Afri-Cola ist der neue Negerkuss

„Nafri“ ist die polizeiliche Kurzform für „Nordafrikanischer Intensivtäter“, so wie Uffz die Kurzform ist für Unteroffizier oder Nazi für Nationalsozialist. Korrekterweise müsste man also NafrI schreiben.

© Maja Hitij/Getty Images
Police holds a group of men in front of Hauptbahnhof main railway station, where on New Year's Eve one year ago hundreds of apparently coordinated sexual assaults were perpetrated against women, prior to New Year's Eve celebrations on December 31, 2016 in Cologne.

Zum Jahrestag der massenhaften sexuellen Übergriffe und organisierten Diebstähle auf der Kölner Domplatte in der Silvesternacht 2015/16 machten sich erneut geschätzte tausend Nordafrikaner (wie polizeiliche Ausweiskontrollen ergaben) auf den Weg zum Ort des Geschehens. Auch in einigen anderen Städten ein ähnliches Bild.

Die Polizei ist irritiert, schreibt die WELT, fehlt doch eine eindeutige Erklärung für diese makabren Flashmobs. Weder wusste man von Versammlungsaufrufen, noch war eine solche polizeilich angemeldet. Aber was für eine Machtdemonstration von Einwanderern und Migranten sollte hier den Deutschen zum Jahrestag gezeigt werden? Wirklich aussagefähige Gespräche oder Interviews oder irgendein Whistleblowing aus den Reihen der Angereisten: Fehlanzeige. Auch die Geheimdienste schweigen sich aus. Auch darüber, wo diese Menschen überhaupt herkommen innerhalb Deutschlands. Wo sie wohnen, wo sie leben, was sie wollen, was sie nicht wollen.

Wir finden hier also noch keinen postfaktischen, sondern erst einmal einen unfaktischen Augenblick vor. Und in diese vermeintliche Stille des Nichtwissens tönt es dann schon aus der grünen Wortpolizei-Schmuddelecke von Simone Peter, das ist diese Katrin-Göring-Eckardt-Ersatzgiftspritze. Peters empört sich: Die Kölner Polizei hätte die Versammelten „Nafri“ genannt.

Jan Böhmermann fragt via Twitter, was denn der Unterschied sei zwischen Nafri und Neger. Ist das so dämlich, wie es die Frage wäre, was denn der Unterschied ist zwischen Vergewaltigung und Grabschen? Aber erklären wir es dem Blödelbarden, der sich immerhin bei einigen Mitbürgern mit einer Erdogan-Beschimpfung beliebt gemacht hat, mit der Behauptung in Gedichtform, der türkische Präsident würde „Ziegen ficken“, sei eine „dumme Sau“ und habe „Schrumpelklöten“:

„Nafri“ ist die polizeiliche Kurzform für „Nordafrikanischer Intensivtäter“, so wie Uffz die Kurzform ist für Unteroffizier oder Nazi für Nationalsozialist. Korrekterweise müsste man also NafrI schreiben.

Selbstverständlich ist es unglücklich gelaufen, wenn die Polizei im internen Dienstgebrauch die möglicherweise durchaus sinnvolle Kurzform „NafrI“ nutzt, diese nun aber von ihrer Pressestelle via Twitter in die Welt posaunen lässt, wo „Nordafrikanischer Intensivtäter“ angebrachter gewesen wäre, wenn man nicht gerade über Funk schnellstmöglich einen Täterkreis den Kollegen beschreiben muss, weil eben die Zeit drängt:

„Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen.“

Nun ist aber „Nordafrikanischer Intensivtäter“ so Anti-Twitter, wie es im leidigen Biologieunterricht das Endoplasmatische Retikulum war, das deshalb auch kurzerhand ER genannt wurde, ohne dass sich irgendjemand darüber beschwert hätte. Wäre also AI für „Nordafrikanischer Intensivtäter“ die bessere Wahl gewesen? Sicherlich. Aber Nafri ist nun mal sprechbar per Funk, AI ist es nicht.

Nun liegt Nafri nicht nur phonetisch nah bei Fidschi, ohne das ein DDR-Bürger damals bereits an racial profiling gedacht hätte, als er einen abwertenden Sammelbegriff gewählt hatte, für in der DDR lebende asiatischen Facharbeiter (oder: Vertragsarbeiter), vornehmlich aus Vietnam.

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Ein Begriff übrigens, der uns heute aus einer anderen älteren, aus einer irgendwie böseren Welt herüberzuwehen scheint. Denn klar ist auch: Fidschi ist ja keine Abkürzung, sondern zweifellos abwertend gemeint und eindeutig rassistisch motiviert. Die menschenverachtenden kriminellen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen zwischen dem 22. und 26. August 1992 gegen ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter im so genannten Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen gelten sogar laut Wikipedia als die „massivsten rassistisch motivierten Angriffe in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges.“ Ist man da noch nicht auf dem neuesten Stand? Oder rangieren die Ereignisse der Silvesternacht 2015/16 im Ranking erst knapp dahinter? Rassistisch waren sie auf jeden Fall, denn es betraf fast ausschließlich einheimische deutsche Frauen und auf der Täterseite mehrheitlich Nordafrikaner. Mal abwarten. Der Begriff „Fidschi“ war in Lichtenhagen jedenfalls ein Bestandteil des Brandbeschleunigers, geworfen von einer Horde asozialer Ossis – pardon: – Ex-DDR-Bürger.

Nun ist nicht jede –i Endung automatisch abwertend gemeint, weit verbreitet ist das End-i auch für Verniedlichungen wie Schatzi, Hasi oder Mausi. Zweifellos passt dieses polizeiliche „Nafri“ nicht in diese Reihung. Und zweifellos sollte eine Pressestelle der Polizei besser mit Personen besetzt werden, die solche Feinheiten denken mögen und können und nicht als Auslaufstrecke für verdiente Polizisten genutzt werden.

Nun ist die bessere Pressestelle immer die, die möglichst nah am Ort operiert, über den sie anschließend berichten soll. Und gerade die Pressestellen der Polizei zeichnet eine solche Nähe aus, das hat viel mit einem internen Kameradschaftskodex zu tun, der diesen harten und gefährlichen Job erträglicher, möglicherweise sogar sicherer macht. Vielleicht wäre hier im Fall „Nafri“ etwas mehr Distanz, eben dieser Außenblick sinnvoller gewesen, wenn man hätte verhindern wollen, das nun so viele Medienvertreter von außen mit dem Finger zeigen.

ehrung

Allerdings kann man in diesem Falle nicht von einem „rassistischen Sprachgebrauch“ sprechen. Das gibt der Fall einfach nicht her. Polizeiarbeit ist nun mal Identifikationsarbeit. Wenn beispielsweise die AfD eine Demonstration anmeldet, wenn dieser Ort dann von der Polizei abgesperrt wird gegenüber der ebenfalls angemeldeten Gegendemonstration, dann hat die Polizei intern klare Anweisungen ausgegeben, nur solche Besucher in das abgesperrte Areal einzulassen, die nach AfD aussehen. Oder man sortiert am Tor den nach links oder linksradikal Aussehenden aus. Und wir dürfen sicher sein, es ist deutlich schwieriger, jemanden als links oder als AfD-Sympathisanten zu identifizieren, als einen NafrI zu vermuten, wenn sich zum ersten Jahrestag einer Hetzjagd nordafrikanische Intensivtäter auf vornehmlich deutsche Frauen ein Tatort-Tourismus ebensolcher nordafrikanisch aussehender Menschen Richtung Köln in Marsch setzt.

Ja, Nordafrikaner sehen aktuell noch in großer Mehrheit anders aus, als Westeuropäer. Das weiß, wer in einem dieser Länder Urlaub macht. Und das ist dankenswerterweise hilfreich für die Polizei. Und das ist zunächst sicher nicht rassistisch motiviert. Rassistisch könnte es werden, wenn man mit einer bestimmten Gruppe von Menschen generell Straftaten in Verbindung bringt. Aber eben das ist auch Teil der Polizeiarbeit: bestimmten Gruppen aus einem Erfahrungswert heraus Straftaten zu unterstellen und zu überwachen bzw. präventiv zu wirken. Das gilt bei offensichtlichen Hooligans mit ihrer stereotypen Maskerade im Fußballstadion dann ebenso wie bei nordafrikanisch Aussehenden auf der Domplatte in Köln.

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Kommentare

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  • Gerhard Wruck

    Mag ja sein, dass das Kürzel „Nafri“ im Polizeijargon „Nordafrikanischer Intensivtäter“ bedeuten soll. Als ich diese Abkürzung zum ersten Mal las und hörte, habe ich darunter schlicht einen Nicknamen für „Nordafrikaner“ verstanden. Und wenn ich selbst bei bestimmter Gelegenheit „Nafri“ sage oder schreibe, dann meine ich nach wie vor jemanden aus dem Maghreb oder Libyen damit. Ich vermute, dass die meisten Bürger das Kurzwort in gleicher Weise verstehen. Es reiht sich damit ein in andere Herkunfts-Kurzbezeichnungen wie Ossi, Wessi, Ösi, Ami, Latino, Italo, Fundi, Realo etc. Mit Rassismus à la Peter hat das Ganze nichts zu tun. Insofern sind auch Alexander Wallaschs Bemühungen um Zurückweisung des Rassismusverdachts mittels Heranziehung des pragmatischen Polizeisprechs völlig überflüssig. Das grünverzogene Sensibelchen Simone Peter ist ohnehin in seinen Meinungskundgaben genauso wenig ernst zu nehmen wie die übrige große Masse der irrlichternden Grünen.

  • Illusionslos

    Der Aufschrei über Nafri soll nur ablenken, von den unglaublichen kriminellen Taten dieser Klientel. Die Umvolkung und Islamisierung soll schließlich reibungslos und ohne Widerspruch nach dem Willen der Roten, Grünen, Linken und Schwarzen über die Bühne gehen. Tatsachen benennen sind da hinderlich.

  • The Saint

    Dann eben in Zukunft Norafintät. Meine Güte, so viel Gelaber um nichts. Über Milf regt sich doch auch keiner auf.

  • Leitwolf

    Sowas… da kann mans noch finden: https://www.youtube.com/watch?v=WlUnS9PIIT4

    • gmccar

      Danke

  • Petie-der-Liebe

    Eines muss man den Ökobolschiwisten ja lassen, sie verstehen es durch dummerhaftige Anwürfe den Kern der Thematik zu verschleiern. So wird der Fokus der Diskussion auf polizeiinterne Begriffe und vorgeblichen Rassismus gelenkt, wo es doch tatsächlich um die Folgen einer durch schwarz-rot-rot-grün tolerieten, bzw. gewünschten Einwanderungspolitik geht, bei der die „NormalbürgerInnen“ – also die, „die hier schon längere Zeit leben“ nur noch punktuell durch ein massives Polizeiaufgebot geschützt werden können. Also meinen Respekt vor der AgitProp-Leistung von rot-rot-grün, welche ja stets von der statstragenden Journallie im Rotfunk und den bekannten Zentralorganen der Presse befördert wird.

  • bitbuerster

    Wenn die Verwendung einer Abkürzung das schlimmste Problem wäre, dass wir in diesem Land zu Silvester (und den restlichen 364 Tagen des Jahres) haben, dann könnten wir uns glücklich schätzen..

  • LightCycler

    Die Lösung wäre gewesen:
    „Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nordafr. überprüft. Infos folgen.“

    Erfindungen von aussprechbaren Spitznahmen für Bevölkerungsgruppen sind nun mal historisch mit z.B. „Neger“ und „Kaffer“ negativ rassistisch behaftet. Auch „Ossi“ wäre so ein Wort. Wie wäre es, wenn es beim Schalker Heimspiel gegen Leipzig geheißen hätte „Wir haben ca. 100 Ossis am HBF kontrolliert“?

    Daher ist es einfach smarter, hier in öffentlichen Kanälen statt „Nicknames“ orthographische Abkürzungen zu wählen.

    Die Aufregung darüber ist natürlich abenteuerlich dämlich. Man hätte es bei einem Hinweis belassen können und alles wäre gut gewesen. Ich bin genauso genervt über den Aufschrei, denke aber schlicht, dass man hier ohne Aufwand Öl im Feuer hätte vermeiden können.

    • Old_Europe_61

      Neger war bis in die 80er Jahre ein völlig neutraler Begriff in Deutschland, der sogar in Fernsehproduktionen keinen Anstoß erregte. Es bedeutet schlicht Schwarzer und hat mit dem abwertenden US-Amerikanischen „Nigger“ absolut nichts zu tun.
      Erst etwa in den 90er Jahren, als der Begriff „Rassismus“ in Deutschalnd aus dem Nichts auftauchte, wurde die Bezeichnung Neger plötzlich tabuisiert, wie so viele Begriffe. All das ein reiner Propagandacoup um dem Bürger ein schlechtes Gewissen einzureden, wo dazu kein Anlass besteht. Die Masche hat früher prima funktioniert, geht aber mittlerweile nach hinten los. Wer kennt nicht den vor der Steingung stehenden Mann aus dem „Leben des Brian“, der völlig enthemmt „Jehova“ ruft.

  • Henryke

    Sie sind nicht allein;-)
    Möge 2017 besser ausgehen als das vergangene Jahr.

    • gintonicgalore

      Das wünsche ich uns allen!