Angela Merkel will einen Flugzeugträger

Je aussichtsloser die Lage also desto hochfliegender die Pläne und versenkter die Ergebnisse. Das war schon immer so. Warum nicht ein Flugzeugträger.

VALERY HACHE/AFP/Getty Images
The carrier 'Charles de Gaulle' operates on the Mediterranean sea, on February 8, 2019

Merkel will ´nen Flugzeugträger! Die Kanzlerin setze auf eine stärkere europäische Verteidigung. Das berichtet die Funke Mediengruppe: »Die Bundeskanzlerin findet es ›richtig und gut‹, wenn Frankreich und Deutschland zusammen einen europäischen Flugzeugträger bauen würden. Sie sei gern bereit, ›daran mitzuarbeiten‹, versicherte Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin.«

Sie unterstützte damit CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die zuerst mit dem Vorschlag um die Ecke kam. Wär doch was, so ein Gerät? Es fahren zwar kaum noch Schiffe der Marine, U-Boote sollten besser nicht tauchen und ob das nochmal was mit der Gorch Fock wird, vermag niemand zu sagen. Die Mannschaft schiebt seit zwei Jahren Dienst in der Werft in einer schwimmenden Behelfsunterkunft und schaut zu, wie nebenan die Arbeiten an ihrem Schiff nicht vorankommen. Doch der europäische Flugzeugträger soll klimaneutral, mit gendergerechten Toilettenkonstruktionen und Mülltrennung (gebrauchte Patronen in den gelben Sammelbehälter) in der Welt mächtig Eindruck machen. Das Verblüffendste: AKK und Merkel haben die Traute, solch einen Vorschlag laut zu sagen und keine Angst dabei, für völlig realitätsfern erklärt zu werden.

Pleiten, Pech und Pannen säumen ihren Weg. Aber kurz vor dem Untergang nochmal sowas richtig Großes in die Welt raushauen. Das hat was – und hatte schon ein großes Vorbild.

Vor 80 Jahren lief der erste deutsche Flugzeugträger schon einmal vom Stapel – oder zumindest der Rumpf, aus dem einmal ein Flugzeugträger werden sollte.

Die Werft »Deutschen Werke« in Kiel begann 1935 mit dem Bau des für damalige Verhältnisse riesigen Schiffes. 262 Meter lang sollte es werden, 36 Meter breit. Zwei mit Pressluft angetriebene Katapulte sollten die Flugzeuge so schnell in die Luft bringen, wie das seinerzeit kein anderer Flugzeugträger konnte. Vier Turbinen mit insgesamt 200.000 PS sollten das Schiff bis zu der hohen Geschwindigkeit von 60 Kilometer pro Stunde antreiben.

Am 8. Dezember 1938 dann die pompöse Schiffstaufe mit der Tochter des Luftschiffpioniers Grafen Ferdinand von Zeppelin, Hella von Brandenstein-Zeppelin. Hermann Göring schwärmte in seiner Taufrede von künftiger Luftüberlegenheit auf den Weltmeeren.

Im September 1939 besann sich die Reichsführung eines anderen und wollte lieber U-Boote und ließ die Arbeiten im Juni 1940 enden. Der halbfertige Koloss von Kiel wurde nach Gotenhafen geschleppt und dort vergessen, bis der Untergang der Bismarck sowie der Angriff auf Pearl Harbour die Marineführung aufschreckte. Sie ließ ihn wieder nach Kiel schleppen und dort unter Hochdruck weiterbauen.

Doch mit Befehl vom 26. Januar 1943 ließ Hitler den Bau wieder stoppen. Alles zurück diesmal nach Stettin, wo das halbfertige Schiff als Ersatzteillager für die Kriegsmarine diente.

Bei Kriegsende versenkte ein deutsches Sprengkommando die »Graf Zeppelin«. Im März 1947 hob die sowjetische Marine das Schiff wieder aus der Tiefe und studierte genau die teilweise bahnbrechende Technologie – um den Kahn dann wiederum endgültig zu versenken.

Durch einen großen Zufall stieß im Juli 2006 ein polnisches Forschungsschiff der Ölgesellschaft Petrobaltic auf das Wrack in 80 Meter Tiefe. Dort liegt es noch heute.
Je aussichtsloser die Lage also desto hochfliegender die Pläne und versenkter die Ergebnisse. Das war schon immer so.



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Kommentare ( 226 )

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Mit ihrem Wunsch für einen Flugzeugträger belegt A. Merkel wieder einmal, dass sie von ganz vielen Dingen überhaupt keine Ahnung hat.

Ein Flugzeugträger braucht nicht nur Flugzeuge, sondern auch eine an der deutschen Marine gemessen gigantische Flotte von nahezu 20 Begleitschiffen, die vor allem den Flugzeugträger schützen. Wenn der Flugzeugträger dann auch noch klimaneutral sein soll, dann wird sich die Anzahl der Begleitschiffe wahrscheinlich um mehr als 50 erhöhen, denn diese müssen umweltverträglich Energie bereitstellen für den Flugzeugträger, die ihn schützenden Begleitschiffe und zusätzlich für die „Energieversorger“ da selbst, vom Ende her gedacht…

Kein Problem! Als umweltverträgliche Begleitschiffe verwendet man Galeeren. Griechische Triremen böten sich an. 🙂

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Diese Person kann man einfach nicht mehr ernst nehmen.
Frau Merkel soll bis zu ihrem Amtsende um Himmels Willen in die Uckermark verschwinden, meinetwegen dort ihre Kartoffelsuppe kochen, dann kann sie wenigstens nicht noch mehr Schaden anrichten.
Inzwischen kommt man sich vor wie in der Muppet-Show, eine einzige Lachnummer der ganze Verein. Was ist unter dieser Frau aus diesem Land geworden, was geben wir inzwischen für ein Bild in der Welt ab? Niemals hätte ich gedacht, schamvoll zu gestehen eine Deutsche zu sein. Ach was schreibe ich „eine Deutsche“, habe mich verschrieben…muss heissen „Eine die schon länger hier lebt“.

Muppet Show …

Schönes Bild!

Aber Kermit ist entlassen (hatte beim Doktortitel gemogelt), nur Waldorf und Stadler sitzen zuverlässig im Publikum.

Also ich empfinde das als eine vernünftige Idee. Wie sollen den sonst unsere Kampfflugzeuge an all die Orte gebracht werden, wo die Freiheit und Sicherheit Deutschlands verteidigt werden muss. Sollen sie etwa fliegen?

Solche Äußerungen sollte man sich für Fasching oder den 1.April aufheben, auch wenn sie von einer sogenannten Regierungschefin kommen. Zu unpassender Zeit geäußert lässt das nichts Gutes für den Geisteszustand dieser schließen.

V E R D U N Das wäre doch ein trefflicher Name für das Beste, was deutsch-französische Freundschaft in den letzten 2 Jahrhunderten möglich gemacht hat. Ein Flugzeugträger zeugt von transnationalem Größenwahn. Könnten Deutschland, Frankreich und Europa endlich mal ihre Hausaufgaben machen ?! Wer nicht mal eine Gorch Fock sach- und kostengerecht reparieren kann, was soll der mit einem Flugzeugträger ? Und wo soll der dann schwimmen ? In der Ostsee ? Im Atlanktik ? Im Mittelmeer ? Im Pazifik ? Und mit welchen strategischen Zielen ? Wer der Bundeswehr die Hubschrauber der 1960er Jahre belässt aber Windeleimer für 2019… Mehr

Unser Flugzeugträger wird GRETA heißen und ausschließlich mit Solarstrom angetrieben, ebenso die Solarflugzeuge. Als Einsatzgebiet ist deswegen die Sahara vorgesehen.
PS: Hat eigentlich niemand die Damen Merkel und Karrenbauer informiert, daß der Karneval bereits vorbei ist?

Bei der amerikanischen Kriegsmarine werden die Flugzeugträger von Zerstörern begleitet.
In Deutschland träumen die Zerstörerinnen vom eigenen Flugzeugträger.
Jede Töpfin findet ihre Deckelin…

Die Spötteleien und Narreteien der AM und AKK mal beiseite.
Ein Flugzeugträger mitsamt seinen Begleitschiffen ist eine maritime Eingreiftruppe und hat mal wenig mit Verteidigung zu tun. Eher mit Drohgebärden usw.
Wozu brauchen wir so etwas? Wollen wir wieder Kanonenbootdiplomatie betreiben wenn die Afrikaner nicht spuren?

Wir schreiben das Jahr 2050 und unternehmen nach dem Moscheebesuch eine Reise auf der Nordsee zu Buntlands beliebtestem Tourismusziel: Dem Flugzeugträger „BER Fock“. Der wurde von 2020 bis 2045 auf der Elsflether Werft gebaut, und kostete sage und schreibe 100.000.000.000 Euro. Nach dem Guinnes Buch der Rekorde ist der BER Fock „das größte und teuerste schwimmensollende Seefahrzeug“ der Welt. Um dieses Jahrundertwerk zu finanzieren, wurde nach 2020 – noch in der Ägide der Gottkanzlerin (Allah sei ihrer Seele gnädig) – die Mehrwertsteuer von 19 auf 25% erhöht. Leider sank der BER Fock schon kurz nach dem Stapellauf auf seiner Jungfernfahrt… Mehr

Nach alter maritimer Tradition hieße es eigentlich „die BER Fock“, auch wenn es der Flugzeugträger ist. Und genau das scheint der ursächliche Antrieb für Merkel und Genossinnen zum Bau des Trägers gewesen zu sein. So eine große, beeindruckende „Sie“ – auf allen Weltmeeren kreuzend unter der bunten Flagge des friedlichen und segensreichen Feminismus/Genderismus. Möglichst noch völlig grün gestrichen, mit rosa Punkten und lila Streifen.

Wir schreiben das Jahr 2050 und unternehmen nach dem Moscheebesuch eine Reise auf der Nordsee zu Buntlands beliebtestem Tourismusziel: Dem Flugzeugträger „BER Fock“. Der wurde von 2020 bis 2045 auf der Elsflether Werft gebaut, und kostete sage und schreibe 100.000.000.000 Euro. Nach dem Guinnes Buch der Rekorde ist der BER Fock „das größte und teuerste schwimmensollende Seefahrzeug“ der Welt. Um dieses Jahrundertwerk zu finanzieren, wurde nach 2020 – noch in der Ägide der Gottkanzlerin (Allah sei ihrer Seele gnädig) – die Mehrwertsteuer von 19 auf 25% erhöht. Leider sank der BER Fock schon kurz nach dem Stapellauf auf seiner Jungfernfahrt… Mehr

Ich verstehe ja, das die Amtsärzte in Berlin stark ausgelastet sind, bei dem Personal, das dort zu begutachten ist. Aber einer sollte sich jetzt bitte doch mal um die geliebte 67%-wollen-Dich-behalten-Chefin kümmern.