9 Fakten, die Sie zu der Bargeld-Abschaffung wissen müssen

Leichtlebige Geldpolitik muss zu immer härteren geldpolitischen Drogen greifen
Leichtlebige Geldpolitik muss zu immer härteren geldpolitischen Drogen greifen

1. Warum das Bargeld jetzt abgeschafft werden soll

Das Bargeld hat viele Feinde – aber neuerdings einen sehr Mächtigen: Die Europäische Zentralbank und Wirtschaftspolitiker, die ihren Kurs unterstützen. Der Grund: Die Europäische Zentralbank will die europäische Wirtschaft ankurbeln – obwohl dies eigentlich nicht ihre Aufgabe ist. Ursprünglich ist sie nur für die Stabilität der Währung zuständig.




Das vorrangige Ziel des Eurosystems ist in Artikel 127 Absatz 1 des Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union festgelegt:
„Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (im Folgenden ,ESZB‘) ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten.“
Weiter heißt es dort: „Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union, um zur Verwirklichung der in Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union festgelegten Ziele der Union beizutragen.“

Unter dem Druck der Euro-Krise aber hat sich die EZB von dieser Aufgabenstellung entfernt und betreibt mit ihren geldpolitischen Instrumenten eine Politik, die die Finanzierung der Staatsdefizite ermöglichen, die Arbeitslosigkeit reduzieren und das Wirtschaftswachstum beschleunigen soll. Das sind alles hehre und edle Ziele – nur fehlen der EZB dafür das politische Mandat und die Instrumente. Ihre Instrumente sind im wesentlichen die Zinsen, die sie in begrenztem Maße steuern kann. Außerdem nimmt sie Anspruch, in gigantischem maße Schuldpapiere von europäischen Banken aufzukaufen. Dieses 1,2 Billionen € schwere Programm dient faktisch der Finanzierung von Staatsschulden. Bei der Zinspolitik hat die EZB eine Niedrigzinsstrategie durchgesetzt, die jeder Sparer und jeder Lebensversicherte leidvoll erfährt. Und sie hat noch einen Zweck, erklärt Müller: Nur mit Niedrig-Zinsen können sich die hochverschuldeten Pleiteländer wie Griechenland noch über Wasser halten. Doch auch diese Strategie zeigt nicht ganz den erwünschten Erfolg. Deshalb denken linke, keynesianische Ökonomen wie der Wirtschaftsweise Peter Bofinger darüber nach, wie man negative Zinsen einsetzen könnte. Der gewünschte Wirkungsmechanismus wäre der: Man möchte die Bürger zwingen, ihr Geld sofort auszugeben. Wenn also die Guthaben der Bürger und Unternehmen auf den Konten der Banken jeden Tag entwertet werden, weil sie nicht mehr verzinst, sondern mit negativen Zinsen verringert werden, dann liegt es nahe, sofort das Geld abzuheben und auszugeben. Wenn alle morgen in die Kaufhäuser rennen und schwerbepackt zurückkommen, springt endlich die Wirtschaft in Europa an. Die Null-Zins-Politik ist also eine Art Konsumzwang der  EZB. Das klappt aber nur, wenn es kein nennenswertes Bargeld mehr gibt. Denn Bargeld ist vor dieser Art von Besteuerung geschützt. Man kann es verstecken. Negativ-Zinsen könnten sogar eine Währungskrise auslösen: Werden sie auch nur in Betracht gezogen, könnten die Menschen versuchen, noch schnell ihr Geldvermögen durch Abheben zu retten. Ein Bank-Run und ein Zusammenbruch des Banksystems wären die Folgen. Deshalb also die Überlegung: Nur wenn es kein Bargeld mehr gibt, kann die Konsum-Manipulation durch die Zentralbank erfolgreich funktionieren.

2. Ist ein Bargeld-Verbot möglich?

Im § 14 des Bundesbankgesetzes heißt es: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ Im Wesentlichen heißt das: Schulden kann man nur mit Geldscheinen bezahlen. Punkt. Diese müssen angenommen werden. Punkt. Das gibt dem Bargeld ein starke Stellung. Überweisungen, Kartenzahlungen und andere nicht-bare Formen sind nur „Ersatzhandlungen“. Sie müssen nicht angenommen werden. Niemand kann einen Gläubiger zwingen, Schecks, Überweisung, Kartenzahlung usw. usf. anzunehmen. Rechtlich gesehen ist also die Stellung des Bargeldes sehr stark. Faktisch ist schwach: Die Vorzüge bargeldloser Bezahlung sind ja gewaltig. E-Commerce funktioniert bar gar nicht; niemand wird noch gerne sein Neu-Auto mit dicken Geldbündeln bezahlen. Eine Aufhebung der Funktion „einziges unbeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel“ wäre also sehr einfach und würde auch unser Wirtschaftsleben nicht unmittelbar zum Erliegen bringen. Aber das wird kaum so geschehen. Das Bargeld stirbt leise – und das ist das tückische daran.

3. Der leise Tod des Bargelds

Faktisch ist das Bargeld-Gebot schon weitgehend ausgehebelt – wegen der unbestreitbaren Vorzüge von „Giralgeld“, dem Geld, das via Bankkonto mit Schecks, Überweisung und Karten oder neuerdings per Payball bewegt wird. Was zunächst wie eine Zukunftsvision klingt, zeichnet sich in unserem Alltag längst ab. Handwerkerrechnungen können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie per Überweisung beglichen wurden. Im öffentlichen Nahverkehr einzelner Großstädte erhält einen Rabatt, wer auf Bargeld verzichtet. Aber auch der Staat selbst hat vielfach das Bargeld schon abgeschafft: Versuchen Sie mal, ihre Steuern bar zu bezahlen. Es gibt keine „Finanzamtskassen“ mehr, bei denen Sie mit Scheinen Ihre Lohnsteuer begleichen könnten. Nach diversen Schätzungen ist als das „Giral-Geld“ bereits fünffach so häufig wie Bargeld. Bargeld wird zwar noch bei einer Mehrzahl, etwas über 50 % der Zahlungsvorgänge eingesetzt – aber bei kleinen Beträgen. Berücksichtig man das Volumen liegt das Giralgeld weit vorne: Bargeld wird immer noch für fast 80 Prozent aller Transaktionen genutzt, allerdings gegenüber der vergangenen Studie aus dem Jahr 2011 mit leicht gesunkener Tendenz. Der wertmäßige Bargeldanteil ist konstant geblieben und beläuft sich mit 53 Prozent auf mehr als die Hälfte der verausgabten Beträge. Auch der Bargeldbestand im Portmonee liegt im Vergleich beider Erhebungen unverändert bei 103 Euro. Diese geringe Dynamik mag auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen, sie zeigt jedoch relativ stabile Vorlieben der Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit Zahlungsinstrumenten.

Doch auch wenn die Bevölkerung hierzulande nur wenig Bereitschaft zu Experimenten zeigt: In kleinen Schritten vollziehen sich durchaus Veränderungen im Zahlungsverhalten. Mittlerweile besitzt fast jeder Erwachsene eine girocard – auch noch als EC-Karte bekannt –, mit der inzwischen annähernd 30 Prozent der Umsätze am Point-of-Sale bezahlt werden; 2011 waren es noch rund 28 Prozent. Die girocard hat das Bargeld für Zahlungen zwischen 50 und 100 Euro als beliebtestes Zahlungsinstrument abgelöst. Weitere Argumente für die Beibehaltung von Bargeld finden Sie in einer Rede des für Bargeld zuständigen Bundesbankvorstands Carl-Ludwig Thiele.

4. Wie der Tod des Bar-Geldes beschleunigt wird

Der Tod des Bargeldes beschleunigt sich, wenn die Konsumenten die alternativen elektronischen Formen akzeptieren, etwa weil die Apple-Watch so chic ist – oder weil sie über die Kosten und Gebühren getäuscht werden. Denn bargeldloses Zahlen ist für den Konsumenten billig.
Aber auch der Staat greift massiv ein: Immer wieder im Gespräch ist es, die 500-€-Scheine abzuschaffen. Damit würden größere Bargeldbestände oder Zahlvorgänge erschwert; nur noch Taschengeld für Kleinstgeschäfte bliebe erhalten. Frankreich will ab Herbst Barzahlungen über 1.000 € verbieten; in vielen südeuropäischen Staaten ist das bereits der Fall. Beim Grenzübertritt sind nur noch Bargeld-Summen bis maximal 10.000 € erlaubt – und dieses faktische Bargeldverbot für größere Beträge wird an den Grenzen zur Schweiz vom Zoll ziemlich scharf kontrolliert. In Dänemark sollen keine frischen Banknoten mehr gedruckt werden – dann verrottet das Bargeld in kürzester Zeit. Generell macht sich als Krimineller verdächtig, wer noch größere Beträge bar bezahlt – Schwarzgeldverdacht. Bei Banken ist nur noch wenig Bargeld in den Kassen vorhanden – es wird zunehmend erschwert, Bargeld überhaupt noch zu erhalten. Es gibt also ziemlich viele Stellschrauben, um das Bargeld faktisch abzuschaffen. Daran kann unauffällig geschraubt werden.




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Kommentare {40}

  1. Seid unbequem .. nutzt wie geschrieben Fremdwährungen z.B. der BRIC-Länder.
    Kauft Konsumgüter einmal über den verordneten Weg und tauscht die Konsumgüter gegen Waren, Dienstleistungen und andere Gegenleistungen … die Elite zerstört uns und wir müssen uns mit Einfaltsreichtum wehren … Mott: macht kaputt was Euch kaputt macht.

  2. total sexistisches Bild da oben !ständig wird die Frau als SEXOBJEKT vermarktet, krankkkkkkkkkk, scheiß Sexismus in Deutschland, wie könnt ihr nur so ein Bild weiterverbreiten sag mal schämt ihr euch nicht ? Die inneren Werte der Menschheit wie SOWAS ist ein größeres Problem….
    zum Glück bin ich verrückt…denn gesund ist krank….

  3. Hallo SK (28.5. 3:14)
    “Dieses bargeldlose Prinzip hatte man in einem Ort in der Sowjetunion vor etwa 70 Jahren probiert. Man wollte Kommunismus testen (hat uns zu DDR-Zeiten ein Prof. erzählt). Man musste es aber wieder abschaffen, weil fast alles weggeworfen wurde.”
    Da irren Sie sich. Sollte das Modell Kommunismus erprobt werden. Es wurde das GELD abgeschafft. Jeder bekam alles ohne jeden Gegenwert, ohne Verrechnung.

    Jetzt wird nur das Bargeld abgeschafft und nicht das Geld. Das bedeutet wenn auf der Plastikkarte kein Guthaben ist, bekommen sie nichts.

    Herzlich, Paul

  4. Der Tod des Bargeldes beschleunigt sich, wenn die Konsumenten die alternativen elektronischen Formen akzeptieren, etwa weil die Apple-Watch so chic ist – oder weil sie über die Kosten und Gebühren getäuscht werden. Denn bargeldloses Zahlen ist für den Konsumenten billig.

    Zitat Ende.

    Für den Konsumenten billig. Hiermit wird indirekt behauptet, dass es für den Zahlungs-Annehmer bzw. Zahlungsempfänger teuer ist. Gibt es dazu irgendwelche Beweise?

  5. Ich bin weder bei Facebook noch besitze ich ein Smartphone, ich denke das Hauptproblem ist aber gerade dieses. Rabatte nur Bargeldlos etc…….
    Alle müssen ein Smartphone haben und jeder muss bei Facebook und Co. sein, sind ja auch alle anderen dort.
    Dieser Massenzwang, der durch die unfähigkeit der Nutzer zur Erkenntnis über daraus resultierende Folgen, stattfindet macht eine “achso Böse Stasi” überflüssig. Alles was bei Facebook, nicht nur Infos sogar in Bild, gepostet wird ist mehr als was der beste Agent oder Privatdetektiv rausfinden kann und da die Person es selbst veröffentlicht auch in jedemfall Gerichtskräftig, was bei machen Überwachungsmethoden z.g. nicht zwingend der Fall ist.

    Ich sehe deshalb in 1. Linie durch die Abschaffung des Bargeldes ein rießiges Überwachungspotetial, denn WAS ich WO für WIEVIEL kaufe kann Bar niemand so schnell nachvollziehen, muss er auch nicht denn ich bin ein hartarbeitender niedrigentlohnter Steuerzahler!
    Wenn man als Regierung mal logisch Überlegen würde dann wüsste man das man nicht Jahrelang um die einführung eines Mindestlohnes kämpfen muss. Denn wer mehr verdient der zahlt auch mehr Steuern!
    Sicher ist es für einen Privaten/Selbständigen schwer, aber es gibt genug Mittelständige-/Grosskonzerne in Dt. und um die geht es.
    Das Geld ist da, auch das vermeintliche jammern um die Kostenerhöhung im Unternehmen ist blanke Blasphemie, denn es wird ja eh jeder Rohstoff/Treibstoff JA und auch Lohnerhöhung auf den Produktpreis umgelegt.
    D.h. also die Nebenkosten werden bei gleichem Umsatz durch die erhöhten Preise ausgeglichen, das Problem bleibt es sind die Managergehälter (dazu zähle ich auch das was Euer Chef verdient)
    Sind diese zu hoch, dann ist “der Laden” natürlich weniger flüssig, alles andere wurde ja durch oben gennantes ausgemerzt. Meiner meinung nach muss man daran endlich mal was SINNVOLL verändern. Ich bestreite nicht das mein Chef weniger verdient hat als Ich, aber wenn ich nicht komme verdient er Null.
    Ich würde eine Prozentuale Richtgrenze einführen, also z.b. das der Chef nicht mehr als 10% mehr als du verdienst. Damit kürze ich ihm nix, es bedeutet vielmehr das wenn der Boss mehr Geld möchte, der Arbeiter der ihm dieses erst ermöglicht auch mehr verdient sonst würde ja der Prozentsatz überschritten.
    Wenn dies der Unternehmeswert nicht zulässt dann müssen z.b. Umsätze gesteigert werden was dann auch wiederum die Wirtschaft ankurbelt, ach ja und jammern wie??? dafür bekommt ja der Manager sein Mehrgeld!

    Puhh schon zuviel geschrieben aber jetzt kommt noch Punkt 2
    Da eine EU und die ganzen möchtegern Weltverbesserer wohl beim ganzen Quellenangaben in der Masterarbeit machen das logische Denken eingebüst haben fällt ihnen sowas wie oben genanntes z.b. garnicht ein.
    Ja wenn es kein Bargeld mehr gibt dann wird es ruck zuck zur Geldentwertung kommen, was dann passiert ist ja durch viele beispiele in der Geschichte bekannt.

    Danke fürs lesen :)

  6. Übrigens wurde gestern oder vorgestern im Videotext eines TV-Senders über eine Umfrage berichtet:

    Über 80% der Bevölkerung lehnen die Abschaffung des Bargeldes ab.

    Darf die EZB eigene Ideen gegen die Bevölkerung durchsetzen? Ist das dann noch Demokratie?

    1. Ich habe noch nie erlebt, dass ich als Wählerin überhaupt einmal gefragt werde, was ich möchte und was nicht. Mehr als eine Partei wählen kann ich gar nicht machen, in der Hoffnung, dass sie ihre Vorsätze auch umsetzen. Mitmischen? Viel zu teuer für mich.
      Meine Meinung dazu? Wir brauchen das Bargeld. Was ist mit den ganzen Kleingeschäften, Schulmärkten und anderen Privatgeschäften? Stattet der Staat sie mit den neuen Kassen aus oder wer soll dafür bezahlen? Wer ersetzt die Jobs, die dabei verloren gehen? Warum sollte es keine Schwarzarbeit bzw. keinen Drogenmarkt mehr geben? Es gibt Edelmetalle und Wertgegenstände. Beste Bezahlungsmittel. Tja…ich halte es für einen ziemlichen Unfug, dass die Abschaffung von Bargeld ein Segen ist.

    2. Ja selbst verfreilich ist das Demokratie! Wie sonst kam es zu dem Verbot der unsäglich viel Energie verbrauchenden Glühbirnen? Die Massen von Hausfrauen mit ihrem unkontrollierten Energiewahnsinn haben die Industrie in diesem Lande ja wohl gänzlich in den Schatten gestellt. Darum können wir nur noch sogenannte Energiesparlampen kaufen? Alles zu unserer eigenen Sicherheit.
      Warum müssen wir alle Rundfunkgebühren bezahlen, wo sich – z.B. in meinem Bekanntenkreis – alle im Internet tummeln? Warum kann man in einer technisch hochzivilisierten Gesellschaft kein ‘pay on demand’ einführen?

      Es ist alles zu unserem Besten.

      Was soll´s – kaufen wir uns einfach etwas Schönes um die Wirtschaft anzukurbeln.
      … aber welche und was? Sporthemden aus Bangladesh oder aus Burladingen; Spielzeug aus China oder aus Zirndorf; Wein aus Kalifornien, Südafrika oder aus dem Ländle?

      Meine Wette: Bevor das Bargeld abgeschafft wird sind wir alle im Pappbecher erstickt und im i-phone verschwunden.

  7. Man könnte dagegen vorgehen:
    1. Bargeld von den Banken abziehen
    2. Konzerne Boykottieren (ja, das heißt auch auf das neue Smartphone zu verzichten)
    2. Nicht mehr zur Arbeit erscheinen
    Einziges Problem: ALLE BÜRGER MÜSSTEN DAS GLEICHZEITIG MACHEN!

  8. Zitat: “Mittlerweile besitzt fast jeder Erwachsene eine girocard – auch noch als EC-Karte bekannt –, mit der inzwischen annähernd 30 Prozent der Umsätze am Point-of-Sale bezahlt werden; 2011 waren es noch rund 28 Prozent.”

    Wer hat das untersucht und was bedeutet das? Bezogen auf die Bevölkerung sagt das absolut nichts. Das kann bedeuten, dass immer noch 90% der Konsumenten mit Bargeld bezahlen. Nur ganz teure Dinge werden mit Kreditkarte bezahlt. Wie soll es auch funktionieren, wenn man am Automaten nur maximal 500 Euro pro Tag erhält. Warum soll der Normalkonsument seine normalen Einkäufe mit Kreditkarte bezahlen, wenn darauf noch Kosten anfallen? Wenn 30% der Umsätze mit Kreditkarte bezahlt werden, kann das auch bedeuten, dass ganz wenige viel teures Zeug kaufen.

    Man beobachte mal die Kassen in Warenhäusern und Supermärkten. Soviele sind es garnicht, die mit Kreditkarte bezahlen. Hier wird statistisch wieder getrickst, um den Bürger zu überwachen.

    Und was bedutet es Bargeld abzuschaffen? Damuit sagt die EZB: kaufe mal jeden Tag hundert Brötchen. Du musst nur ein einziges essen. Den Rest wirf weg.

    Dieses bargeldlose Prinzip hatte man in einem Ort in der Sowjetunion vor etwa 70 Jahren probiert. Man wollte Kommunismus testen (hat uns zu DDR-Zeiten ein Prof. erzählt). Man musste es aber wieder abschaffen, weil fast alles weggeworfen wurde.

    Noch etwas: die ganz Reichen werden bei fehlendem Bargeld nicht allzusehr überwacht. Die können sich Gold anschaffen. Die Hartz-4-Empfänger werden total überwacht. Da kommt dann von der Behörde die Meldung: Du hast heute zwei Kartoffeln gekauft. Das ist zuviel, eine reicht für deine Ernährung pro Tag.

    1. Hallo SK (28.5. 3:14)
      Sie bringen etwas durcheinander wenn Sie schreiben:
      “Dieses bargeldlose Prinzip hatte man in einem Ort in der Sowjetunion vor etwa 70 Jahren probiert. Man wollte Kommunismus testen (hat uns zu DDR-Zeiten ein Prof. erzählt). Man musste es aber wieder abschaffen, weil fast alles weggeworfen wurde.”

      In diesem Dorf wurde nicht das Bargeld abgeschafft, sondern das GELD.
      Die Menschen bekamen alles kostenlos ohne Gegenrechnung für einen Wert.

      Jetzt soll nur das Bargeld abgeschafft werden und nicht das Geld. Das bedeutet ich bekomme nur etwas gegen Entrichtung des Gegenwerts. Wenn die Karte kein Geld ausweist, bekomme ich nichts.

      Herzlich, Paul

  9. Die Politik, insbesondere die EU, sind für die Vernichtung der Wirtschaft verantwortlich. Waren es nicht SPD und Grüne, die die Industrie abschaffen wollten. Und wer hat die Gebühren und Steuern für KMUs so stark gesteigert, dass massenhaft Firmen in die Insolvenz gehen mussten? Warum ist seit 1998 die Zahl der Insolvenzen innerhalb kürzester Zeit von jährlich 3000 auf 39000 gestiegen. Man kann auch mal die letzten 10 Jahre ansehen. Die Zahl der Firmen im Elektronikbereich hat abgenommen. Massenhaft Firmen mussten Insolvenz anmelden oder wenigstens ins Ausland auswandern. Die Politiker (außer der FDP) hat 2008 bei einer Wahl diese Erkenntnis nicht interessiert. In Europa wird die Produktion immer mehr eingeschränkt. Dafür ist nicht das Geld als solches sondern die Bürokratie und die Gebührensteigerungen verantwortlich. Warum verbietet die Politik die Entwicklung und Produktion innovativer Produkte durch den normalen Bürger? Eine Ausnahme sind staatlich finanzierte Institute denen man dann nochmals Subventionen zukommen lässt, um eine Firma zu gründen. In der Schweiz und in Österreich sind dagegen in den vergangenen Jahren immer mehr Firmen im Elektronikbereich entstanden. Die Bürokratie ist geringer.

    Wird das Geld abgeschafft, wird es noch schlimmer. Welcher Tante-Emma-Laden oder Zeitungskiosk soll sich denn nun auch noch irgendwelche Geräte (aus China) anschaffen, damit Kunden mit Kreditkarten bezahlen. Schon jetzt bestellt die junge Generation ein Tütchen Milch oder etwas Gemüse lieber bei Amazon. Manchmal platzen Pakete und der Transporteur kann reingucken. Da bestellt eine Dame lieber ein Tütchen Tampons bei Amazon, obwohl unten im Haus ein Rossmann-Laden ist. Die junge Generation fordert höhere Einkommen, will aber nichts bezahlen.

    Die Liste der ursachen für sinkende Wirtschaft in Europa lässt sich fortsetzen. Die EZB ist aber unfähig, die Ursachen zu erkennen. Die sollten mal den Normalbürger befragen. … interessiert die aber nicht.

    Wird das Geld abgeschafft, wird die Wirtschaft noch weiter sinken. Noch mehr kleine Läden und Firmen werden schließen. Gewinner sind ein paar große Konzerne an der Börse.

    1. Rot/Grün hat die Steuern 1998 erhöht? Auf welchem Planeten?
      Die haben doch die Steuern massiv gesenkt:
      Spitzensteuersatz von 53% auf 45%
      Kapitalertragsteuer von 53% auf 45%
      Körperschaftsteuer von 45% auf 25%
      Körperschaftsteuer auf Veräußerungsgewinne von 45 % auf 0%

      Die Unternehmens-Insolvenzen lagen auch vor 1998 und nach RotGrün immer zwischen 20.000 bis 30.000.
      2011 waren es 30.099, lt. Statistischem Bundesamt

      Die SPD und die EU war in Ihrer eingeschränkten Weltsicht wahrscheinlich auch Schuld am Rückgang der Indusdtrieproduktion der USA? Von 1950 bis 2013 mehr als 50%!

    2. Auf unserem Planeten und nicht nur 1998 sondern ab diesem Zeitpunkt.

      Hier mal ein paar kleine Beispiele. Die Begriffswahl kann falsch sein, weil ich kein Steuerberater bin. Ebenso müssen die Zahlen nicht mehr exakt stimmen. Es ist zu lange her.

      Firmen müssen ab einem bestimmten Grenzwert Steuern bereits beim Erstellen der Rechnung zahlen, nicht erst, wenn das Geld vom Kunden gezahlt wurde. Es zählt das Rechnungsdatum. Manche große Firmenkunden bezahlen erst nach 3 Monaten, staatliche Einrichtungen nach 9 Monaten (selbst erlebt). Der Grenzwert wurde durch Rot/Grün herabgesetzt. Erst als CDU und FDP wieder an der Regierung waren, wurde der Grenzwert wieder rückgängig gemacht und auf 300.000 oder 500.000 Euro erhöht. Rot/Grün hatte den Betrag auf 100.000 Euro herabgesetzt.

      Früher konnte Kleinkram bis zu einem bestimmten Grenzwert immer sofort abgeschrieben werden. Plötzlich musste man diese Kosten addieren und durfte sie nur bis zu einer Summe von 1000 Euro sofort abschreiben. War dieser Grenzwert bereits erreicht und man brauchte noch für 10 Euro eine Maus für den PC, musste man diese 10 Euro über 5 Jahre abschreiben.

      Auch der Gesamtgrenzwert für die steuerliche Absetzung ist für kleine Firmen extrem niedrig. In anderen Ländern liegen die Werte weit höher. Mir hat jemand auch mal erzählt, dass in den USA kleine Firmen bis zu einem bestimmten Umsatz fast alles im gleichen Jahr abschreiben konnten (ob das jetzt noch so ist, weiß ich nicht).

      Einen zusätzlichen Effekt gibt es dann, wenn der Staat festlegt, bestimmte teure Maschinen (die nichtmal 2 Jahre alt sind) sofort durch neue zu ersetzen. Die Ausgaben fallen dann nochmal an und die Kosten sind wieder nur über 5 Jahre absetzbar. Das was man zwei Jahre zuvor ausgegeben hat, ist dann auch noch Schrott, den niemand mehr braucht und benutzen darf. So ist es durch EU und Rot/Grün mit den Elektronikgesetzen passiert.

      Die Krankheitskosten betrafen nicht nur Firmen sondern auch Privatpersonen. Die waren auch nur bis zu einem bestimmten Grenzwert von der Steuer absetztbar, wenn sie die KV nicht übernimmt. Handelt es sich trotzdem um wichtige medizinische Maßnahmen, muss man darauf noch Steuern zahlen. Kann sich jemand diese Steuern nicht leisten, muss er auf diese notwendige medizinische Behandlung verzichten.

      Die Liste lässt sich fortsetzen. Rot/Grün hat übrigens noch ein anderes Gesetz damals beschlossen. Ein Steuerprüfer darf sich bei einer Steuerprüfung Steuerzahlungen ausdenken. Das ist dann keine strafbare Handlung. Für große Unternehmen ist das kein Problem. Die haben immer Anwälte. Kleine Firmen verzichten meist darauf, weil es zusätzliche Anwalts- und Gerichtskosten verursacht. Das Video, wo sein Richter vom Bundesfinanzhof das kritisiert, liegt noch irgendwo bei Youtube.