Ein „Maas an Anstand“ ist oberste gesellschaftliche Pflicht

Wir können und dürfen es nicht zulassen, dass täglich minderjährige Mädchen von ihren erwachsenen Ehemännern missbraucht und ihre Gesundheit lebensbedrohlich aufs Spiel gesetzt wird. Dieser Spuk muss aufhören. Sofort.

© Agung Parameswara/Getty Images
Symbolbild - A girl from an Islamic commune An-Nadzir looks on during Eid Al Fitr mass prayer at Mawang Lake on July 27, 2014 in Gowa, South Sulawesi, Indonesia.

Es ist ein neues Phänomen, das unsere Gesellschaft zurzeit beschäftigt. Dass, was wir im 21. Jahrhundert erleben, war wahrscheinlich schon zu der Zeit unserer Uromas und Uropas etwas nicht Tolerierbares: Kinderehen! Und hier spreche ich nicht von Ehen zwischen einem 16-jährigen Mädchen und einem Gleichaltrigen. Nein, es geht um Ehen zwischen Mädchen, die zum größten Teil unter 14 Jahre alt sind, und erwachsenen Männern. Seit etwa einem Jahr ist es die traurige Realität: Hunderte, wenn nicht Tausende verheiratete Mädchen sind Ehefrauen im Kindesalter, zum Teil mit 13 bis 14 Jahren oder noch jünger.

Kinderehen sind mit der letzten Flüchtlingswelle zu uns gekommen. Zumindest sind diese hohen Zahlen durch die Flüchtlinge offensichtlich geworden. Kann man das mit „normalmenschlichem“ Verstand verstehen? Tausendfacher Missbrauch der minderjährigen Kinder und das vor unseren Augen und den Augen der Behörden. Das macht mich wütend. Das ist eine berechtigte Empörung der Gesellschaft. In einer Zeit wie dieser, in der Banken und der Euro fast über Nacht gerettet wurden, wird eine gesellschaftliche Tragödie wenig oder nicht stark wahrgenommen. Wieso ist das so? Warum schauen wir überhaupt noch zu, wie minderjährige Mädchen in „Ehebetten“ missbraucht, ja zum Teil vergewaltigt werden? Wie kann man aber das Problem Menschen beibringen, die das „Maas“ an Anstand nicht haben?

„Maas an Anstand“ ist oberste gesellschaftliche Pflicht

Auch für mich hat die Ehe einen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft. Sie steht für eine Verbindung zweier Menschen, die sich lieben und gemeinsam ihr Leben verbringen möchten. Die Ehe, ob nur standesamtlich oder zusätzlich auch auf kirchlicher Ebene geschlossen, ist ein Bund, den zwei Menschen aus freien Stücken und aus Liebe zueinander eingehen. Die Kinderehe widerspricht aber meiner Meinung nach diesem ursprünglichen Sinne ganz und gar. Sie haben nur in den allerwenigsten Fällen mit Liebe oder Zuneigung zu tun und meistens schon gar nicht mit einem freiwillig geschlossenen Bund von mindestens einer Seite.

Doch leider sind solche Kinderehen inzwischen auch hier bei uns in Deutschland keine Seltenheit mehr. Vor allem durch die zahlreichen Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind, ist dieses Thema in den öffentlichen Fokus gerückt. Und das zu Recht! Ich möchte zur Verdeutlichung mal ein paar Zahlen nennen: Laut Bundesinnenministerium wurden im Juli dieses Jahres 1.475 verheiratete Jugendliche gezählt! Davon waren 361 jünger als 14 Jahre und 120 waren 14 oder 15. Diese hohen Zahlen sind für mich erschreckend. Für mich ist jedes Kind, das in eine Ehe gezwungen wird, eines zu viel.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind oder ein minderjähriger Jugendliche auf allen Ebenen abschätzen kann, was eine Ehe für seine Zukunft bedeutet. Hier geht es meistens um junge Mädchen, die aus dem Leben gerissen werden, aus ihrem Schulalltag und verheiratet werden an ältere Männer. Und das kann nicht sein!
Für mich steht hier ganz klar fest: Es darf in einem demokratischen und wertebasierten Land wie Deutschland keine Kinderehen geben. Das Wohl der Kinder hat oberste Priorität. Als Staat und als Politiker haben wir die Pflicht, klare Gesetze zu schaffen, um für die Sicherheit unserer Kinder zu sorgen. Deshalb sollten Ehen mit Kindern unter 18 Jahren grundsätzlich verboten werden.

Und ich frage mich: Wie kann es sein, dass es Minderjährigen zu Recht untersagt ist, Alkohol oder Zigaretten zu kaufen oder einen Vertrag zu unterschreiben, aber Ehen mit Minderjährigen möglich sind? Wie kann das Gesetz davon ausgehen, dass ein Jugendlicher nicht in der Lage ist einen Mietvertrag zu unterschreiben, bevor er 18 Jahre alt ist, aber rechtlich bereits eine Ehe schließen kann? Mit 13, 14, 15 und auch nicht mit 16 hat man diese Reife und muss sie auch nicht haben, solche weitreichenden Entscheidungen zu treffen.

Laut dem deutschen Gesetz sind mit Zustimmung eines Familiengerichts Ehen ab 16 Jahren erlaubt. Diese Regelung, wie sie zurzeit gesetzlich verankert ist, ist historisch begründet. Ein weiteres Problem ist: Es gibt keine einheitliche und strikte Regelung von Ehen mit Minderjährigen, die im Ausland geschlossen wurden. Beispielsweise ist es in Syrien erlaubt, nach Scharia-Recht ein minderjähriges Mädchen mit einem erwachsenen Mann zu verheiraten. Auf Grund der erlaubten Ausnahmefälle muss dann das Gericht über jeden Einzelfall entscheiden.

Kein Scharia-Recht durch die Hintertür

Deshalb ist es wichtig dafür zu sorgen, dass auch im Ausland nach Scharia-Recht geschlossene Ehen mit Minderjährigen bei uns grundsätzlich nicht gelten. Wir müssen strikt dagegen vorgehen und müssen solche Kinderehen bei uns annullieren. Für mich steht fest: Es darf keinen Zweifel daran geben, dass Kinderehen verboten sein müssen. Gesetze können geändert werden und ich bin der Meinung, dass dieses Gesetz auch geändert werden muss. Es ist unsere Aufgabe, die einmal geschlossenen Gesetze stets zu überprüfen und sie gegebenenfalls anzupassen.

Doch Bundesjustizminister Heiko Maas scheint dies anders zu sehen. Den von ihm lancierten Regelungsvorschlag kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Er möchte, wie aus der Presse bekannt, nur die Kriterien für den Ermessensspielraum verschärfen. Die Befreiung soll nur erteilt werden, wenn die Ehe das Wohl des Antragstellers beeinträchtigt. Für mich geht diese Regelung nicht weit genug, sie ist meines Erachtens sogar untragbar.

Wir müssen endlich aufhören, eine verweichlichte Politik zu betreiben. Es geht hier um das Wohl unserer Kinder. Gerade hier dürfen wir keine Ausnahmen zulassen und müssen klare Kante zeigen. Wir dürfen gerade bei diesem Thema kein Auge zudrücken. Der Minderjährigenschutz ist ein hohes Gut und darf auf keinen Fall vernachlässigt werden. Deshalb erwarte ich von ihm und den weiteren zuständigen Behörden einen klaren Entwurf und konsequentes Handeln. Es reicht nicht, viel anzukündigen und dann auf halbem Wege einen Rückzieher zu machen. Wir müssen Kinderehen verbieten, davon dürfen wir uns nicht abbringen lassen.

Wir brauchen in sich rasch verändernden Zeiten die nötigen Rahmenbedingungen. Wir müssen die Lage der Bundesrepublik neu definieren, die Situation neu analysieren und neue rechtsstaatliche Strukturen schaffen. Das alles muss schnell und streitlos geschehen. Denn: wir können und dürfen es nicht zulassen, dass täglich minderjährige Mädchen von ihren erwachsenen Ehemännern missbraucht ja sogar ihre Gesundheit lebensbedrohlich aufs Spiel gesetzt wird. Dieser Spuk in manchen Schlafzimmern muss aufhören. Der stille Schrei der minderjährigen Ehefrauen muss im gesellschaftlichen Ohr so laut schallen, dass er nicht mehr unüberhörbar bleibt.

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Kommentare

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  • bratapfeleis

    Auch bei mir musste zuerst mal eine gewisse Schwelle überschritten werden. Ich stehe nicht wirklich weit „rechts“ mit meinen Ansichten und als ich noch jünger war, war ich sogar eher „links-liberal“. Wird wohl vielen so gehen, gibt ja sogar Sprichwörter darüber („Wer mit zwanzig nicht links ist…“). Und ich habe nach wie vor eine starke Abneigung gegenüber alten und neuen Nazis, die den Holocaust leugnen und sich samt Bierplauze und IQ bei Raumtemperatur für eine „Herrenrasse“ halten. Deswegen ist es auch so grotesk, dass ich und wahrscheinlich noch viele andere, die keine Rechten in diesem Sinne sind, heute von Mainstream-Politik und -medien in diese Ecke gestellt werden, nur weil sie keine Lust auf wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, intellektuellen und tatsächlichen Suizid haben. Da werden Fronten aufgemacht die einmal unvorstellbar gewesen sind. Viele verschließen davor einfach die Augen, teils weil es ihnen eine Sch***angst macht und sie sich dem nicht stellen wollen/können, teils weil Medien und Politik so perfide agieren und das für viele sehr schwer durchschaubar sein dürfte. Die Darstellung der AfD als Demokratiefeinde, Freaks (ok, ein Teil… ;)) und Nazis (obwohl nichts Justiziables gegen sie vorliegt, sonst wäre der Verbotsantrag schneller da als man schauen kann), die unredliche Bezeichnung aller Migranten als „Flüchtlinge“, das Verschweigen der explodierten Kriminalität durch Migranten, die Vermengung von Asyl und Armutsmigration, die Behauptung wir würden schließlich Zuwanderung brauchen, das Verschweigen der tatsächlichen Kosten der Migration und das schon seit Jahrzehnten… Gleichzeitig mit dieser gezielten Desinformation findet auch noch eine zunehmende mediale Verblödung der Massen statt, durch (Privat-)Fernsehen und im Netz. Klar kann man sich dem entziehen, aber es ist anstrengend(er) als sich berieseln zu lassen und erfordert eine gewisse geistige Haltung (Ablehnung der Verblödung). Hat nicht jeder, kann nicht jeder. Leider.

  • Hans Amstein

    Ende der verweichlichten Politik: zwei deutsche Bischöfe auf dem Tempelberg in Jerusalem. Lassen Sie es bleiben, Tibi und Tichy: bei so viel Bekennermut ist die Messe doch längst gesungen.
    🙁

  • Godefrey

    Frau Ministerin Özuguz hat sich leider in Ihrem Amt weder als Bewahrerin der Menschenrechte im Allgemeinen, noch als solche der Kinderrechte im Besonderen bewährt. Eine barrierefreie Integration ohne verpflichtende Anverwandlung von Rechts- und Zivilsationsnormen scheint in der Waagschale schwerer zu wiegen als der maximale Schutz wehrloser Minderjähriger. Barbarische Traditionen dürfen keinerlei Toleranzanspruch erheben, der sich Administration und Jurisdiktion in heillosem Opportunismus unterwerfen. Eine bessere Integration der Kindsbräute ist doch ein verlogenes Trugbild. Vielmehr wird ihr hermetischer Einschluss in die vorgebahnte Parallelexistenz damit doch erst zementiert. Die Relativierungen der Evangelischen Kirche mögen kaum noch verwundern. Die Politik aber ist weiterhin zuerst Deutschland mit seine Bürgern und den hier gültigen Gesetzen verpflichtet.

  • Sabine Ehrke

    Es spielt absolut keine Rolle, Junge, Mädchen, Frauen oder Männer! Das darüber überhaupt diskutiert werden muss, ist pervers, widerlich, unerträglich! Wir brauchen ein VERBOT dieses faschistischen Islam! Und alle Verbrecher, völlig gleichgültig welchen Glaubens oder nicht Glaubens, die sich an andern Menschen, insbesondere Kindern, vergreifen gehören bestraft inklusive derer, die so etwas zulassen und nun beginnen auszuhebeln, was uns menschlich macht!

  • Wolfgang

    Das Thema ist schwierig. Die Ehe steht unter einem besonderen Schutz. Wenn Männer entsprechend dem dortigen Landesrecht und der dortigen Religion 4 Frauen heirateten oder wenn Männer entsprechend Landesrecht und Religion ein 14-jährige Mädchen heirateten, darf Deutschland diese Ehen einer Zwangsscheidung unterziehen. Gilt das für Leute, die länger bleiben wollen oder gilt das auch für Touristen.
    Was sagt denn das Asylrecht dazu: Entweder ihr lasst Euch scheiden oder ihr habt keinen Schutzstatus. Außerdem steht als erstes ein Prozess wegen Sex mit Minderjährigen an.
    Natürlich ist es schwierig, wenn sich Leute mit einem Familienstand in Deutschland niederlassen wollen, der in Deutschland verboten ist. Einfach Ehen für ungültig erklären, könnte Probleme machen. Auch die Ehe ist grundgesetzlich geschützt. Da sind Nachdenken und prinzipielle Abwägungen erlaubt.

  • marina

    Ich habe schon gedacht, ich hätte was verpasst bzgl. neuer Rechtschreibung, aber ein Blick in den Duden hat mich beruhigt. Es muss in der Überschrift wohl um unseren Justizminister Heiko Maas gehen :))

  • bratapfeleis

    Maas mal wieder. Diesen Namen mit dem Begriff Anstand verknüpft zu lesen, verursacht mir Schmerzen. Das ist ein knallharter Ideologe und Demagoge, alles was nicht ins internationalistische Weltbild passt (no borders, no nations) muss eliminiert werden. Dass man konsequenterweise zuerst unseren Sozialstaat eliminieren müsste, das wiederum passt nicht ins SPD-Weltbild vom Nanny-Staat zulasten derer denen man die Leistungsbereitschaft immer noch nicht ausgetrieben hat. Der Mann ist, neben klein (auch im Geiste), ein wandelndes Oxymoron. Davon ab hat Herr Tipi natürlich recht, wir dürfen kein Scharia-Recht hier dulden, weder durch die Hinter- noch durch die Vordertür. Das Problem: wer soll das verhindern? Die Politik, die hier eindeutig eine andere Agenda hat? Die Justiz, die – angeblich unabhängig (ha!) – mit ihren Urteilen die Migranten meistens unter Artenschutz stellt? Die Polizei würde es überwiegend sicher gern, aber der sind mehr oder weniger die Hände gebunden, jedenfalls da wo sie wiederum auf linksgrüne Richter treffen, die ihrer Hände Arbeit mit dem Ar*** wieder einreißen. Ich sage es nicht gern, aber es sieht hoffnungslos aus in Deutschland. Eine Schande ist das.

    • DISQUS Inferno

      Lieber bratapfeleis:

      Nichts von dem was Sie schreiben ist falsch.
      Aber der Waehler laesst es ja mit sich machen.

      Wenn der Hund einen Schinken vom Tisch stibitzt, ist das Herrchen schuld. Politiker vom Schlage Maas die keinen Respekt vor Freiheit (oder unserer Republik) haben, gab’s immer, wird’s immer geben.

      Die Frage ist: Warum der Waehler zulaesst den Bock zum Justiz-Minister zu machen.

      • bratapfeleis

        Weil der Wähler darauf konditioniert ist/wurde/wird, Abweichungen in Richtung rechts/konservativ/liberal (?)/nationalistisch (alles völlig legitime Positionen) vom derzeitigen Mainstream als „ih, bäh!“ zu empfinden. Links (oder was dafür ausgegeben wird) -> gut, rechts (oder was dafür ausgegeben wird ;)) -> schlecht. Und Personen wählen wir in D gar nicht erst, nur Parteien. Und wenn jede Partei die sich auf die Fahnen schreibt, FÜR unser Land zu arbeiten, FÜR die autochthone Bevölkerung, als „rechtspopulistisch“ bis Nazipartei hingestellt wird, schreckt das den entsprechend konditionierten Menschen eben ab. Ich höre und lese oft von durchaus intelligenten, urteilsfähigen Leuten, dass sie die Positionen z.B. der AfD teilen, aber wählen? Die Rechtspopulisten?! So weit geht die Konditionierung, dass die Schnittmenge an Ansichten und Interessen im Programm weit hinter Etiketten wie rechtspopulistisch anstehen muss. Zwar ändert sich das bei mehr und mehr Menschen offenbar, aber die Konditionierung ist stark.

  • hasenfurz

    Hätschelei der Wahl-Klientel, wie immer. Deutsche Politik 2016.