Ein Plädoyer für mehr politische Haltung von Frauen

Wieso sind Frauen auf politischer Ebene oft so schweigsam? Vielleicht ist der Weltfrauentag der richtige Tag, um sich dieser Frage zu widmen. – Ein Plädoyer für mehr politische Haltung.

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Es ist nicht lange her, da wünschte mir ein Leser, dass sich der Frauenanteil meiner Abonnenten erhöhen würde. Zuvor hatte ich mich für die rasant wachsende Zahl meiner Abonnenten und Follower auf Facebook und Twitter bedankt. Ich fand es bemerkenswert, dass ein Mann dieses Thema ansprach. Es brachte mich zum Nachdenken und ich stellte mir erneut die Frage, die ich mir schon seit Jahren stelle: Wieso sind Frauen auf politischer Ebene oft so schweigsam? Und vielleicht ist der Weltfrauentag der richtige Tag, um sich dieser Frage zu widmen. – Ein Plädoyer für mehr politische Haltung

„Jetzt fängt die Schunke wieder mit Ihrem Feminismusgequatsche an.“, höre ich einige von Ihnen in diesem Moment sagen, wenn Sie nicht ohnehin bereits nach den ersten Zeilen weggeklickt haben. Feminismus ist ein schwieriges Thema. Besonders im konservativ-liberalen Milieu. Das Thema wird als typisch linker, ideologischer Genderwahn abgetan. Dabei ist Feminismus viel mehr als das und muss mitnichten ideologisch verblendet sein. Ich werde versuchen, sie davon zu überzeugen.

Denn es ist evident, dass Frauen mit dem Aussprechen Ihrer Meinung zurückhaltender sind als Männer. Seit meinem 17. Lebensjahr engagiere ich mich politisch, seitdem ich Anfang 20 bin, schreibe ich zudem darüber. Es war nie anders als jetzt. Dabei ist zu betonen, dass es sich vor allem um jüngere Frauen handelt, die sich davor scheuen, Stellung zu beziehen. Während es unter meinen männlichen Lesern Männer jeder Altersklasse gibt, sind die wenigen weiblichen Leser vor allem Frauen ab 40 aufwärts. Meine eigene Generation bleibt hingegen vollkommen stumm. Dabei weiß ich, dass viele von ihnen meine Texte lesen und ganz genau verfolgen, was ich sonst noch so mache. Ich weiß das, weil sie mir immer wieder private Nachrichten schreiben, in denen sie mir ihre Einschätzungen mitteilen. In denen sie mitunter viel Respekt gegenüber dem zeigen, was ich tue. Aber keine von ihnen würde jemals unter einem meiner Artikel mitdiskutieren oder selbst etwas Politisches posten.

Nein, Frauen sind nicht meinungslos. Entgegen der Ansicht vieler ist meine Generation auch nicht generell ein an Politik vollkommen desinteressierter, hedonistischer Haufen. Sicherlich, als Politikstudentin sitze ich, was das anbelangt, auf einer Insel der Glückseligen. Politikstudenten sind per se meinungsstark. Aber selbst hier existieren Unterschiede zwischen den weiblichen und männlichen Studenten. Nicht selten sind es auch dort die stillen Mädchen, die die besten Hausarbeiten abliefern, weshalb mein Politikdozent nicht müde wird, sie zu mehr aktiver Teilnahme im Seminar zu bewegen. Wieso ist das so? Wieso scheinen so viele gerade jüngere Frauen offensichtlich immer eine Extra-Einladung zu brauchen, um aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen?

Unsicherheit und Zweifel in Bezug auf das eigene Können

Ich glaube, dass die Gründe hierfür vielfältig sind. Zum einen, und das scheint mir häufig der Hauptgrund zu sein, besitzt ein Großteil der Frauen in Bezug auf das eigene Können große Zweifel. Das zeigt das Beispiel der Hausarbeiten ebenso gut wie der Umstand, dass Frauen bei uns an der Uni nicht selten dazu überredet werden müssen, sich für Tutorenstellen zu bewerben, während unter den männlichen Studenten selbst noch der ungeeignetste eine Bewerbung verschickt. Auch die Nachrichten, die ich bei Facebook und Co. bekomme, legen darüber Zeugnis ab. Nicht selten beteiligen sich die Frauen nach eigener Aussage auch deswegen nicht an Diskussionen, weil sie große Angst davor haben, nicht kompetent genug im Bereich des Politischen zu sein und deswegen etwas Falsches sagen zu können. Ich kann nicht leugnen, dass man sich nicht schon an mancher Stelle gewünscht hat, ein paar mehr Männer hätten diese Selbstzweifel, die die Frauenwelt an den Tag legt. Zumal diese Zweifel der Frauen zumeist vollkommen unbegründet sind. Die meisten von ihnen sind studiert und auch wenn sie es nicht sind, absolut intelligente Frauen, die, wenn sie mir ihre Einschätzung offenbaren, nicht selten ein beeindruckendes Politikverständnis an den Tag legen. Woher also diese Unsicherheit, die Angst, etwas Falsches sagen zu können, die größer ist, als zu wichtigen Themen das zu sagen, was einem auf der Seele brennt?

Frauen sind gefallsüchtig

Ein großes Problem hierbei ist, dass Frauen immer noch (vor allem auch in der Schule) zum lieb und nett sein erzogen werden. Gabriele Hefner und Bärbel Kerber haben das in ihrem Buch „Das innere Korsett“ treffend beschrieben. Aber auch ohne Verweis darauf könnte ich ihnen meine ganze Schulzeit als Beleg für diese These liefern. Als Mädchen, welches schon immer sehr selbstbewusst und meinungsstark auftrat, hatte ich stets gegenüber meinen „lieben und netten“ Mitschülerinnen das Nachsehen. Wurde meinen männlichen Mitschülern der selbstbewusste Umgang mit der eigenen Meinung positiv ausgelegt, machte es mich als Mädchen zur anstrengenden Zicke, die man mit schlechteren mündlichen Noten gegenüber den stillen braven Mädchen abstrafte. Diese Tendenzen zeigen sich bis heute und sind ein wirkliches Problem. Nicht nur für mich, sondern auch für viele andere selbstbewusst und meinungsstark auftretende Frauen. Was bei Männern als Tugend angesehen wird, wird Frauen negativ ausgelegt. Nicht selten steht am Ende der Vorwurf im Raum, man sei eine frustrierte Ziege, weil Frauen eben in unserer Vorstellung immer noch die Rolle der ruhigen, zurückhaltenden Person einnehmen. Und wer aus dieser Rolle fällt, der ist halt abnormal. Ein Mannsweib.

Das ist ein großes Problem. Denn Frauen und gerade jüngere Frauen sind nicht selten gefallsüchtig. Frauen, mehr noch als Männern, ist es wahnsinnig wichtig, was andere von ihnen denken. Dass man sie mag, dass man beliebt ist. Nicht umsonst scheint für viele Frauen eine Karriere als Kandidatin beim Bachelor oder Germany’s next Topmodel bis heute attraktiver als eine Karriere, für die man tatsächlich etwas können muss und am Ende vielleicht noch das Risiko eingeht, damit zu polarisieren. Denn auch heute noch ist der leichteste Weg für Frau als Frau gut anzukommen, der, einfach gut auszusehen. Nicht umsonst setzt die „Schönheitsindustrie“ gerade mit uns Milliarden um. Männer sind dagegen eine immer noch zu vernachlässigende Größe, die man als Kunden erst noch gewinnen will. Oder wie erklären Sie sich, dass der rosa Nassrassierer viel teurer ist als der identische blaue? Gender Pricing nennt man das übrigens und beschreibt den großen Unterschied in den Preisen von Frauen- und Männerprodukten.

Frauen wollen zumeist gefallen. Vor allem Männern. Der einfachste Weg geht hierbei über das Aussehen. Der denkbar Schwierigste über Politik. Politik ist einfach nicht sexy. Politische Frauen sind Renate Künast, Claudia Roth und unsere Kanzlerin. Nicht wirklich geeignete Role Models für die Generation Heidi Klum und nach ihr Kendall Jenner und Gigi Hadid. Darüber hinaus polarisiert Politik wohl wie nichts anderes. Eine politische Haltung einzunehmen, bedeutet, Position zu beziehen und damit anderen Positionen automatisch eine Absage zu erteilen. Natürlich gibt es gerade in der Politik auch einen Haufen Grauzonen und gerade die sind entscheidend. Es geht um Kompromiss und Differenzierung. Aber oft ist es eben auch mal das Dafür oder das Dagegen. Egal, wie differenziert die Begründung darüber ausfällt. Entscheidungen müssen getroffen, Meinungen formuliert werden. In dem Moment, wo ich das tue, kann ich mir jedoch gewiss sein, dass mindestens ein Teil der Menschen nicht meiner Meinung ist. Dass sie meine Meinung vielleicht sogar verurteilen und mich dann als Person gleich mit. Das passiert einem bei normalen Posts, genauso wie beim Schreiben von Artikeln. Politik bedeutet immer auch, sich der Kritik der Andersdenkenden auszusetzen. Für Menschen, die gerne jedermann gefallen wollen, ein undenkbarer Zustand.

Die politische Diskussion und dazu gehört auch der politische Journalismus ist ein Schlachtfeld. Zimperlich darf man da nicht sein. Es ist eine stete Gratwanderung, zwischen Kritikfähigkeit und der Fähigkeit, nicht alles an sich heranzulassen. Für viele Frauen, die sowieso oft unsicher mit sich selbst und voller Zweifel sind, ist es schwer, diese Gratwanderung zu meistern. Dazu kommt, dass Kritik nicht selten auch in böswillige Beleidigungen und Drohungen abdriftet. Etwas, was genauso wie die Gratwanderung auch Männer betrifft. Nur nimmt man als Frau Einschüchterungsversuche nicht selten aufgrund der körperlichen Unterlegenheit anders wahr. Es geht um Macht. Macht über die Frau und das, was sie sagt. Einschüchterung mittels sexueller Belästigung und Bedrohung ist jedenfalls ein beliebtes Mittel, um Frauen politisch mundtot zu machen. Auch das muss benannt werden, wenn es darum geht, dass Frauen häufig pauschal als unpolitischer eingestuft werden.

Mehr politische Haltung!

Vielleicht zeigt sich hieran, weshalb man manche Menschen fast dazu überreden muss, eine politische Haltung einzunehmen, während es anderen so leicht fällt. Das heißt nicht, dass das die einzigen Gründe oder gar Entschuldigungen sind. Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Manch einer ist einfach desinteressiert. Dazu gehören Männer genauso wie Frauen. Zudem existiert so etwas wie Selbstverantwortung, derer man sich bewusst sein sollte. Und ja, auch Konkurrenzempfindungen und Neid mögen gerade bei Frauen des gleichen Alters eine leidliche Rolle spielen, aber alles darauf herunterzubrechen, funktioniert ebenso wenig, wie pauschale Entschuldigungen zu benennen.

Dieser Artikel soll nicht nur Kritik an den Verhältnissen üben. Vielmehr stellt er ein Plädoyer für mehr Mut im politischen Diskurs dar. Er soll mögliche Ursachen aufzeigen, die vielleicht zunächst (gerade auch für Männer) nicht zu erkennen sind. Er soll für Verständnis werben, aber auch nicht von der Eigenverantwortung absprechen. Er soll Frauen die vielleicht vorhandenen eigenen Denkmuster aufzeigen und dazu animieren, diese hinter sich zu lassen. Denn trotz aller Risiken, die das Einnehmen einer politischen Haltung mit sich bringt, gibt es doch auch so viel positive Erfahrungen, die das alles mit sich bringt.

Mut, Emanzipation von alten Strukturen haben sich am Ende immer ausgezahlt. Wer möchte, dass seine Meinungen und Ansichten in die Politik eingebracht werden, wer mitbestimmen will, kommt um eine Formulierung dieser Meinungen und Ansichten nicht drum herum. Die politische Diskussion ermöglicht darüber hinaus, sich vom Zwang des Gefallenwollens zu befreien und sich von der Meinung anderer über einen zu emanzipieren. Das heißt nicht, dass man fortan damit leben muss, dass einen nun keiner mehr mag, aber man hört auf, süchtig danach zu sein und wird so zu einem wirklich eigenständigen Individuum. Und am Ende ist es genau dieser Umstand, der die wirkliche Anerkennung, den wirklichen Zuspruch bringt, auch wenn man ihn dann gar nicht mehr so dringend benötigt.

Die Zeiten ändern sich. Wenn ich heute mit Männern spreche, dann fällt mir auf, dass ihnen vor allem eines an vielen Frauen ihres Alters fehlt: Eine Meinung, eine klare Haltung. Aussehen reicht zumindest für die meisten intelligenten Männer nicht mehr aus. Ich dachte, ich gebe euch das noch einmal mit auf den Weg, weil es für die eine oder andere trotz all dem, was ich gesagt habe, wichtig sein könnte. Und das ist ok. Jeder Mensch möchte gemocht und geliebt werden. Das Entscheidende ist, sich davon nicht abhängig zu machen. Wenn ihr eine Frau mit Meinung seid, wäre ein Mann, der euch ob dieser Meinung nicht schätzt, ohnehin nicht der Richtige.

Also: Habt Mut zur politischen Haltung. Scheut euch nicht vor Gegenwind. Es ist schön, mit Männern über Politik zu diskutieren, aber es wäre noch schöner, wenn ich künftig auch mehr von euren Meinungen zu lesen bekommen würde. Frauen, so meine Erfahrung, sind nicht unpolitischer. Sie sind im politischen Diskurs manchmal einfach nur stiller. Die Hauptursachen hierfür habe ich benannt.

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Kommentare {23}

  1. Alles richtig, eine Einschränkung am Rande: Frau Schunke schreibt “Mut, Emanzipation von alten Strukturen haben sich am Ende immer ausgezahlt.” Das sahen die Angehörigen der Geschwister Scholl vielleicht anders. Ja ich weiß, dass ist lange her, aber der Schoß ist wieder fruchtbar: AFD-Mitglieder müssen Fußballvereine verlassen. Hotel- und Gaststättenbesitzern wird klargemacht, dass sie den falschen Parteien besser keinen Raum vermieten. Der Trend ist klar: Wer als AFD-Mitglied bekannt ist, muss damit rechnen, dass er Auto, Haus, Reputation verliert oder körperlich bedroht wird. Da werden Leute daran gehindert, Treffen zu erreichen, etc. Und jetzt? Wer schlau ist, der lässt die anderen die Kastanien aus dem Feuer holen und wartet ab, bis der Spuk vorbei ist? Für sich persönlich kann man sich entscheiden, ob man seine Haltung zeigt. Wer Angehörige hat, der überlegt sich das zwei mal.

  2. Sehr geehrte Frau Schunke,
    gut, dass Sie das Thema aufgegriffen haben. Über die Urschen lässt sich trefflich streiten, wie wir anhand der Kommentare sehen können. Auch ich beschäftige mich erst seit dem 4. September 2015 wieder intensiver mit Politik. Ich habe den Weckruf verstanden und versuche auch andere aufzurütteln. Meistens vergeblich.

    Aus meiner Erfahrung haben die meist berufstätigen Frauen mit Kindern einfach keine Zeit für politische Bildung und daher auch keine Meinung oder sie halten ihre Meinung nicht für qualifiziert, weil sie sich für nicht ausreichend informiert halten. Viele wollen sich in ihrer knappen Freizeit nicht noch zusätzlich mit komplexen (oft unerfreulichen) politischen Themen beschäftigen. Dies würde erklären, weshalb Sie hauptsächlich Resonanz von Frauen erfahren, die Ihre Mütter sein könnten. Auch ich bin in diesem Alter und habe Töchter im Teenageralter, um deren Zukunft ich mir Gedanken mache. Dies ist der Hauptgrund für mein derzeitiges politisches Interesse und entsprechende Meinungsäußerung.

    Bei den kinderlosen Frauen in Ihrem Alter liegen sicher andere Gründe für die mangelnde politische Meinungsäußerung vor, die ich hier nicht wiederholen brauche.

    Vielleicht kann man einige Menschen jeden Alters, Frauen, Eltern etc. mit dem neusten Machwerk der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aufrütteln.
    http://mobile.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2016-1-quartal/fachkonferenz-zanzude.html

    Ich möchte weiter nichts dazu sagen, da ich wohl meine “gute Kinderstube” vergessen und riskieren würde, dass mein Kommentar nicht freigeschaltet wird.

    Überzeugen Sie sich bitte selbst.

    Trotzdem allen Lesern einen schönen Tag.

  3. Tolles Foto! So sieht Gender Mainstreaming aus …

  4. Aus Kommentar 16:
    “…. 1. Mit Ausnahme von Herrn Gabriel (noch) stehen mit Frau Merkel, Frau Göring-Eckardt, Frau Wagenknecht und Frau Petry ausschließlich Frauen an der Spitze unserer Parteien

    2. Auch in der 2.Reihe sind Frauen wie Claudia Roth, Künast, Simone Peter, Klöckner, Dreyer, Schwesig, Nahles, Kipping… durchaus sehr dominant vertreten ….”

    von der Leyen nicht vergessen

    Muss ich jetzt daraus schliessen, dass unsere Politik, speziell in D., deshalb so schlecht ist, weil so viele Frauen an der vordersten Reihe stehen?

    Keine Entscheidungen fällen, immer nur reden, Handeln von anderen erkaufen. Sich selber sich keine schmutzigen Finger machen.
    Verweichlichte Politik. Nur emotional nicht sachlich.

    Sind so ein paar Gedanken, nicht so ganz schön, aber sie kommen halt.

    1. Nein – keine Geschlechterursache, Versagen im Auswahlmechanismus der Berufspolitik.

  5. Liebe Frau Schunke,
    bei den meisten ihrer Argumente stimme ich Ihnen durchaus zu. Allerdings kann man in unserer aktuellen Politik meines Erachtens auch eine Tendenz zur Verweiblichung und Verweichlichung nicht leugnen:

    1. Mit Ausnahme von Herrn Gabriel (noch) stehen mit Frau Merkel, Frau Göring-Eckardt, Frau Wagenknecht und Frau Petry ausschließlich Frauen an der Spitze unserer Parteien

    2. Auch in der 2.Reihe sind Frauen wie Claudia Roth, Künast, Simone Peter, Klöckner, Dreyer, Schwesig, Nahles, Kipping… durchaus sehr dominant vertreten

    3. Mein Eindruck ist, dass Frauen durchaus eine andere, aber nicht notwendiger Weise eine bessere Politik machen als Männer. Dass Frauen auch nicht friedfertiger sind weiß ich i.Ü. bereits seit Maggie Thatchers “Falkland”-Abenteuer.

    4. Wenn ich mir die aktuellen Flüchtlingsdebatten anschaue, dann glaube ich schon, dass (dem alten Vorurteil entsprechend) Frauen eher emotional reagieren. Ich glaube, dass die Tränen eines Flüchtlingmädchens Reem die Männerwelt nicht so komplett aus dem Konzept bringen würden, wie das bei unserer “Frauenriege” der Fall war.
    Deutlich wurde das vor Kurzem unter anderem bei “Maischberger” als der Ex-Bildchef Tiedje konterte : „Sie sprechen schon wieder von weinenden Kindern. Kinder weinen immer – an den Grenzen und wenn sie geboren werden.“
    Ich bin mir sicher, dass ich in unserer (verweiblichten/verweichlichten ?) Gesellschaft für die durchaus berechtigte Frage, warum hunderttausende junger gesunder Männer bei uns Zuflucht suchen, anstatt für ihre schutzbedürftigen Mitbürger oder die Freiheit in der Tradition eines Spartakus, Andreas Hofer, Crazy Horse oder Imre Nagy zu kämpfen, nur Kopfschütteln und Unverständnis ernten würde (wahrscheinlich würde ich sogar als Nazi tituliert).

    Ergänzend muss ich hier noch anmerken, dass auch ich während des kalten Krieges von der BRD”zwangsrekrutiert” wurde. Im gar nicht so unwahrscheinlichen Ernstfall wäre ich gezwungen geweswn zuerst auf unsere Brüder und Schwestern in der DDR zu schießen (also ggf. auch auf Bartsch, Merkel, Wagennecht, Petry, Göring-Eckardt,…). Wäre ich davongelaufen so wäre ich im Frieden wegen Fahnenflucht verurteilt und im Kriegsfall hingerichtet worden.

  6. Ich musste bei ihrem obigen Beitrag sofort an eine sehr Meinungsstarke Frau denken – Kristina Schröder. Eine klassische politische Karriere, die sicherlich auch Mut und Engagement sowie die Bereitschaft, klare und auch kontroverse Positionen zu beziehen, erforderte. Einstmals sogar Familienministerin, eine sehr junge Ministerin, die neben diesem Vollzeitjob, durchaus vorbildhaft, versuchte eine in feministischen Zirkeln doch arg gehasste andere Rolle zu leben – die einer Mutter.

    Als Vollzeitministerin versuchte sie bewusst, entgegen des linksfeministischen Weltbildes, eine Wahlfreiheit für Eltern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit zu unterstützen.
    Sicherlich bedarf es nicht des Hinweises, dass jeder Minister mit einem halbwegs normalen Arbeitspensum, mehr als die durchschnittlichen 40 Wochenstunden in Arbeit verbringen wird.
    Als Frau Schröder, in freier Entscheidung, als sicherlich nicht zum “stillen Mädchen” erzogene Frau, für sich entschließ mehr Zeit für sich und ihre Tochter zu nehmen, was offensichtlich kaum mit einer Ministerrolle vereinbar war, wurde sie dafür vor allem öffentlich kritisiert. So wie alle anderen Anti-feministischen Projekte die von ihr angestoßen wurden.

    Fast immer waren die Kritiker aber Kritikerinnen. Fast immer aus dem links-feministischen Milieu. Denn offensichtlich verstieß Frau Schröder gegen ein paar institutionalisierte Thesen:
    -Frauen werden diskriminiert – von Männern, oder Gesellschaften die von Männern dominiert werden
    – Frauen werden ungleich behandelt, Quoten, Gesetze etc. müssen her
    – Frauen sollen sich grundsätzlich von ihrer Biologie distanzieren, gerne auch durch Kinderlosigkeit, außer natürlich beim Hinweis darauf, dass sie diskriminiert werden.
    – wenn alles fehlschlägt, verweise auf das Patriachart

    Doch letztlich war wohl der Hauptgrund, warum sie die Feindschaft ihrer Geschlechtsgenossinen auf sich zog, ganz einfach der: Sie definierte sich als Mensch, als Person, und akzeptierte ohne Aufhebens ihre biologische Identität.

    Damit würde sich Viele ganz anders darstellen: kann es sein das Menschen gibt die zurückhaltend sind, und solche die es nicht sind? Einfach so? Kann es sein das alleine, oder zumindest hauptsächlich, durch die unterschiedlichen Auswirkungen der Sexualhormone, die ungefähre Gauß’sche Normalverteilung der Schüchternen und Zurückhaltenden in Richtung der Männer verschiebt?

    Sind all die Frauen, die, wie die Autorin, nicht still und zurückhaltend sind, nur die bekannte Ausnahme der Regel, oder etwa die Norm, die anders wie die Gleichstellungsideologen das fordern, einfach nicht bei 50/50 liegt? Sondern vielleicht bei 40/60 oder 30/70?
    Als Beispiel kann ich nur von meinem Umfeld ausgehen (sehr subjektiv, selektive Wahrnehmung, Beobachtungsfehler und kleine nicht-repräsentative Stichprobe) da gibt es Männer die trotz ihrer Fähigkeiten und Meinungsstärke eher zu den Stillen gehören, und gleichzeitig Frauen bei denen Meinungsstärke nicht mit Kompetenz einhergeht. Andersherum leider genauso oft.
    Für mich eher ein Grund, Menschen mehr Selbstwertgefühl zu vermitteln, ihnen unterstützend zu Seite zu stehen, als dies auf scheinbare geschlechtliche Rollen zu beschränken. Oft sind Probleme einfach persönlich, und die Persönlichkeit steht immer über dem Geschlecht. Wir sind zuallererst Menschen.