hier getrieben von einer Ideologie nicht einmal mehr davor halt, auf Kosten einer Neunjährigen politisch zu agieren, anstatt seinen Lesern detailliert auseinanderzusetzen, was diese verstörend finden könnten: beispielsweise, warum das Strafmaß so niedrig ausgefallen ist, wie es ausgefallen ist und warum offensichtlich keine Sicherheitsverwahrung angeordnet wurde, wenn doch der Nebenkläger laut Bild die völlige Empathielosigkeit des Täters beschreibt, der getrieben von seiner Lust „das kleine Mädchen zum Objekt degradiert“ hätte. Wird es nach Haftverbüßung wieder passieren?

Von den berichtenden Medien unbeantwortet bleibt bisher auch die Frage, ob der Verurteilte eventuell und „bei guter Führung“ nach Abbüßung von zwei Dritteln der Strafe bereits wieder auf freien Fuß gesetzt werden könnte. Einziger Sonderfall übrigens hier: „Verbüßt der inhaftierte Mandant eine Freiheitsstrafe aufgrund einer Verurteilung wegen einer Sexualstraftat, holt die Strafvollstreckungskammer zur Vorbereitung und Absicherung ihrer Entscheidung über den Antrag auf Strafverkürzung zudem regelmäßig ein psychologisches Gutachten über den Mandanten ein.“

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Kommentare ( 120 )

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120 Kommentare auf "Kindervergewaltiger zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt"

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„Jetzt sind sie halt hier!“
Und wir werden sie nicht mehr los – glaubt denn irgendjemand hier, dass der „Kollege“ nach Verbüßen seiner milden Haftstrafe wieder in die Heimat abgeschoben wird?
Und die evangelische Kirche will jetzt mit einem eigenen Fährschiff weitere solche potentielle Kandidaten vor der Küste Nordafrikas abholen. Amen!

Ich bin lernfähig.
Bevor ich demnächst mit dem Auto „zu schnell fahre“, werde ich mir schwarze Schuhcreme ins Gesicht schmieren und ein Kopftuch anlegen.

Strafmaße in gleiche rGrößenordnung werden sonst vergeben für Polenböller an der Moscheetür (keine Verletzten), Molotov im Garten von Flüchtlingsheim (keine Verletzten), Heben des rechten Arms (keine Verletzten) oder Teilen von Videos von Enthauptungen am Jungfernstieg bzw. Schwertschwingern in Stuttgart (jedenfalls keine Verletzten durch das Video). Wäre alles nicht passiert, wenn das Asylrecht mit derselben Stringenz behandelt würde wie Brandschutz oder Strahlenschutz.

Es sind auch 4 1/2 Jahre drin, wenn man zwei Betrunkene zu einer Asylunterkunft in Salzhemmendorf fährt, die dort dann einen missglückten Anschlag durchführen (8 Jahre, 7 Jahre). Wir nähern uns zügig mittelalterlicher Rechtssprechung, wo der unbotmäßige Augenaufschlag gegen eine „Person von Stande“ mit Auspeitschen bestraft wurde.

Rechtsprechung in Deutschland 2019:

Für eine angekokelte Moscheetüre in Dresden 10 Jahre Haft
für ein vergewaltigtes Kind, dass ein lebenlang an diesem Verbrechen leiden wird,
5,5 Jahre !!!
Ich bin fassungslos, was in diesem Land inzwischen alles möglich ist.

Unser Rechtssystem und die darin Agierenden sind moralisch bis ins Mark verrottet, bar jeden Anstands und schamlos im schlimmsten denkbaren Sinne.

Das beste Deutschland, das es je gab. Und 87% wollen das so.

So wird der Satz „Deutschland du mieses Stück Sch…“ jeden Tag ein bischen wahrer, nur anders als gemeint.

Ich habe schon des öfteren zur Strafmaß Findung gerade wenn es um „einen der noch nicht so lange hier lebt“ geschrieben,und warum wohl so entschieden wird wie hier.
Das Rechtssystem das wir einmal kannten gibt es nicht mehr,es wird nicht nach Gesetz sondern nach Nase gerichtet.
Wer die Schuld daran trägt sollte jedem klar sein!

U**

Sachliche Kritik an der deutschen Justiz ist sinnlos, **

Sachliche Kritik an unserem ganzen Staat erscheint mittlerweile sinnlos.

Die Höchststrafe für dieses Verbrechen ist 10 Jahre (laut §176a StGB). Das wird wohl das Geheimnis des Richters bleiben, warum diese Höchststrafe hier nicht ausgenutzt wurde. Unsere Strafgerichte sind auch dazu da, den sozialen Frieden wieder herszustellen. Die Richter haben also auch ein Urteil zu sprechen, das in den Augen der Bevölkerung als gerecht angesehen wird (eben um zumindest unter dem juristischen Aspekt den sozialen Frieden wieder herszustellen). Ich bezweifle, dass dieses Urteil von der Mehrheit der Bevölkerung als gerecht angesehen wird. Für mich ist es das nicht! Ich sehe hier (bei einer solch ungeheuerlichen Vergewaltigung eines Kindes und einem… Mehr

„Das wird wohl das Geheimnis des Richters bleiben, warum diese Höchststrafe hier nicht ausgenutzt wurde.“

Kein Geheimnis ist die Nähe der Justiz zum rotgrünen Weltbild. Im besonderen die Grünen sind für ihre besondere Kinderliebe bekannt. Prominentester Vertreter ist der bekennende Päderast Cohn-Bendit. Man mag darüber spekulieren, wieviele Kinderseelen dieser gute Mensch auf dem Gewissen hat.

„Deutschland wird sich verändern, und ich freu mich drauf!“ KGE 11/2015