Dem Morgenrot entgegen, ihr Kampfgenossen all?

Pure Geschichtsfälschung durch Frau Merkel: Sie spricht so, als hätten vor der DDR-Grenze Millionen Westdeutsche gestanden, deren sehnlichstes Ziel darin bestand einzureisen, um an den Segnungen des Sozialismus teilzuhaben.

Christian Marquardt-Pool/Getty Images

In ihrer Rede zum 9. November sagte die Bundeskanzlerin: „Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheiten begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann.“

Das stellt eine pure Geschichtsfälschung dar, denn vor der DDR-Grenze standen nicht Millionen Westdeutsche, deren sehnlichstes Ziel darin bestand, einzureisen, um an den Segnungen des Sozialismus teilzuhaben, und die durch die Mauer daran gehindert und sogar aus dem Paradies der Werktätigen und selbsternannten Humanisten ausgegrenzt wurden. Selbst wenn die Geschichtskenntnisse der Bundeskanzlerin grobe Lücken aufwiesen, sollte die eigene Familiengeschichte Angela Merkel doch hierin Unterricht erteilt haben, denn ihr Vater, einer der sehr, sehr wenigen von denen, die es aus dem Westen in die DDR zog, wurde mitnichten ausgegrenzt, sondern großzügig eingegrenzt.

Beim Spiegel hat sie keine zu befürchten
Sensation: Merkels heimliche Liebe zu gepfefferten Argumenten
Zur Erinnerung: Die Schließung der Grenzen, die Einmauerung der Ostdeutschen war notwendig geworden, um den Staat zu erhalten, den allzu viele Bürger verlassen wollten. Es stellt eine Verhöhnung der Mauertoten dar, zu behaupten, dass diese Menschen den Tod fanden, weil sie „ausgegrenzt“ worden seien. Hätte man sie „ausgrenzt“, das heißt ihnen die Ausreise gestattet, wären sie noch am Leben.

Mit dem Fall der Mauer endete das Paradies, in das Angela Merkels Vater mit Familie gezogen war, und das sie möglicherweise als Vorbild immer noch im Herzen trägt. Das würde zumindest den historischen Lapsus, die Mauer als ein Symbol der Ausgrenzung zu benennen, erklären.

Möglicherweise wird aus dem historischen Lapsus ein sprachlicher, wenn man sich eine neue Mauer wünscht, eine mediale und institutionelle Mauer, die quer durch Deutschland verläuft und die alle ausgrenzt und deren Freiheit begrenzt, die nicht rotgrün oder linksliberal denken, die es wagen, eine andere Meinung über die gesellschaftliche Entwicklung zu hegen als Robert Habeck und Angela Merkel.

Es heißt, Sprache sei verräterisch, und vielleicht haben wir es also bei dem Diktum von der Ausgrenzung, mit einem freudschen Versprecher zu tun. Weil man sich eine neue Mauer wünscht, eine Mauer als antifaschistischen Schutzwall, als conditio sine qua non einer gelenkten Demokratie, die jede Opposition ausgrenzt, sie zum Feind erklärt, um ihr jeden Zugang zur Öffentlichkeit oder zur Macht, wie so gern in letzter Zeit von Linksliberalen gefordert wird, selbst wenn er demokratisch legitimiert wäre zu verweigern, auch wenn das Land darüber Schaden leidet.

Merkels Versprecher könnte so gesehen auch ein Versprechen sein.

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Kommentare ( 104 )

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104 Kommentare auf "Dem Morgenrot entgegen, ihr Kampfgenossen all?"

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Bedauerlich, dass so viele, auch Sie, verehrter Herr Mai, noch immer an einen Lapsus, ein Versehen und Nichtwissen wohlwollend glauben wollen. Selbst Eure Federn sind stumpf angesichts der Bedrohung.

Die Umstände und Hintergründe zum sagenumwoben Zuzug der Familie Kastner aus Hamburg in die Brandenburgische Provinz ist NIE wirklich beleuchtet worden, schon gar nicht vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit des Pfarrers Kastner mit Clement de Maiziere (Vater von Lothar de Maiziere und Onkel von Thomas de Maiziere) bei der Umgestaltung der evangelischen Kirche in der SBZ hin zur linientreuen Unterstützerin der SED Politik. Die Karrieren des Frl. Kastner als Jungpionier und FDJ Kader mit christlichem Hintergrund führten letztlich auch zu einem DDR Reisepass, den in der DDR nur ganz ausgewählte Kader zugeteilt bekamen.

Sollten “die” das Bargeld einschränken, haben “die” ganz andere Möglichkeiten einer Mauer. Auslandsreisen nur für Leute mit gutem Sozialkredit? China macht es schon vor!

Ich kann das hier nicht nachvollziehen. Die Menschen wollten 1989 zu Beginn eine Systemmodernisierung. Dann wurden die Grenzen geöffnet und die Menschen wollten primär die D Mark. Das alte System brach zusammen an den wirtschaftlichen und politischen Problemen. Frau Merkel war eine Frau aus dem christlichen Milieu die im Westen zunächst als Quotentante gefördert wurde. Als Platzhalter, ohne eigenen Entscheidungsbereich. Der Aufstieg dieser biederen Frau zeigt doch nur wie verrottet die Kohl CDU bereits war. Ohne Charisma und Unterstützung grosser Landesverbände, Werteunion etc. wurden alle Konkurrenten abgeräumt. Wie war das möglich? Frau Merkel ist ein reines Westprodukt, hier wurde diese… Mehr

Sie wurde von der West-CDU als Qoutenfrau und „Ossie“ gefördert, weil man glaubte dass sie leicht zu steuern sei. Nur hat Merkel wohl mit UvD Leyen und der Frauenunion mächtige Verbündete gefunden und dann mit Hilfe der CSU (Stoiber als Kanzlerkandidat) die alte Riege der West-CDU ausmanövriert.

Ohne auf den Artikel einzugehen.
Allein der mir zugemutete Anblick einer alten, aus der Form gekommen und kinderlosen bolschewistischen , ehemaligen FDJ-Sekretärin, könnte mich dazu bringen Tichys Einblick nicht mehr anzuklicken.
Das werde ich natürlich nicht und werde das körperliche Unwohlsein beim Anblick Merkels wohl aushalten müssen. Nichts entlarvt die Verschlagen-u. Verlogenheit dieser Person besser als gerade ihr Abbild.
Ja und wer die Person hinter der informellen Mitarbeiterin der Stasi mit dem Decknamen IM „Erika“ist, ist wahrscheinlich in den sogenannten Rosenholz-Dateien zu finden, die sich im Besitz der Amerikaner an der Westküste zu finden.

Mit Verlaub, man muss Merkel nicht mögen, aber das ist dann zu billige Stimmungsmache.
Wirklich jeder hat verstanden, dass damit Mauern gemeint waren, die heute nach Meinung einiger „Deutschland“-Fans wieder gebaut werden sollen und lediglich der rhetorische Bezug zu real existierenden Mauern hergestellt wurde.
Darüber hinaus wäre nicht einmal eine Interpretation weit hergeholt, dass in der DDR durch jene, die die Mauer bauten und hielten, auch Andersdenkende ausgegrenzt werden sollten.

Ist ist okay, dass der Autor seinen nicht ganz unberechtigten Punkt gemacht hat, aber der Aufhänger war leider auf BILD-Niveau.

DAS kann man nicht so stehen lassen. Andersdenkende in der DDR, die es auch laut aussprachen, kamen in den Knast. Eine gewisse Anzahl wurden an die damalige BRD verkauft. Das Ziel der Mauer war es, die DDR-Deutschen davon abzuhalten in den Westen zu gehen. Dafür wurden Stacheldraht und Minen gesetzt und der Schießbefehl eingeführt. Die Mauern außen herum für alle und für die Aufmüpfigen die Mauern des „Gelben Elends“. Dafür wurden auch ganze Ortschaften zum fast Niemandsland, in die man nur mit Passierschein hineinkam. Um Fluchten zu unterbinden, wurden auch Familienmitglieder von Geflohenen z.B. von bestimmten Arbeitsplätzen entfernt. Frau Merkel… Mehr

Das Elend begann damit, dass die CDU die „Pandora-Büchse“ geöffnet hat. Was hat die nur geritten, eine solches U-Boot als Kanzlerkandidatin zu installieren?
Nach allem, was Vera Lengsfeld bisher über Angela Merkel gesagt oder geschrieben hat, ist die Schlußfolgerung, dass Merkel ein trojanisches Pferd der 150%igen DDR-Sozialisten (Diktatoren) war und ist, unausweichlich.
Den meisten Deutschen war das bis heute bei Wahlen herzlich egal, insbesondere der CDU.

Das ist mitnichten ein Lapsus, sondern vielmehr eine ganz bewußte Verdrehung der geschichtlichen Fakten, um diese so verdreht für die eigene zerstörerische Politik instrumentalisieren zu können.

Ein bisschen dankbarer könntet ihr Westdeutschen schon sein, dass wir Ossis die Drecksarbeit gemacht und für euch die Mauer eingerissen haben. Solange wir die Kurbel drehen, solange uns’re Fahnen wehen, solange Ähren sich wiegen wird Inklusion auch immer siegen!

Merkel ist ein Systemling des DDR-Staatsapparates gewesen und auch immer geblieben. Sie hat Demokratie nie begriffen und fand sie auch nie erstrebenswert. Wir haben damit einem DDR-Funktionär die Macht über unser Land gegeben und erhalten die Quittung dafür.

Merkel hat die Demokratie schon begriffen und manipuliert mit geschickten Kompromissen auf Kosten Anderer die Mehrheiten zu ihrem (persönlichen) Vorteil.

Und da Merkel die Möglichkeiten, die die Demokratie bietet, erkannt und für sich genutzt hat, erleben wir heute dieses katastrophale Dilemma.

Frau Merkel ist die Inkardination des Zustandes der West CDU. Dort wurde sie primär gewählt und jeder Parteitag zeigt den Jubel der Funktionäre. Die Frau war genau das Modell was gewollt und gewählt wurde. Und das freiwillig und ohne Zwang. Keine Besatzungsmacht hat diese Frau und ihre Machtbasis aus Speichelleckern, Stimmvieh im Bundestag etc. eingesetzt. Das war die West CDU/ CSU ganz alleine. Etwas mehr Ehrlichkeit wäre angebracht.

Dann hat sich die Ost-CDU nach dem Mauerfall scheinbar in Luft aufgelöst und Merkel ist vom Himmel gefallen. Ohne das nach der Wiedervereinigung endlose Ossi-Gejammere hätte Kohl es gar nicht nötig gehabt, Merkel so weit zu fördern. Und fordern Sie in diesem Zusammenhang besser nicht mehr Ehrlichkeit von mir.

Hätte man einen NSDAP-Funktionär unmittelbar nach dem Niedergang des Dritten Reichs zum Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt? Doch sicherlich nicht! Da war eine tiefgehende Prüfung erforderlich, wie der Betreffende zu dem NSDAP-Terrorstaat stand und welche Funktion er dort innehatte. Bei Merkel, einer ausgewiesenen Funktionärin des SED-Unrechtsstaats und entsprechend sozialisierte Tochter von 150%igen Kommunisten/Sozialisten fand nichts dergleichen statt. Es reichte, dass sie eine Frau war, die „erste Frau als Bundeskanzler“, oh was für eine schöne moderne Zeit! Die Linke, Rechtsnachfolgerin der Mauermörderpartei SED, wird sinnigerweise nun auch salonfähig gemacht, gehört plötzlich zur „bürgerlichen Mitte“. Wenn das wahr wäre, dann IST Deutschland die… Mehr

Solche „historischen“ Vergleiche sind immer schwierig. Kohl war der erste BK des wiedervereinigten D. Es dauerte noch etwas bis A.M. als DDR-Systemteilchen dort anlangte. Ähnlich wie bei Kurt Georg Kiesinger, doch der machte aus der CDU keinen NS-Abklatsch. Die CDU unter Merkel ist jedoch eine Art Anhängsel der sozialen Weltretter geworden, die früher unter Sozialismus firmierten.

Merkel übernahm das Ruder 16 Jahre nach dem Mauerfall – 16 Jahre nach dem „Endsieg“, also 1961, waren etliche Granden aus der NS-Zeit wieder sehr weit oben: Filbinger, Globke, Schleyer…

So wie heute keiner vor kriminellen Zuwanderern warnen darf, durfte damals keiner vor den DDR-Systemlingen warnen. CDU lässt grüßen.

das kann ich aus eigener Erfahrung bestens bestätigen. Wenn Sie damals den Mund aufgemacht haben und gegen diese Person war ich von Anfang an, hieß es nur, Du bist ja ewig gestern, gegen Wiedervereinigung usw. Es wurde einem sofort der Sachverhalt im Mund gedreht, alles im vorauseilenden Gehorsam. Und aus den Warnungen ist heute die Gewißheit daß dieses FDJ-Polit-Chamäleon den Laden vollends gegen die Wand fährt. Was sich nicht geändert hat: bloß nichts sagen…schlimmer denn je…

Sie sind nach sehr langer Zeit der Erste der mir das bestätigt.