UN: Mr. Ezra Levant und seine Rebel Media

Der Kommunikationschef des UN-Klimasekretariats, Nick Nuttall, sagt dem kanadischen Sender CBC im Interview, dass Journalisten des Internet-Senders Rebel Media von der Konferenz offiziell verbannt sind: Weil sie die falsche Auffassung haben.

© Thierry Chesnot/Getty Images
US actor Leonardo DiCaprio delivers a speech during the Summit of Local elected for Climate at the Paris city hall on December 04, 2015 in Paris.

So kühn und unverblümt hört man selten einen Pressesprecher gegen Journalisten und ihr Medium wettern: »Die haben die falsche Meinung!« Also werden sie nicht akkreditiert.

Es geht immerhin um die UN, die im November in Marrakesch ihre nächste große Klimakonferenz abhält. Vom 7. bis 18. November düsen Zehntausende von Klimarettern rund um die Welt und fallen für elf Tage in Marokko ein, um dort das Klima zu kurieren.

Rund 3.000 Reporter aus aller Welt werden sich dazugesellen und darüber berichten. Dabei sein wollten auch drei Reporter des kanadischen Internet-Senders Rebel Media. Den betreibt der in Calgary geborene, 44 Jahre alte konservative Ezra Levant. Sie fragen rechtzeitig wegen einer Akkreditierung an. Probleme erwarten sie nicht. Doch die Akkreditierung bekommen sie nicht.

Stattdessen gibt der Kommunikationschef des UN-Klimasekretariats, Nick Nuttall, dem kanadischen Sender CBC ein Interview mit der Begründung, warum die Journalisten des Internet-Senders von der Konferenz offiziell verbannt wurden: Sie haben die falsche Auffassung. Sie sind Klimaskeptiker, passen also nicht dahin.

Der UN-Chefzensor in Sachen Klimawandel, Nick Nutall antwortet auf die Fragen der CBC-Reporterin Carol Off, warum die Reporter nicht auf die Konferenz dürfen, 3.000 andere aber sehr wohl:

»Ich habe mir die Website von Rebel Media angesehen, und es schien mir eine jener Websites zu sein, die eine ganz besondere Sicht unterstützen.«

Seine besondere Sicht unterstützen mehr Auftritte, bei denen Peinlichkeitsgrenzen deutlich herabgesetzt sind – bitte vor Ansehen festhalten!

Klar, dass ein solcher Pfiffikus wohl befugt ist, zu urteilen:

»Nach den Headlines ihrer Website scheinen sie nicht sonderlich ausgewogen zu berichten. Es scheint mir mehr eine Anti-Flüchtlinge, Anti-Klimawarner, anti-dieses und anti-jenes. Daher schien es mir nicht angemessen, dass sie einem allgemeinen Publikum im Sinne eines besseren Verständnisses vom Klimawandel berichten.«

Die CBC-Reporterin schlussfolgert, dass Kommunikationschef Nuttall die Sicht von Ezra Levant nicht mag. Nuttall offenbart: »Er tritt für eine abweichende Sicht der Dinge ein.« Die sei so persönlich, dass daraus für ihn kein gesteigertes Medieninteresse erkennbar sei.

Ezra Levant sagt dazu nur kurz und knapp: »Ich habe offenbar die falsche Ansicht!« Er zählt sich nicht zu den Protagonisten des Klimawandels. Das reiche offenbar schon aus, dass der »UN-Zensor« (Levant: »Dieser kleine Faschist«) im Vorfeld Zensur ausüben kann und kritische Journalisten von der Konferenz fernhält.

So ganz leicht machten es sich die UN-Zensoren offenbar nicht. Levant hatte einige Demonstrationsvideos seiner Produktionsfirma dem Akkreditierungsantrag beigefügt und festgestellt, dass es immerhin 50 mal angesehen wurde.

Nuttall dagegen sagt im CBC-Interview weiter: »Ich sehe nicht, worüber er zu berichten hat, außer die Vorurteile des Publikums zu verstärken!«

Carol Off – selbst übrigens eine Anhängerin der Klimawandeltheorie, aber journalistisch geprägt, bohrt weiter: »Muss man beweisen, dass man hilfreich ist, um als Journalist akkreditiert zu werden?« Nuttall fragt zurück: »Was glauben Sie, wozu Journalismus da ist?« Carol Off: »Berichten!« Nick Nuttall: »Berichten! Sachlich, genau, ehrlich!«

Heftig wird noch einmal der Schluss des Interviews. UN-Sprecher Nuttall betont live, wie wenig er über das Interview mit CBC erfreut ist, weil das Levant Aufmerksamkeit verschaffe. Und der wiederum benutze das Thema nur, um über mehr Crowd-Funding-Einnahmen seine Website am Leben zu erhalten. Er hoffe, sagte er tatsächlich, dass die Zuschauer noch einmal darüber nachdenken, ob sie die Website weiter aufrufen. Mit anderen Worten: Es wäre besser, wenn die Zuschauer nicht für Levants Kanal bezahlten und der damit unterginge.

Übler kann man nicht ausdrücken, was man in UN-Kreisen von der Pressefreiheit hält. Nur Nuttall reicht es nicht, Reporter von Rebel Media von der Konferenz fernzuhalten und nur Hofberichterstatter zuzulassen, sondern er fordert Zuschauer der Webseite auf, sie gar nicht mehr anzusehen, damit das unerwünschte Medium verschwindet.

Ezra Levant betont standhaft (»Er will uns fertigmachen!«) dennoch über die UN-Konferenz berichten zu wollen: »Wir werden drei Reporter nach Marrakesch schicken!« Die Kosten für Flüge und Hotel sollen über Crowdfunding zusammenkommen.

LetUsReport.com

Diese Geschichte ist so bedeutend, dass diese Episode frei steht. Es geht um Freiheit der Rede, Meinungsfreiheit. Levant sagt, damit verstoße die UN gegen ihre eigene Menschenrechtsdeklaration, in der die Pressefreiheit fester Bestandteil ist.

Der kanadische Journalist hat sich auch an Kanadas Premierminister Justin Trudeau gewandt, er solle gegen den Bann der kritischen Journalisten Einspruch erheben. Er wisse zwar, dass Trudeau kein Freund von Rebel Media ist: »Aber er sollte gegenüber der UN für kanadische Werte wie Freiheit der Presse einstehen.«

»Die UN verbannt uns, weil wir die falsche Meinung haben«, sagt Levant, »Stupid little fascists!«

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