Corona-Regeln? Nimmt man bei Clan-Beerdigung nicht so genau

Die Stadt Essen sagt, die "Familie" habe sich "kooperativ" gezeigt. Doch ein Foto und ein Pressebericht von der Beerdigung eines Mitglieds des Al-Zein-Clans legen nahe, dass für Clans nicht so recht gilt, was für andere Bürger gilt.

imago Images/imagebroker

Rund 750 Trauergäste kamen zur Beerdigung eines Clan-Mitglieds in Essen zusammen. Und ein Bild, dass die Bild-Zeitung dazu veröffentlicht, zeigt deutlich, dass sie eng beieinander stehen und nur die wenigsten Mundschutz tragen. Die Verletzung der Corona-Auflagen, die nur Veranstaltungen mit höchstens 150 Teilnehmern mit Abstand und Mundschutz genehmigen, ist offensichtlich.

Doch die Stadt Essen hatte daran nichts auszusetzen: „Aus Sicht der Stadt Essen ist die Beerdigung ruhig verlaufen. Das liegt vor allem daran, dass die Familie sich kooperativ gezeigt hat und den Besuch der Beerdigung weitestgehend geregelt hat“, sagte eine Sprecherin. Dass es unruhig gewesen sei, hat allerdings auch niemand behauptet. Das Ordnungsamt sei mit mehreren Beamten vor Ort gewesen, allerdings habe es nicht eingreifen müssen, teilte die Sprecherin mit. „Es sind jeweils 150-Personen-Gruppen nacheinander ans Grab gegangen, um sich zu verabschieden. Das hat aus Sicht des Kommunalen Ordnungsdienstes vor Ort gut funktioniert.“ Die Bild-Zeitung berichtet dagegen, Hunderte Gäste hätten gleichzeitig am Grab gestanden.

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Der Beerdigte war nach Bild-Angaben ein hochrangiges Mitglied des Al-Zein-Clans, dessen Angehörige über den Libanon nach Deutschland eingewandert sind. Angehörige sind mehrfach durch schwere Straftaten, wie zum Beispiel den Überfall auf das KaDeWe-Kaufhaus in Berlin 2014, aufgefallen. Der Sohn des Toten, Bilal H., werde „Pumpgun Bilal“ genannt und sei den Sicherheitsbehörden bekannt. Auch der selbsternannte „Pate von Berlin“, Mahmoud Al-Zein, und mehrere Mitglieder der „Hells Angels“ sowie der Rapper Manuellsen, sollen dabei gewesen sein.

Rund zwei der Drittel der Bundesbürger (65 Prozent) befürworten allerdings einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für das Nachrichtenmagazin Focus zufolge härtere Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln. 32 Prozent seien dagegen, zum Beispiel Verstöße gegen die Maskenpflicht oder das Nicht-Einhalten bestehender Abstandsregeln härter zu bestrafen.

Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Rindvieh nicht erlaubt, sagten die alten Römer („Quod licet iovi non licet bovi“), um deutlich zu machen, dass das Recht in der Praxis eben doch nicht immer gleich angewandt wird. Im Deutschland des Corona-Jahres 2020 scheint das auch zu gelten. Was Ordnungskräften droht, die sich mit dem Al-Zein-Clan anlegen oder ihm einfach nur ungelegen sind, erlebte Ende Mai diesen Jahres eine Polizistin in Peine, deren Wohnung über einer Shisha-Bar lag, die Clan-Mitgliedern als Treffpunkt dient. Nach zahlreichen Drohungen und der Beschädigung des Autos ihres Vaters, gab die Polizistin nach und zog aus. Sie wurde nach Salzgitter versetzt, wie die Bild-Zeitung berichtete.

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Kommentare ( 154 )

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154 Kommentare auf "Corona-Regeln? Nimmt man bei Clan-Beerdigung nicht so genau"

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Ohne den Grundsatz „Gleichheit vor dem Gesetz“ kann es keinen Rechtsstaat geben, sondern bestenfalls einen „Linksstaat“, in dem „Recht“ zu „Link“ wird, das je politisch-korrekter Tageslaune und religiöser Gesinnung von „Links-Politikern“, „Linksanwälten“ und „linken“ arabischen Clans beliebig ausgelegt and angewendet wird – oder mal eben auch nicht. Die Libanonisierung ist kein drohendes Schicksal mehr für Deutschland. Wir sind schon mittendrin.

Ohne bsagten Grundsatz sitzen wir im Willkürsystem. Und das ist das Gegenteil von „Rechtsstaat“.

Wo ist das Problem wenn die alle enge Blutsverwandte sind?

Inzest schreibt man mit Z 😉

Wenn die sich alle anstecken würden, könnte ich mich fast freuen. Aber dabei bleibt es eben nicht. Die stecken auch viele andere an, die nicht zum Clan gehören.

Haben Sie das gehört wie das bei den Tönies-Mitarbeitern war ?

Viele sind blind und blöd und merken nicht, was hier abläuft. Wer eine weiße Hautfarbe hat und keinen afrikanischen, muslimischen Migrationshintergrund hat, gerät immer mehr ins Abseits. Die Ereignisse von Stuttgart und Frankfurt werden als Partyereignisse schön geredet und die meisten „Schlafschafe“ nehmen das – eingelullt vom ÖR – hin. Dieser ganze Hype um Rassismus führt dazu, dass bei jeder noch so berechtigter Kritik oder gar Ahnden eines Fehlverhalten die Rassismuskeule geschwungen wird. Aber so lange die Mehrheit brav die Parteien wählt, die das Ganze möglich machen und für gut befinden, muss man eben in Kauf nehmen, dass diese Leute… Mehr

Ein Kotau vor der islamischen Gewalt. Wie erbärmlich! Wie voraussehbar! Eine Regierung aus elendigen Feiglingen und Verrätern des eigenen Landes und des eigenen Volkes. Und das alles für eine alte machtgeile Frau.

Warum sind solche Straftäter noch hier in Deutschland? Haben unsere Politiker deutsche Pässe an diese Typen verschenkt? Wer schiebt die endlich ab?

Die haben (oder hatten vor dem von Schröder verschenkten deutschen Pass) keine. Die Aussage, „aus dem Libanon“ wollte oder konnte man nie ausreichend beweisen. Laut deutschen Behörden waren die staatenlos und damit nicht abschiebbar, weil man ja nicht „wusste“, wohin.

Die Aussage der deutschen Behördenlandschaft, man hätte „damals“ zu wenig getan um die Strukturen zu verhindern, wird vor dem Hintergrund, daß man „heute“ wieder zu wenig tut, geradezu absurd.

Gilt offiziell meines Wissens für die Miris auch, obwohl denen im Libanon reichlich Immobilien zugeordnet werden. Ausschaffung an die dortigen Wohnsitze? Fehlanzeige , bis auf den einen Versuchsrückkehrer.

Wählen Sie einfach die, die das umsetzen und nicht nur ständig darüber inhaltslos reden.

Das tun wir schon.
Die Wirkung ist so wie sie ist.

Bei den kommenden, Corona bedingten Briefwahlen dürfte noch mehr von den Systemlingen geschätzt werden, als in Hessen versuchsweise praktiziert. Selbst als es auffiel, keine große Aufregung, vor allem KEINE Wahlwiederholung. So geht Demokratie heute, im besten Land…….

Sanktioniert werden nur wir als Deutsche. Der Rechtsstaat interessiert das Regime nicht mehr. Ich muss bei solchen Artikeln immer wieder an die ehemalge Bürgerrechtlerin, Frau Barbe denken!

Das sind die tägliche Verhandlungen um die Existenz und das Zusammenleben wovon die Ostberliner seit 2015 schwärmen. Und wie wurde 2017 gewählt? Eben. Und so wurde auch gewählt. Genauso strunzdumm haben die Deutschen auch 1932\33 gewählt. Null Durchblick, aber Oberlehrer hoch drei.

…80% davon mit Sicherheit!

Heißt es nun“LICT“, oder licet? Wenn schon Korrektur, dann wirklich richtig!

Komplett inakzeptabel und dennoch kein Einzelfall.
Dieser Staat hat sich delegitimiert!

Der Staat sind wir, die Verräter haben mit dem Staat nichts mehr gemeinsam.

Wie könnte man zur Zeit ca. 80% des Bundestags bezeichnen?

Wenn wir schon bei lateinischen Sprichwörtern sind, passt ein anderes noch besser: Si vis pacem para bellum.