Claus Kleber sollte neu gelesen werden

In Zeiten wie diesen, da das ZDF einen eigenen Beitrag löschen muss, erinnert man sich gerne an ein vor zwei Jahren erschienenes Buch des ZDF-Journalisten Claus Kleber.

Bei einer der wenigen Gelegenheiten, bei der Claus Kleber nicht fragt, sondern gefragt wurde, sagte er 2017 über sein Buch selbst, es trage einen „komischen, übertriebenen Titel“. Offenbar ist auch ihm das erst nach Drucklegung aufgefallen. Zumal auf dem Deckblatt der Titel ohne Ausrufezeichen gedruckt ist und sich unweigerlich als Aussagesatz liest: „Claus Kleber rettet die Wahrheit“.

Das Buch, so urteilte damals Die Welt, sei eine „schwer erträgliche Kampfschrift für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“. Nun ja, da mag der Rezensent einerseits recht haben. Man kann sich natürlich immer wieder neu darüber empören, dass man für das, was Kleber und Co da alltäglich versenden, auch noch gezwungen wird, Gebühren zu bezahlen. Aber warum ärgern, wenn man sich auch amüsieren kann?

Denn so schwer erträglich ist das Büchlein gar nicht. In Zeiten nämlich, da Klebers ZDF-Kollegen („von Berufs wegen faktenorientierte Wesen“) mal eben vergessen, eine nicht ganz unbekannte Grünen-Politikerin in einem Beitrag als solche zu kennzeichnen und sie stattdessen zu einer „Kundin“ erklären, woraufhin sie den Beitrag dann später klammheimlich verschwinden lassen, kann man das ganze Büchlein vielleicht wirklich so verstehen, wie Kleber selbst den Titel: als etwas „Komisches“. Klebers Werk ist wohl einer der seltenen Fälle, in denen dank geradezu unfassbaren Dünkels des Autors und „dieser penetranten Note der Selbstbeweihräucherung“ (Die Welt) tatsächlich so etwas wie unfreiwillige Komik entsteht. Und die ist bekanntlich meist die beste.

Also viel Spaß beim Lesen.


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Kommentare ( 61 )

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61 Kommentare auf "Claus Kleber sollte neu gelesen werden"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Kannte das Buch und seinen Titel nicht….komme aus dem Lachen nicht mehr raus…..Kleber und Wahrheit….ist ja echt lustig.

Kleber, Slomka, Mioska, Reschke & Co gehören zu jener Journalisten-Kaste, die sich längst vom Berufsetos eines unabhängigen und der Wahrheit verpflichteten Qualitätsjournalismus verabschiedet haben, und zu reinen Hofschranzen der Regierenden mutiert sind.
Erscheinen diese Gesichter auf dem Bildschirm meines Fernsehers, wird sofort umgeschaltet!

Danke für den Tip!
Bald ist hier Flohmarkt – 5 Groschen bin ich bereit zu investieren und der Bücherstapel am Örtchen schwindet bedenklich.

Eine Person des öffentlich rechtlichen Rundfunks, wie Herr Kleber, und den Begriff Wahrheit in einem Satz zu nennen ist schon sehr vermessen.

Kleber und auch Slomka sind für mich nur noch äußerst schwer zu ertragen. Diese sollten sich mehr mit dem befassen was ist und nicht mit dem was sein sollte, was ihrer Meinung nach sein sollte. Diese beiden Angestellten des ÖRR als „Regierungssprecher“ zu bezeichnen wäre wohl zu wohlwollend!!

Ich habe mir gerade Douglas Murray’s „Wahnsinn der Massen“ bestellt! Ich glaube da bin ich in Sachen „Wahrheit“ besser bedient als bei Herrn Kleber!

„Der Wegscheider“, die österreichische Sendung, mit wunderbarer Komik, ist sehenswert.
Neulich hat er den Herrn Kleber als „Regierungssprecher“ bezeichnet.
https://www.servus.com/tv/videos/aa-1q66uk71n1w11/

Ein solches „**“ Werk werde ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen, geschweige denn auch nur einen Penny dafür ausgeben. Solche Leute muss man mit Nichtachtung strafen. Das trifft diese Egomanen und nach Aufmerksamkeit heischenden Selbstdarsteller am meisten und besten.

Ich sehe mir den ** weder im TV an, noch bin ich bereit, auch nur eine Zeile von ihm zu lesen. Er ist in meinen Augen ein Schandfleck des deutschen Journalismus!

Seit meinem letzten Deutschlandbesuch sann ich einige Zeit darüber nach, wie ich die Filterblase meiner Mutter und ihrem „sag ja nichts Schlechtes über meinen Claus Kleber“ mit feinsten Nadelstichen traktieren könnte, so daß sie sie selbst zum Platzen bringt. Man soll ja selbst merken, daß man einem Sudel Ede aufgesessen ist. Vielleicht auch noch einige für die Schwester und Joschka, der einzige, der außenpolitisch überhaupt eine Ahnung gehabt hätte (…und die aggressivste Außenpolitk Deutschlands seit 1945 vollzog). Genug des Nachsinnens. Nächstes Jahr werde ich heimkommen und eine der höchsten Strompreise der Welt lobpreisen, ihre Großzügigkeit bewundern, dreiviertel der Flüchtlinge auf… Mehr