Bundeskanzler Kurz in Erfurt

Wer sehen und hören wollte, wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz auftritt und agiert, erhielt in Erfurt eine Kostprobe von Höflichkeit, Ruhe und Souveränität.

ALEX HALADA/AFP/Getty Images

Bei einem Besuch in Thüringen warb Bundeskanzler Sebastian Kurz nachdrücklich für einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen. Die Migrationskrise habe gezeigt, „dass Europa an seine Grenzen kommt, wenn es keine funktionierenden Außengrenzen gibt“. Die EU müsse selbst „an den Außengrenzen entscheiden, ob jemand zuwandern darf oder nicht“. Sein Besuch stieß auf eine Protestaktion der Jugendorganisationen von SPD, Grünen und Die Linke.

In den Salzburger Nachrichten liest sich das so: »Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Donnerstag beim Jahresempfang der Thüringer CDU-Fraktion in Erfurt erneut das Programm der österreichischen EU-Präsidentschaft dargelegt. Von CDU-Landeschef Mike Mohring wurde der Kanzler als „Brückenbauer“ vorgestellt. Kritik von den Jugendverbänden der Thüringer Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Linke, die ihn als „Baby-Hitler“ bezeichnet hatten, ließ ihn kalt.«

Der rot-rot-grüne Parteinachwuchs hatte geschrieben: „Sebastian Kurz, der von der Titanic zu Recht als Baby-Hitler bezeichnet worden ist, steht für eine neoliberale und vor allem menschenfeindliche, rassistische Politik.“ Und: „Es ist nicht verwunderlich, dass der CDU-Posterboy und Rechtsausleger Mike Mohring gern der beste Buddy von Baby-Hitler aus dem Geilomobil wäre“.

Kurz sagte knapp: „Satire darf grundsätzlich sehr viel, vielleicht sogar alles. Insofern möchte ich das auch nicht weiter kommentieren.“

Während der Rede vor etwa 3.300 Gästen in der Halle, demonstrierten draußen etwa 15-20 Personen. „Ich respektiere das“, sagte Kurz. „Ich glaube, eine lebendige Demokratie ist etwas Gutes, und solange Demonstrationen friedlich ablaufen, ganz gleich wo in Europa, ist das das gute Recht zur freien Meinungsäußerung.“

Wer sehen und hören wollte, wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz auftritt und agiert, erhielt in Erfurt eine Kostprobe von Höflichkeit, Ruhe und Souveränität.

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Kommentare ( 91 )

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Off topic:
Seit Wochen lese, höre ich in den „Leid-Medien“
so gut wie nichts mehr von der AfD.
– Ein Strategiewechsel? –
Fällt mir grad ein Satz von Mahatma Ghandi ein:
Zuerst ignorieren sie dich,
dann machen sie sich über dich lustig (diskreditieren dich),
dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
😉

Keine Sorge, das „Totschweigen“ funktioniert nur, wenn eine missliebige Partei nicht im Parlament sitzt. Bald sind wieder Parlamentsdebatten auf Phoenix und da wird man die Redebeiträge der AfD nicht herausschneiden können.

Doch doch, das geht schon. Etwas schneiden kann man immer und Beschwerden ignoriert man einfach.

Man könnte glatt eifersüchtig werden, auf diese glücklichen Österreicher, die Politiker gewählt haben, die nicht nur ihre Versprechungen einhalten sondern dies auch noch mit einer Kompetenz tun, die wir bei deutschen Politikern seit 30 Jahren nicht mehr gesehen haben.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass der Umstand, dass Parteien nach der Wahl ihre Ankündigungen aus dem Wahlkampf in die Tat umsetzen, in Deutschland auf großes Unverständnis stoßen. Wahlversprechen sind hierzulande offenbar unverbindliche Ideen, die zu keiner Reaktion veranlassen. Die FDP hat vor Jahren versucht, die Hotelsteuer zu verändern, was sie im Wahlkampf versprochen hatte. Homerischen Gelächter war der Lohn, obwohl die SPD im bayrischen Wahlkampf dasselbe verlangt hatte. Ein ******** Kabarettist mit einem bedauernswerten Cello konnte mit diesem „Gag“ der Hotelsteuer noch jahrelang Beifallsstürme erzeugen. Armes Deutschland!

Woran das wohl liegen mag? Höhere Intelligenz, höherer Bildungsstandard, …?

In der SPÖ haben sie einen Doskozil. Bei den Neos Frau Griss
Es war ein großer Fehler, dass Gabriel von seinem Posten liess.

Ah ja??
„Es war ein großer Fehler, dass Gabriel von seinem Posten liess“.

Bei allem Lob für Kurz darf man nie vergessen, dass ohne den Druck der FPÖ, keine Wende in Oesterreich möglich gewesen wäre. Das wird leider nie erwähnt.

Falsch. Ohne Kurz wäre die FPÖ noch immer in der Nazi-Falle.

@Franz
Ohne Kurz wäre jetzt Strache Bundeskanzler und Österreich schon wesentlich weiter. Vielleicht sollte man darüber mal etwas genauer nachdenken…

Sie kennen das politisch-kulturelle Österreich offensichtlich nicht.

Mitnichten. All das, was ein Herr Kurz seit vielleicht einem oder zwei Jahren umsetzt, hatte die FPÖ schon Jahre zuvor angedacht, wurde aber, wie so oft, in die rechte Ecke dafür gestellt. Ohne eine FPÖ an der Seite der ÖVP wäre sie den Weg der SPÖ gegangen…..den man sich in Wien ansehen kann, gruselig.

naja, ich bin ein engel.
den transatlantiker sehe ich nicht in dermassen rosigen farben wie in dem bild oben dargestellt.

Was ist da los? Seit Wochen lese ich nichts über den Orban, über Polen, die Visegradstaaten oder die nordeuropäischen Länder. Selbst aus Frankreich hört man kein Wort. Sind alle in Urlaub, oder gehen die EU-Länder wegen der irrwitzigen Migrationspolitik unserer Kanzlerin auf Distanz? Putin lässt sie eine halbe Stunde bei seinem Besuch warten! Ein diplomatischer Affront ohne gleichen! Dafür tanzt er lieber in der Steiermark. Aber so etwas wird in Deutschland nicht zur Kenntnis genommen und von den MSM verdrängt.

Is‘ halt Sommerloch. Ein grüner Abgeordneter hat es wenigsten mit einer kleinen Anfrage gefüllt, ob wir auf die Ankunft von Zuwanderern aus dem All vorbereitet sind … aber freut Euch, es geht so langsam wieder los mit Maischberger und Co. …

Oblongfitzoblong, nur eine halbe Stunde? Ich hätte an Putins Stelle Merkel links liegen gelassen. Das Gespräch mit ihr war ziemlich sicher ziemlich sinnlos.

Orbans Rede auf der Sommeruniversität ist das, was auf seiner Seite als Letztes vor seinem Sommerurlaub veröffentlicht wurde: http://www.miniszterelnok.hu/viktor-orbans-rede-auf-der-29-freien-sommeruniversitat-in-balvanyos/

Ist schon ein interessanter Besuch. Selbst mit etwas Afd-ähnlichen koalieren aber dem CDU Gastgeber davon abraten. Bei genaueren Hinsehen aber einleuchtend. Er will Mohring schließlich stärken, weil er zukünftig auf ihn rechnet und weil dieser ein Merkelkritiker ist. Da muss Kurz zur Afd eine gewisse Distanz zeigen. Das schadet der Afd nicht, warten wir die 2019 Wahl ab.

Mohring – ein Merkel-Kritiker? Sicher erst, wenn Merkel im Orkus der Geschichte verschwunden ist. Mohring geht eher als Wetterfahne auf der CDU-Zentrale durch. Vor knapp 30 Jahren hieß so etwas „Wendehals“.

Kurz setzt eben auf eine CDU nach Merkel. Das die CDU in der Versenkung verschwinden könnte, liegt wohl ausserhalb seiner Vorstellungskraft.

Ob die bei Erdogans Besuch auch demonstrieren? Nein! Dafür wären die viel zu feige. Und schlimmer noch: Dafür würden die überhaupt keine Notwendigkeit sehen!
#verlogenelinke

Da bin ich aber auch einmal gespannt.

„Baby-Hitler“ – Man ist das übel und komplett unangemessen. Nur wer völlig verantwortungslos ist und alles schleifen lässt ist kein Hitler, oder wie ist das zu verstehen?

Mir fällt da immer ein Spruch ein, den Trump-Supporter bringen, wenn man sie oder The Donald mal wieder als Nazi zu bezeichnen gedachte: „All those flavours and you chose to be salty.“

Aber, ich bitte Sie, das ist uns Österreichern doch komplett egal.
Die Naxi-Keule interessiert doch niemanden mehr.
Lasst sie schreien, je mehr, desto besser-das zeigt, dass es sie schmerzt.

Ja, es ist total geschmacklos und zeugt vom geistigen Niveau der Demonstranten. Andererseits würde ich es nicht überbewerten: auch A. Merkel wurde schon mit Hitler verglichen (Griechenland). Allmählich ist es nur noch albern. Kurz hat absolut angemessen reagiert.

Ich finde es gar nicht so schlecht, dass diese 15-20 Personen demonstriert haben.
Der beschämende Auftritt dieser Truppe hat die Größe, Niveau und Charakter des ehrenwerten Herrn Kurz nur unterschtrichen.

15 – 20 von der rot-rot-grünen Jugend, mein Gott wie lächerlich, es dauert wohl noch ein bis zwei Jahrzehnte bis den 15 – 20 klar wird wie peinlich ein solcher Auftritt ist.
Bei einigen befürchte ich allerdings wird selbst dieser lange Zeitraum nicht ausreichen um zur Vernunft zu kommen, Beispiele dafür haben wir speziell im grünen Spektrum ja leider genug.

15 bis 20 Personen? Ach ja, es sind Semesterferien. Da muss die Speerspitze der Weltrevolution nach hause, um sich bei ihren reaktionären Erzeugern durchzuschnorren.