Der Sozialstaat in der demografischen Falle

Ohne Sinn und Verstand haben Politiker die Reformdividende des letzten Jahrzehnts verprasst und verschärfen damit die langfristigen Nöte der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Deutsche Bundesbank erhitzt mit einem Vorschlag zur weiteren Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ab Beginn der 2030-er Jahre die Gemüter. Um die dramatischen demografischen Konsequenzen aus der weiter steigenden Lebenserwartung und den starken Baby-Boomer-Kohorten zu mildern, die ab dem kommenden Jahrzehnt in Ruhestand gehen und dann für rund zwei Jahrzehnte das Verhältnis von Beitragszahlern und Leistungsempfängern massiv verschlechtern, schlägt die Bundesbank eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters ab 2032 um einen Dreiviertelmonat pro Jahr vor. Der Geburtsjahrgang 2001 ginge dann ab Mai 2070 mit 69 Jahren und vier Monaten regulär in Rente.

Nach dem aktuell geltenden Rentenrecht steigt dieses reguläre Renteneintrittsalter bis zum Jahr 2031 stufenweise auf 67 Jahre, bis zum Jahr 2024 noch in Monats-, ab 2024 dann in Zweimonatsschritten. Der Jahrgang 1964, übrigens der geburtenstärkste in der Geschichte Deutschlands, wird dann der erste Jahrgang sein, der erst mit Vollendung des 67. Geburtstags regulär in Rente gehen kann. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters, die in der ersten Großen Koalition unter Angela Merkel vor allem vom sozialdemokratischen Arbeitsminister Franz Müntefering gepusht wurde, war und ist bei den Bürgern noch nie populär gewesen. Doch genau diese Maßnahme sorgt im kommenden Jahrzehnt dafür, dass die weiter steigende Lebenserwartung, die zu einer immer längeren Rentenbezugsdauer führt, durch eine längere Erwerbsphase kompensiert werden kann. Allerdings wird dieser Effekt nach geltendem Recht mit dem Jahr 2031 auslaufen. Dabei wird sich die demografische Lage der Rentenversicherung erst ab etwa 2040 wieder leicht entspannen, weil dann bereits ein größerer Teil der geburtenstarken Rentnerjahrgänge gestorben ist und sich das Verhältnis der jungen und alten Kohorten wieder etwas angleicht.

Wie stark sich die Altersstruktur der Jahrgänge auf die Finanzlage der gesetzlichen Rente auswirkt, belegen gerade die vergangenen zehn Jahre. Denn der demografisch bedingte Ausgabendruck pausierte, weil die Nachkriegsjahrgänge, die neu in Rente gingen, vergleichsweise schwach besetzt waren. Die Rentenversicherung profitierte auch massiv von der wachsenden Zahl der pflichtversichert Beschäftigten. Deren Zahl stieg in den Jahren 2008 bis 2017 um fünf Millionen (!). Das entspricht einem Beschäftigungsaufwuchs um fast ein Fünftel. Die günstigen Rahmenbedingungen und die Reformen der Ära Schröder sowie das höhere Renteneintrittsalter führten zu einer Entspannung der finanziellen Lage der Rentenversicherung. Die Beitragssätze konnten von ihrem bisherigen Höchstsatz von 19,9 Prozent auf heute 18,6 Prozent abgesenkt werden. Auch das Rentenniveau, in dem sich das Verhältnis der Standardrente vor Steuern zum durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen vor Steuern abbildet, stieg gegenüber den damaligen Vorausberechnungen und liegt heute bei 48,1 Prozent. Trotz der Beitragssatzsenkungen wuchs die Rücklage der Rentenversicherung. Sie liegt heute bei knapp 1,8 Monatsausgaben.

Doch Rücklagen machen begehrlich. Dass Politiker in guten Zeiten dazu neigen, die mittel- und langfristigen Risiken der Alterung unserer Gesellschaft für die Sozialversicherungen zu negieren, bewiesen auch die von Angela Merkel geführten Großen Koalitionen II und III. Die Sozialdemokraten setzten die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für besonders langjährig Versicherte durch, die Unionsfraktion die Mütterrenten I und II. Beide aus Beitragseinnahmen der Versicherten zu finanzierende Rentengeschenke werden die Rentenkasse dauerhaft mit dreistelligen Milliardenbeträgen belasten. Ohne Sinn und Verstand haben Politiker die Reformdividende des letzten Jahrzehnts verprasst und verschärfen damit die langfristigen Nöte der gesetzlichen Rentenversicherung. Sollte sich die SPD jetzt auch noch mit den aktuellen Vorstellungen ihres Arbeitsministers Hubertus Heil zur Grundrente durchsetzen, mit der die Renten von mindestens 35 Jahre Pflichtversicherten deutlich aufgestockt werden sollen, zu Lasten der übrigen Versicherten übrigens und ohne Bedürftigkeitsprüfung, dann ist der Gipfel des Unsinns erreicht.

Genau vor diesem politischen Hintergrund macht die Bundesbank mit ihren aktuellen Szenarien-Planspielen, die bis zum Jahr 2070 reichen, verdienstvollerweise wieder auf die immense Problematik der Rentenversicherung aufmerksam. Die Bundespolitik endet in ihrer amtlichen Rentenvorausberechnung bereits Anfang der 2030-er Jahre. Augen zu und durch, scheint das Motto. Dabei ist die Kalkulation des demografischen Wandels eine leichte Aufgabe. Man kennt die zahlenmäßige Besetzung der Jahrgänge, man weiß um das Verhältnis von Rentnern und Erwerbstätigen, man hat exakte Daten über die Geburtenraten und die Lebenserwartung.

Und man kennt die vier Stellschrauben der Rentenversicherung. Vor gut einem Jahr habe ich mit dem Freiburger Ökonomen Prof. Bernd Raffelhüschen für Tichys Einblick ein Interview geführt, das heute so aktuell ist wie damals. Ich darf es hier auszugsweise zitieren:

TE: Es gibt vier Stellschrauben in der Rentenversicherung: Das Renteneintrittsalter, die Höhe des Beitragssatzes, das Rentenniveau und die Höhe des Steuerzuschusses. Oder gibt es noch andere Indikatoren?

Raffelhüschen: Nein, das ist absolut korrekt. Mit den Reformen unter Gerhard Schröder und der stufenweisen Erhöhung des Renteneintrittsalters in der ersten Großen Koalition unter Angela Merkel, die vor allem von SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering gepusht wurde, hatten wir drei Viertel der notwendigen Reformschritte für eine demografiefeste Rente zurückgelegt. Doch seither haben wir nur Rückschritte erleben müssen, im Wesentlichen durch Andrea Nahles und jetzt durch Hubertus Heil. Dadurch haben wir uns wieder einen Gutteil der alten Probleme ohne große Not eingehandelt. Die Regierung hätte rentenpolitisch Ruhe bewahren müssen, statt dieser aktionistischen Leistungsausweitungen. Für die Zeit nach 2030 hätte aber auf der Agenda in jedem Fall die weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters stehen müssen. Denn das wissen wir doch alle: Die Lebenserwartung steigt auch nach 2030 weiter. Längere Lebenserwartung bedeutet aber eine längere Rentenbezugsdauer. Die erfordert längere Beitragszahlungen, also einen späteren Renteneintritt.

TE: Die politische Crux besteht darin, dass es keine gesellschaftspolitische Debatte über die Notwendigkeit eines späteren Renteneintritts gibt. Die Politiker haben schlicht Angst vor den Wählern bei diesem unpopulären Thema. Dass die Rentenbezugsdauer seit Jahrzehnten massiv gestiegen ist, nehmen viele gar nicht als faktische individuelle Rentenerhöhung war. Das strukturelle Ausgabenproblem der Rentenversicherung aufgrund der säkularen Alterung wird ohnehin gern negiert. Die politischen Parteien – von der AfD bis zur Linkspartei – streiten unisono für ein höheres Rentenniveau. Nur die FDP und der Wirtschaftsflügel der Union thematisieren gelegentlich noch ein versicherungsmathematisch notwendiges späteres Renteneintrittsalter.

Raffelhüschen: Wir müssen uns einfach mal vor Augen führen, dass unsere Großelterngeneration für ein Jahr Rentenbezug noch vier Jahre arbeiten musste. Jetzt sind wir bei gut zwei Jahren für ein Jahr Rentenbezug. In Zukunft würden wir unter zwei Jahre für ein Jahr Rente rutschen. Das ist schlicht und einfach unverhältnismäßig und finanziell überhaupt nicht zu stemmen. Deshalb müssen wir dieses Verhältnis über die Zeit konstant halten – entweder mit dem skandinavischen Modell, wo das Renteneintrittsalter mit steigender Lebenserwartung automatisch anlog der amtlichen Sterbetafeln steigt. Oder durch eine weitere sukzessive Erhöhung der Regelaltersgrenze in Tippelschritten auf dann 68, 69 oder gar 70 Jahre.“

Migration als Risikofaktor für den Sozialstaat?

In der Willkommenskultur des Jahres 2015 setzten viele Akteure in der Politik und den Medien auf einen positiven Effekt durch die riesige Zahl von jungen Flüchtlingen. Selbst Dax-Vorstände fabulierten von der Bewältigung des demografischen Wandels durch qualifizierte Flüchtlinge, die mit ihrer Arbeitsleistung und den darauf gezahlten Steuern und Abgaben die Probleme der Sozialversicherungen lindern helfen könnten. Doch die Realität sieht anders aus. Viele Migranten, deren Asylanträge abgelehnt wurden, haben einen Bleibestatus. Hunderttausende Ausreisepflichtige können nicht abgeschoben werden. Die Zahl der Hartz IV-Empfänger unter den Migranten steigt seit vielen Monaten deutlich. Zwar arbeiten auch Hunderttausende von Migranten, die auf dem Höhepunkt der „Flüchtlingswelle“ 2015 und 2016 nach Deutschland kamen. Weil sie aber im Durchschnitt über kein hohes berufliches Qualifikationsniveau verfügen, verdienen sie auch deutlich weniger als ein Durchschnittseinkommen. Welche Konsequenzen sich daraus für unseren Sozialstaat ergeben, habe ich Prof. Raffelhüschen vor einem Jahr ebenfalls gefragt. Auch diese Antwort ist heute so aktuell wie damals:

TE: Jetzt zum Thema Flüchtlinge und den gesellschaftlichen Kosten der starken Migration. Hubertus Heil sieht sein Rentenpaket explizit auch als Mittel gegen „Populismus und Schutz gegen wachsenden Radikalismus“. Im Herbst 2015, als im Land die Willkommenskultur noch hochgehalten wurde, haben Sie in einem Gutachten für die Stiftung Marktwirtschaft die langfristigen Kosten der „Asyl-Zuwanderer“ auf einen Gegenwartsbetrag von 900 Milliarden Euro hochgerechnet. Gibt es dazu neuere Zahlen?

Raffelhüschen: Wir haben neuere Zahlen, die natürlich günstiger geworden sind, weil die Fallzahlen gegenüber der Extremzuwanderung im Herbst 2015 deutlich gesunken sind. 900 Milliarden Euro wären es gewesen, wenn die Millionenzahl des Jahres 2015 über einige Zeit konstant geblieben wäre. Auch die Rahmenbedingungen sind günstiger geworden, was die Steuereinnahmen des Staates betrifft. Wir schätzen die Kosten auf etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit liegen wir in Zahlen bei etwa 350 Milliarden Euro. Das ist die Größenordnung. Man muss sich aber klarmachen: 10 Prozent des BIP als Nachhaltigkeitslücke heißt eine ganze Menge. Das sind keine Peanuts.
Die Nachhaltigkeitslücke entsteht daraus, dass die Zuwanderer doch nicht so jung sind, wie wir ursprünglich gedacht haben. Sie sind im Durchschnitt 30 Jahre alt. Sie brauchen im Schnitt sechs bis sieben Jahre, bis sie in den Arbeitsmarkt integriert werden. Diese Annahme ist allerdings unrealistisch optimistisch. Wir haben in Skandinavien deutlich längere Integrationsfristen in den Arbeitsmarkt. Die Datenlage dort ist wesentlich robuster als bei uns. Weil das Qualifikationsniveau der meisten „Asyl-Zuwanderer“ sehr niedrig ist und damit die späteren Erwerbseinkommen nicht hoch sein werden, müssten diese Zuwanderer im Durchschnitt ab dem Arbeitsmarkteintritt – also statistisch dem 36. Lebensjahr – rund 43 Jahre lang arbeiten, um eine Grundrente oberhalb des Sozialhilfeniveaus von derzeit 800 Euro zu erreichen. Wir sprechen hier also von Menschen, die fast bis zum 80. Lebensjahr arbeiten und Beiträge bezahlen müssten, um überhaupt aus der Sozialhilfe herauszukommen.

TE: Diese Vorstellung ist aber völlig absurd.

Raffelhüschen: Wir werden den Bezug von Sozialhilfe im Alter künftig an Haut- und Haarfarbe erkennen können. Das wird zu einer Segregation in unserer Gesellschaft führen, die wir in Deutschland so bisher nicht kannten und die unerträglich ist. Gleichzeitig sind viele dieser Unterqualifizierten langfristig überhaupt nicht in der Lage, über ihre Kassenbeiträge die Gesundheitsleistungen zu erwirtschaften, die sie in Anspruch nehmen. Wobei diese Feststellung natürlich nicht nur für Zuwanderer gilt, sondern auch für inländische Hartz IV-Empfänger in Berlin-Moabit oder anderswo. Auch die zahlen nur einen geringen Teil dessen, was sie kosten. Wir brauchen also den Steuerzahler, um querzusubventionieren, was in den sozialen Sicherungssystemen jenen Leuten Gutes getan wird, die gar keine Chance haben, das, was sie bekommen, auch wirklich zu erwirtschaften.

TE: Wenn ich diese nüchtern brutalen Erkenntnisse mit den Aussagen führender Politiker und Wirtschaftsvertreter aus dem Herbst 2015 vergleiche – „Mit jungen Flüchtlingen den demografischen Wandel gestalten!“ -, dann ist diese illusionäre Seifenblase längst an der Wirklichkeit geplatzt. Es war ein teurer Selbstbetrug. Zuwanderung über den „Asyl-Pfad“ beschert uns die falschen Leute. Wir brauchen qualifizierte Migration in den Arbeitsmarkt, nicht unqualifizierte in die sozialen Sicherungssysteme.

Raffelhüschen: Die anerkannten Asylbewerber sind nicht das Problem. Die Quote ist ja nicht sonderlich hoch. Problematisch ist die hohe Zahl der Geduldeten, denen der Asylantrag faktisch einen Bleiberechtsstatus verschafft hat. Deshalb brauchen wir einen Umbau unseres Sozialsystems, dass jene eben Sachleistungen bekommen, wenn sie auf ihre Asylentscheidung warten. Wobei die Asylentscheidungen sinnvollerweise schon vor den europäischen Außengrenzen getroffen werden sollten, um genau zu verhindern, dass Menschen, die überhaupt keine Chance auf Asylgewährung haben, ins Land kommen und dann Hunderttausendfach langfristig geduldet werden. Wir haben ohnehin schon zu viele Unterqualifizierte im Land, so dass wir an weiteren Kostgängern des Sozialstaats überhaupt keinen Bedarf haben. Unser hochindustrialisiertes Land braucht qualifizierte Zuwanderung. Deshalb müssen wir uns über ein Einwanderungsgesetz gezielt die Menschen aussuchen, die wir für den Arbeitsmarkt brauchen.“

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Kommentare ( 100 )

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100 Kommentare auf "Der Sozialstaat in der demografischen Falle"

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Apropos „Sachleistungen für Geduldete“ Eher würde unsere heutige Führung auf die Versachlichung von Leistungen für die schon länger hier lebenden pochen. Hier würde der geringste Widerstand zu erwarten sein. Zudem ich kann nicht erkennen, dass man den Traum von einer neuen, besseren Gesellschaft die aus all den völlig unterschiedlichen Zuwanderern erwachsen soll, bereits aufgegeben hätte.
In der Tat hat man verpasst, in den vergangenen leistungsstarken Jahren die Sozialversicherung auf solide Beine zu stellen, in dem man z.B. Säulen aus allen steuerpflichtigen Einnahmen ( Mieteinnahmen, Einkommen aus selbstständiger Arbeit) hinzustellt und nicht davor zurückschreckt, auch Beamte einzahlen zu lassen.

Ich kann diesen Blödsinn mit der Demografie einfach nicht mehr hören! Mir haben im Moment ca. 9 Millionen!!! Menschen (AG1, Hartz4, Flüchtlinge, aus der Statistik ausgeschiedene usw.) die eigentlich arbeiten und somit in die Sozialkassen einzahlen könnten, es aber aus diversen Gründen nicht tun. Finde den Fehler! Aufgrund dieser Zahlen von einem demografischen Problem zu sprechen, ist ja der Witz des Jahrhunderts. Deshalb habe ich für mich folgendes beschlossen. In zwei Jahren, wenn das Haus abbezahlt ist, werde ich meinen Job um 50% reduzieren. Komme ich auch mit klar, habe dann aber nur die Hälfte an Sozialbeiträgen, ich genieße meine… Mehr

Absolut richtige Einstellung. Jeder sollte zusehen, diesen finanziellen schwarzen Loch von Staat so wenig Geld wie möglich in den Rachen zu werfen. Ein Staat der so unanständig, gewissenlos und verschwenderisch mit dem Geld seiner Bürger umgeht, hat nichts anderes verdient.

Und dieses Demografiemärchen kann ich auch nicht mehr hören. Seit Jahr und Tag sitzen zb auf dem Jobcenter 2-3 mio Menschen in Dauerschleife rum, aber wir bekommen ständig zu hören, dass uns die Leute ausgehen. Das ist der reinste Witz. Wir haben kein Problem mit zu wenigen Leuten, wir haben in Deutschland viel zu viele Menschen. So wird ein Schuh draus.

Wenn deutsche Unternehmen nicht ständig die älteren Arbeitnehmer entlassen, in den Vorruhestand schicken oder eben erst gar nicht einstellen würden, dann wäre sowieso ein Großteil der Problematik nicht mehr vorhanden. So viele berufserfahrene Ü50 wollen arbeiten und dürfen nicht. Aber die Regelarbeitszeit immer weiter heraufsetzen!? Wahnsinn! Natürlich in der durchaus berechtigten Hoffnung, daß viele Arbeitnehmer dann das Rentenalter entweder gar nicht erreichen oder nur noch kurz in Anspruch nehmen können. Dieses Land raubt seine Bürger nur noch aus, von der Wiege bis zur Bahre!

Damit bin ich schon durch.

Es ist einfach klasse – durch die eingebläute Arbeitsethik macht man sich am Anfang noch Sorgen.

Aber: es klappt. Seit ich mehr Zeit habe, sind sogar die eigenen Kosten massiv gesunken.

Stattdessen einfach mal einen gemütlichen Kaffee in der NAchmittagssonne schlürfen. Aeh – muss leider weg…..

ich habe bereits auf teilzeit umgestellt, arbeite nur noch 4 Tage in der Woche und da ich weniger brutto beziehe, sind auch die Abgaben gesunken. Netto ist das nicht viel weniger. Eine weitere Verkürzung meiner Arbeitszeit und damit meiner Abgabenlast steht nichts im Wege. Zumal ich ja zu der „alten, weißen“ Generation zähle, die für alles Unbill auf der Welt veantwortlich gemacht wird und einst zu hören bekam, ich wäre Schuld an der Jugendarbeitslosigkeit, weil ich auf eine Job sitze.

Den Kopf bockig in den Sand zu stecken hilft aber auch nicht. Für die von Ihnen angeführten Menschen gibt es keine Arbeitsplätze, selbst wenn sie arbeiten wollten. Und auch die werden mal alt und werden Rente verlangen. Die Milliarden, die für sozialhilfebeziehende Ausländer, egal ob resident, Asyl, geduldet oder illegal, ausgegeben werden, haben auch sonst nichts auf den Konten der Rentner verloren, sondern müßten dringends in die Infrastruktur investiert werden. Es ist ein Ammenmärchen, daß unsere Rentner oder oensionäre arm wären. Sie sind die Alterskohorte mit der geringsten Zahl an Sozialhilfebziehern. Richtig ist: Das wird sich in spätestens 10 Jahren… Mehr

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…solche Hellerberger – Überqueller, die liebe ich!

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Sehr geehrter Herr Hellbererger, nennen sie es von mir aus bockig, ich nenne es nur den einzig vernünftigen Schritt, sich diesen Blutsaugern wenigstens etwas zu entziehen. Tut mir leid, aber ich verstehe sie nicht wirklich und meiner Meinung nach widersprechen sie sich auch. Für die von mir genannten Millionen Menschen ist also keine Arbeit da. Warum denn nicht? Weil es keine gibt? Weil der Anreiz zu arbeiten zu gering ist? Weil sie zu faul sind? Weil sie nicht richtig qualifiziert sind? Und die Antwort ist dann noch mehr Kinder in die Welt zu setzen, wenn wir doch Arbeitskräfte haben, die… Mehr

👍👍👍👍👍👍👍👍

Gibt es eigentlich irgendeine Entscheidung der GroKo, die von Lernfähigkeit, Verantwortungsgefühl und kluger Vorausschau zeugt? Mir will da partout nichts einfallen.

aber aber….erst gestern bei SPON und Focus zu lesen….das die überwiegende Zahl der Schwarzafrikaner die zu uns kommen….hochqualifiziert sind….nur eben noch nicht „entdeckt“ und deshalb chancenlos. Lustig auch….dies war Ergebnis einer „UMFRAGE“ unter diesem Klientel. Tja….mehr braucht es nicht um auf die unübersehbaren Fähigkeiten der Neubürger hinzuweisen. Leider stellen sich solche Dinge vor Ort (im Betrieb) meist anders da…..schon die Tatsache das viele faktische Analphabeten sind….sprich die aus den arabischen Ländern stammenden zwar meist lesen und schreiben können….aber eben nur arabische Sprache und Schrift. Würde ich nach China in die Provinz auswandern ginge es mir nicht anders….dort wäre ich ebenfalls… Mehr

Erinnert an die „Studie“ des Hofkriminologen Pfeiffer, bei der er Schüler mit Migrationshintergrund über ihre eigene Kriminalitätsrate befragte.

Eine Schande für dieses Land und dessen Regierung. Das es auch anders geht und wie es geht zeigt auch dieser aktuelle Artikel, am Bsp. Niederlande. Es gäbe wohl noch viele andere ebenso gute Bsp., die aufzeigen, wie ungerecht und unsozial das deutsche Rentensystem schon lange ist und wie der bekannte Spruch „Die Rente ist sicher“, von den regierenden Parteien trotz aller Warnungen und hinlänglich bekannter Fakten und Zahlen schon lange ausgehöhlt und mittlerweile zur Lüge entstellt wurde.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-10/grundrente-rentensysteme-vergleich-niederlande-mindestrente-theo-kocken/komplettansicht

das ist eine Werbekampagne für die bedingungslose Grundrente. In dem Artikel fehlt jeglicher Hinweis, was alles aus der deutschen Rentenkasse finanziert wird und ob dies in NL auch so ist.

@humerd, dann haben Sie den Inhalt des Artikels wohl nicht verstanden.Es handelt sich bei der niederländischen Variante eben nicht um eine bedingslose Grundrente, sie ist allein schon an den Jahren des Wohnortes gebunden, sondern um ein völlig anderes System, was in dem Artikel dargelegt wird und wo die Unterschiede zu Deutschland sind.

„Umbau unseres Sozialsystems“.
Ist doch (angeblich) nicht mehr möglich, wegen EU und UNO.
Bzw. soll nur so möglich sein, dass diejenigen, die diesen Staat mit aufgebaut und jahrzehntelang primäre Steuern gezahlt haben – also auf diese Art Mitglieder unserer deutschen Solidargemeinschaft wurden, praktisch auch nichts mehr bekommen.
Letztlich würde das auf jegliches Verbot von Solidargemeinschaften hinauslaufen, da ja jede Solidargemeinschaft Nicht-Zugehörige diskriminiert. Nein, der Konjunktiv ist falsch, es läuft darauf hinaus.
Der Fluch der Diskriminierungsverbote… – nie in eine Versicherung einbezahlt, aber Leistungen daraus erwarten bzw. erzwingen.

Alle reden über Rentenreformen – aber warum packt keiner die Pensionen der Beamten an? Deren Altersbezüge sind hoch. Nur sie selber streiten das gern ab. Nur eine Gruppe blieb bisher von Reformdiskussionen verschont: die Beamten. Dabei werden gerade ihre Ruhestandsgehälter zum immer größeren Problem. Keiner redet von den 800 Milliarden die man der Rentenkasse für versicherungsfremde Leistungen entzogen hat und weiter entzieht! Warum funktioniert das in anderen Ländern besser die rechtzeitig Rentenreformen durchgeführt haben? Wann zahlen endlich alle Beiträge in Deutschland für ihre Alterssversorgung? Warum sollen immer die Beitragszahler zur Rentenkasse die Dummen sein? Wenn es ein Staat nicht fertig… Mehr
Herr Getz, da kann ich Ihnen nur antworten: Ja, dier Unterschied zwischen Beamten und Rentnern ist ungerecht, und er wird sich nicht durchhalten lassen. Die (vor allem westdeutschen) Bundesländer werden im kommenden Jahrzehnt an ihren Pensionslasten regelrecht krepieren, und auch wenn das BVerG ihnen vermutlich, finanziert mit höherer Staatsverschuldung, vorläufig wider aller Vernunft noch einmal eine Haltelinie zubilligen wird, so werden die Pensionen abschmelzen, irgendwann wird es dann auch keine gesonderte Pensionskassen mehr geben. Und nein: Das Geld der Beamten hat nichts bei den Rentnern zu suchen. Die Renten sind heute tendenziell zu hoch und für die kinderarmen Jahrgänge müssen… Mehr

Weil bei der Hippieregierung in Berlin Hopfen und Malz verloren sind.

Die versicherungsfremden Leistungen werden schon lange durch den immer weiter steigenden Bundeszuschuss ausgeglichen – mit 100 Mrd. (2020) nebenbei der größte Posten im Bundeshaushalt. Dass man nicht gleichzeitig die steuerfinanzierten Pensionen so hoch halten kann, liegt auf der Hand – die Beamten werden nicht ungeschoren davonkommen…

Weil Beamte einen Staat im Staate darstellen. Die Tatsache, dass Beamte via BVerfG die Besteuerung aller Renten erzwangen, war bzw. ist letzlich eine Rentenabsenkung. Und ich unterstelle hier eine Böswilligkeit – Neid – der Beamtenschaft.

Es macht gar keinen Sinn mehr, die Dinge noch in diesen Details zu besprechen, da die die Zukunft radikale Veränderungen bringen wird. Ein Teil der Politik möchte etwa die Rente völlig auf die EU-Ebene verlegen.
Außerdem wird hier von einem „hochindustrialisierten Land“ gesprochen. Das werden wir aber nicht bleiben können. Aus zwei Gründen, von denen der eine politischer Wille ist. Das ist die Energieverknappung. Der andere Grund ist zwar kein politischer Wunsch dafür gesellschaftliche Realität. Das ist die Bildungsverknappung. Mit Schulabgängern aus Bremen und Raqqa lässt sich kein Industrieland betreiben und kein Rentensystem.

Zitat: „Ein Teil der Politik möchte etwa die Rente völlig auf die EU-Ebene verlegen.“

> Mhh, und so wird es vermutlich auch kommen. Es wird dann ab einen bestimmten Zeitpunkt zu einer EU Mindest-/Minirente für Alle kommen. Und die jeweiligen Landespolitiker werden die Schuld dann Brüssel zuschieben/geben.

Richtig, der absehbare flächendeckende Bankrott wird die Lage drastisch verändern. Aber in Deutschland eher nicht zum Guten.

sehr schön auf den Punkt gebracht. Die Bildungskatastrophe ist – um mit Seehofer zu sprechen – die Mutter aller Probleme. Alle anderen ergeben sich genau daraus.

Und die Bildungskatastrophe ist Folge einheimischer dysgenetischer Reproduktion sowie einer bildungsfernen Massseneinwanderung.

Stichwort „Double relaxed Darwinian Selection“ / Helmuth Nyborg

Das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Ebenso spielen linksgrüne Schulexperimente eine ganz entscheidende Rolle.
Reden Sie mal mit normalen Eltern, deren Kinder heute auf eine ganz normale Schule (nicht Privatschule) gehen. Sie werden Dinge hören, die Sie kaum glauben können.

Herr Raffelhüschen hat im letzten Absatz vollkommen recht, aber die Hoffnung auf die Veränderung der Sozialsystem ist naiv, solange es das System Merkel und die Grünen/SPD und Linken gibt. Es ist steht gar nicht zur Debatte, denn das Land wie es einmal war ist nicht mehr da. Hier sind keine Leute am Werk die sich für Deutschland einsetzen, sondern eine Kaste an Ideologen, die uns am liebsten bis zum Tode arbeiten lassen würden, um ihren Unsinn zu finanzieren. Und die Idee uns bis 70 arbeiten zu lassen ist eine Ohrfeige aller erster Güte, damit die Glücksritter und Schorrer aller Länder… Mehr

Man sollte nicht vergessen, die „Reformdividende“ wurde den sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern damals durch Rot-Grün abgepresst, unter anderem war Oswald Metzger daran beteiligt.
Eine einfache aber natürlich sehr unpopuläre Maßnahme, um das Rentendilemma zu lösen, wären kräftige Lohnerhöhungen. Aber Deutschland soll Niedriglohn- und Rentenland bleiben, alles andere ist ja „alternativlos“.

Für meinen Teil sieht die Reformdividende so aus, das ich im Gegensatz zu allen anderen Rentnern den Krankassenbeitrag von meiner Rente selbst bezahlen muss, weil ich ein paar Jahre in der Schweiz gearbeitet habe. Lieber Herr Metzger, ich denke, das ich von der Reformdividende ihrer ehemaligen Kollegin Ulla Schmidt schlicht und ergreifend beschissen werde,

Mit Verlaub – mit Ihrer Einstellung sind Sie im besten Einvernehmen mit den aktuellen Polit-Darstellern: Vorwärts in den Sozialismus und das Geld kommt aus dem Farbdrucker, so wie der Strom eben aus der Steckdose kommt.
P.S. Als Ex-DDRler weiß ich: im Sozialismus sind alle gleich – gleich arm.

Nein, da mit höheren Löhnen gleichzeitig die Rentenansprüche der Erwerbstätigen steigen, schaffen Sie durch Lohnsteigerungen in Zukunft noch größere Probleme – es sind in Zukunft einfach nicht mehr genügend qualifizierte und gutverdienende Beitragszahler da, die das finanzieren könnten.